Kategorie: A1436 ODENWALD

Die A1436 ODENWALD war das zweite Schiff der WESTERWALD-Klasse, Klasse 760. Sie wurde am 23. März 1967 für die Bundesmarine in Dienst gestellt und zunächst der Versorgungsflottille unterstellt. Ihr Heimathafen war Wilhelmshaven. Mit der Aufstellung des 2. Versorgungsgeschwaders im Oktober 1967 wurde die ODENWALD diesem Verband zugeordnet.

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Als Munitionstransporter gehörte sie zur schwimmenden Logistik der Marine. Ihre Aufgabe bestand darin, Munition und weitere Versorgungsgüter aufzunehmen, sicher zu transportieren und an Marinestützpunkte oder Einsatzverbände weiterzugeben. Solche Schiffe standen weniger im öffentlichen Blick als Zerstörer, Fregatten oder Schnellboote, waren für deren Einsatzbereitschaft jedoch unverzichtbar. Ohne die zuverlässige Arbeit der Transporter konnten Kampf- und Unterstützungseinheiten ihre Aufträge nicht dauerhaft erfüllen.

Bereits am 18. April 1969 wurde die ODENWALD vorübergehend außer Dienst gestellt und als Reserveeinheit aufgelegt. Nachdem der ältere Munitionstransporter SCHWARZWALD ausgeschieden war, wurde sie am 18. Dezember 1974 mit dessen ziviler Besatzung wieder in Dienst genommen. Fortan blieb sie über viele Jahre in Wilhelmshaven stationiert. Auch nach der Zusammenlegung der Versorgungsgeschwader zum Trossgeschwader im Jahr 1997 änderte sich daran nichts.

Eine besondere Aufgabe übernahm die ODENWALD 1991 während der sogenannten Russlandhilfe. Auf drei Reisen transportierte sie Lebensmittel in die damalige Sowjetunion. Zwei Fahrten führten nach Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, eine weitere nach Klaipėda. Diese Einsätze standen nicht im Zeichen militärischer Versorgung, sondern dienten der humanitären Unterstützung der Bevölkerung in einer Zeit schwerer Versorgungsengpässe.

Der Dienst an Bord eines Munitionstransporters verlangte besondere Sorgfalt. Ladungssicherung, Brandschutz, technische Überwachung und die Einhaltung strenger Sicherheitsbestimmungen bestimmten den Alltag. Gleichzeitig mussten Maschine, Deckseinrichtungen, Ladegeschirr und Versorgungssysteme jederzeit einsatzbereit gehalten werden. Hinter jeder erfolgreichen Versorgung standen viele Stunden Arbeit, häufig fernab der öffentlichen Wahrnehmung.

Am 7. Februar 2002 wurde die ODENWALD nach fast 35 Jahren endgültig außer Dienst gestellt. Wenige Monate später wurde sie gemeinsam mit dem Versorger GLÜCKSBURG an die ägyptische Marine übergeben. Dort fuhr sie anschließend unter dem Namen HALAIB mit der Kennung 231 weiter.

Von Kameraden für Kameraden

Für die Besatzungen war die ODENWALD nicht nur ein Munitionstransporter, sondern über viele Jahre Arbeitsplatz, Zuhause und gemeinsamer Lebensraum. Lange Seetage, Wachen, Ladebetrieb, Manöver und Hafenaufenthalte schufen Erinnerungen, die häufig ein Leben lang blieben. Wie auf allen Troß- und Versorgungsschiffen beruhte der Dienst auf Verlässlichkeit: Jeder musste sich darauf verlassen können, dass der Kamerad neben ihm seine Aufgabe beherrschte.

Diese Seite erinnert an die Männer, die auf der A1436 ODENWALD gefahren sind, an ihre gemeinsame Zeit an Bord und an ein Schiff, das einen wichtigen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Marine leistete.

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