Die BAYERN wurde bei H. C. Stülcken Sohn in Hamburg gebaut. Am 15. Februar 1961 erfolgte die Kiellegung, am 14. August 1962 der Stapellauf. Am 6. Juli 1965 wurde D183 in Dienst gestellt und dem 2. Zerstörergeschwader zugeordnet. Ihr Heimathafen war Wilhelmshaven. Der Name BAYERN knüpfte zugleich an eine ältere Marinetradition an: Bereits in der Kaiserlichen Marine hatte ein Großlinienschiff diesen Namen getragen.
Die Zerstörer der Klasse 101 waren für vielseitige Aufgaben vorgesehen. Dazu gehörten die Bekämpfung von See- und Luftzielen, die U-Boot-Jagd, die Sicherung von Verbänden sowie das Minenlegen. Mit ihrer leistungsfähigen Dampfturbinenanlage und einer Geschwindigkeit von etwa 35 Knoten waren die Schiffe für den Einsatz in Nord- und Ostsee sowie im Nordatlantik ausgelegt.
Vom 29. November 1976 bis zum 26. November 1977 wurde die BAYERN umfassend modernisiert. Dabei erhielt sie unter anderem das Seezielflugkörpersystem MM38 Exocet. Nach dieser Kampfwertsteigerung wurde sie als Klasse 101A geführt. Die Modernisierung ermöglichte es, die inzwischen bewährten Zerstörer noch viele Jahre im aktiven Flottendienst zu halten.
Ein einschneidendes Ereignis ihrer Dienstzeit ereignete sich am 8. Mai 1980. Während einer Übung kollidierte die BAYERN mit dem Betriebsstofftransporter SPESSART. Der Bug des Zerstörers wurde dabei bis zum Wellenbrecher schwer beschädigt. In Toulon erhielt die BAYERN zunächst eine Notreparatur und einen Notsteven, bevor sie später vollständig instand gesetzt werden konnte.
Auch in den letzten Jahren ihrer Dienstzeit schrieb die BAYERN Marinegeschichte. 1990 lief sie als erstes deutsches Kriegsschiff nach dem Zweiten Weltkrieg den israelischen Hafen Haifa an. Zwei Jahre später gehörte sie im Rahmen der Embargoüberwachung in der Adria zu den ersten deutschen Marineeinheiten, die an einem sogenannten Out-of-Area-Einsatz teilnahmen.
Damit spiegelte die Laufbahn der BAYERN einen großen Teil der Entwicklung der Bundesmarine wider: vom klassischen NATO-Flottendienst während des Kalten Krieges bis zu den neuen internationalen Aufgaben, die sich nach dessen Ende ergaben.
Am 16. Dezember 1993 wurde D183 nach mehr als 28 Jahren Dienst außer Dienst gestellt. Das Schiff wurde anschließend über die VEBEG zum Abbruch verkauft. Der Traditionsname BAYERN ging bereits 1994 auf die Fregatte F217 der Brandenburg-Klasse über.
Für ihre ehemaligen Besatzungsangehörigen bleibt die BAYERN jedoch weit mehr als eine Kennung in den Flottenlisten. Jahrzehnte gemeinsamer Fahrenszeit, Wachen, Übungen, Hafenaufenthalte und Kameradschaft haben Erinnerungen geschaffen, die weit über die Außerdienststellung des Schiffes hinausreichen.
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer der Hamburg-Klasse
Klasse: 101 / nach Modernisierung 101A
Kennung: D183
Bauwerft: H. C. Stülcken Sohn, Hamburg
Kiellegung: 15. Februar 1961
Stapellauf: 14. August 1962
Indienststellung: 6. Juli 1965
Außerdienststellung: 16. Dezember 1993
Heimathafen: Wilhelmshaven
Länge: 133,7 m
Breite: 13,4 m
Tiefgang: ca. 4,8 m
Antrieb: Dampfturbinenanlage auf zwei Wellen
Leistung: rund 68.000 PS
Höchstgeschwindigkeit: etwa 35 kn
Besatzung: rund 284 Mann, abhängig von Ausrüstung und Zeitraum
Verbleib: nach Außerdienststellung zum Abbruch verkauft
Diese Kollektion erinnert an die D183 BAYERN und an die Kameraden, die auf diesem Zerstörer ihren Dienst geleistet haben.
Von Kameraden – für Kameraden. Ein Stück Marinegeschichte zum Tragen und Erinnern.