Kategorie: Zerstörer D184 HESSEN

Die D184 HESSEN war das vierte und letzte Schiff der Hamburg-Klasse und gehörte zur Klasse 101 der Bundesmarine. Gemeinsam mit HAMBURG, SCHLESWIG-HOLSTEIN und BAYERN bildete sie eine Zerstörergeneration, die über Jahrzehnte das Bild der Bundesmarine prägte.

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Gebaut wurde die HESSEN bei H. C. Stülcken Sohn in Hamburg. Die Kiellegung erfolgte am 15. Februar 1961, der Stapellauf am 4. Mai 1963. Probleme mit der Antriebsanlage verzögerten die Fertigstellung, sodass D184 erst am 8. Oktober 1968 in Dienst gestellt werden konnte. Damit war sie die letzte Einheit der Hamburg-Klasse, die zur Flotte stieß.

Nach ihrer Indienststellung wurde die HESSEN dem 2. Zerstörergeschwader zugeordnet. Ihr Heimathafen war Wilhelmshaven. Von dort aus nahm sie an Ausbildungsfahrten, NATO-Manövern und den vielfältigen Aufgaben der Zerstörerverbände teil.

Die Zerstörer der Klasse 101 waren vielseitig einsetzbar. Neben der Bekämpfung von See- und Luftzielen gehörten Geleitsicherung, U-Boot-Jagd und das Minenlegen zu ihrem Aufgabenbereich. Mit ihrer starken Artilleriebewaffnung, der Dampfturbinenanlage und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 35 Knoten waren sie für den Einsatz in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik ausgelegt.

Eine besondere Stellung innerhalb der Klasse nahm die HESSEN bei der Modernisierung der Zerstörer ein. Ende 1974 begann bei D184 als erstem Schiff der Hamburg-Klasse die Umrüstung auf Seezielflugkörper MM38 Exocet. Dabei wurde unter anderem der Geschützturm C entfernt und durch die neue Flugkörperbewaffnung ersetzt. Mit Abschluss der Umrüstung im Februar 1976 wurde die HESSEN als Schiff der Klasse 101A geführt. Ihre Schwesterschiffe folgten anschließend.

Damit wurde die HESSEN gewissermaßen zum Vorreiter für die zweite Hälfte der Dienstzeit der gesamten Hamburg-Klasse. Die Modernisierung ermöglichte es den inzwischen bewährten Zerstörern, noch viele Jahre im aktiven Flottendienst zu verbleiben.

Für Generationen von Besatzungsangehörigen bedeutete D184 jedoch weit mehr als Bewaffnung, Technik und taktische Aufgaben. Wachen auf See, Übungen, lange Fahrten, Hafenaufenthalte und das tägliche Leben an Bord schufen eine eigene Gemeinschaft und Erinnerungen, die für viele ehemalige Hessenfahrer bis heute mit ihrem Schiff verbunden sind.

Am 29. März 1990 wurde die HESSEN nach mehr als 21 Dienstjahren außer Dienst gestellt. Damit schied sie als erste der vier Einheiten der Hamburg-Klasse aus dem aktiven Dienst aus. Am 8. September 1991 wurde das ehemalige Schiff über die VEBEG zum Abbruch verkauft und später in Portugal abgewrackt.

Der Traditionsname HESSEN blieb der Deutschen Marine erhalten und wurde später erneut für eine deutsche Marineeinheit verwendet.

Technische Daten

Schiffstyp: Zerstörer der Hamburg-Klasse
Klasse: 101 / nach Modernisierung 101A
Kennung: D184
Bauwerft: H. C. Stülcken Sohn, Hamburg
Kiellegung: 15. Februar 1961
Stapellauf: 4. Mai 1963
Indienststellung: 8. Oktober 1968
Außerdienststellung: 29. März 1990
Heimathafen: Wilhelmshaven
Länge: 133,7 m
Breite: 13,4 m
Tiefgang: ca. 4,8 m
Antrieb: Dampfturbinenanlage auf zwei Wellen
Leistung: rund 68.000 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 35 kn
Besatzung: rund 284 Mann, abhängig von Ausrüstung und Zeitraum
Verbleib: 1991 zum Abbruch verkauft, später in Portugal abgewrackt

Diese Kollektion erinnert an die D184 HESSEN und an die Kameraden, die auf diesem Zerstörer ihren Dienst geleistet haben.

Von Kameraden – für Kameraden. Ein Stück Marinegeschichte zum Tragen und Erinnern.