{"title":"U-Boote Klasse 202","description":"\u003ch2\u003eU-Boote der Klasse 202 – Kleine Versuchsboote der Bundesmarine\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie U-Boote der \u003cstrong\u003eKlasse 202\u003c\/strong\u003e waren zwei außergewöhnlich kleine Versuchs-U-Boote der Bundesmarine. Sie entstanden parallel zur Entwicklung der größeren Küsten-U-Boote der Klassen 201 und 205 und sollten neue technische Anlagen, Antriebskonzepte und Sonarsysteme erproben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAnders als die regulären deutschen U-Boote erhielten die beiden Einheiten keine U-Nummern. Sie wurden nach zwei bedeutenden deutschen U-Boot-Konstrukteuren benannt:\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eS 172 HANS TECHEL\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eS 173 FRIEDRICH SCHÜRER\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeide Boote wurden bei den Atlas-Werken in Bremen gebaut. Sie standen nur kurze Zeit im Dienst und wurden bereits am 15. Dezember 1966 wieder außer Dienst gestellt. Ihre geringe Reichweite, die beengten Verhältnisse und verschiedene technische Probleme verhinderten eine längere Verwendung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eEntwicklung der Klasse 202\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eBeim Aufbau der Bundesmarine wurde neben den regulären Küsten-U-Booten auch ein besonders kleines Boot für Aufklärungs-, Sicherungs- und Erprobungsaufgaben untersucht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie ursprünglichen Planungen sahen eine größere Serie kleiner U-Boote vor, die vor allem in der Ostsee eingesetzt werden sollten. Ihre geringe Größe sollte es ihnen ermöglichen, unauffällig in küstennahen und flachen Gewässern zu operieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Verlauf der Planung änderten sich die Anforderungen jedoch mehrfach. Zeitweise waren bis zu 40 Boote vorgesehen. Diese Zahl wurde zunächst auf zwölf und schließlich auf nur noch drei Einheiten reduziert. Tatsächlich wurden lediglich zwei Boote fertiggestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin drittes Boot sollte möglicherweise mit einem neuartigen Walter-Antrieb ausgerüstet werden. Diese Planung wurde jedoch nicht verwirklicht.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAufgabe als Versuchs-U-Boote\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 202 war ursprünglich sowohl für operative Aufgaben als auch für technische Erprobungen vorgesehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZu den geplanten Aufgaben gehörten:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie Aufklärung in küstennahen Gewässern,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eVorposten- und Sicherungsdienste,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie Überwachung der Ostseezugänge,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie Bekämpfung gegnerischer U-Boote und Überwassereinheiten,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie die Erprobung neuer Sonar-, Ruder- und Antriebssysteme.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eWährend der langen Entwicklungs- und Bauzeit wurden jedoch bereits die größeren U-Boote der Klassen 201 und 205 fertiggestellt. Dadurch kamen die kleinen Boote für viele ihrer ursprünglichen Erprobungsaufgaben zu spät.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie geringe Reichweite und die begrenzten Vorräte schränkten ihre operative Verwendbarkeit zusätzlich ein. Die Klasse 202 blieb deshalb vor allem ein technisches Versuchsprogramm.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBenennung der Boote\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie beiden Boote erhielten entgegen der bei deutschen U-Booten üblichen Nummerierung eigene Namen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eHans Techel\u003c\/strong\u003e war ein bedeutender deutscher U-Boot-Konstrukteur und leitete über viele Jahre die U-Boot-Abteilung der Germaniawerft in Kiel. Unter seiner Verantwortung entstanden zahlreiche Entwürfe für deutsche Unterseeboote.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eFriedrich Schürer\u003c\/strong\u003e war ebenfalls als Ingenieur und Konstrukteur im deutschen U-Bootbau tätig.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit der Namensgebung würdigte die Bundesmarine zwei Männer, die die technische Entwicklung deutscher U-Boote wesentlich mitgeprägt hatten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eKleine Abmessungen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eMit einer Länge von nur rund \u003cstrong\u003e23 Metern\u003c\/strong\u003e waren die Boote der Klasse 202 erheblich kleiner als die gleichzeitig entwickelten Küsten-U-Boote der Klasse 201.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzung bestand lediglich aus sechs Soldaten. An Bord mussten dennoch alle für den Betrieb erforderlichen Bereiche untergebracht werden:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eZentrale und Steuerstand,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSonar- und Navigationsanlagen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eDiesel- und Elektromotoren,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBatterien,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ezwei Torpedorohre,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSchlaf- und Aufenthaltsplätze,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie die notwendigen Vorräte.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie räumlichen Verhältnisse waren entsprechend beengt. Für längere Unternehmungen oder eine umfangreiche zusätzliche Ausrüstung standen kaum Reserven zur Verfügung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eNichtmagnetischer Stahl\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eWie die Klassen 201 und 205 sollten auch die Boote der Klasse 202 eine möglichst geringe magnetische Signatur besitzen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Druckkörper wurde aus einem ferritischen und nur schwach magnetisierbaren Stahl gefertigt. Dadurch sollten die Boote weniger anfällig für Magnetminen und für die Ortung durch magnetische Suchgeräte sein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas verwendete Material erwies sich jedoch als korrosionsanfällig. Auch bei der Klasse 202 traten damit Probleme auf, die bereits die Entwicklung der ersten deutschen Nachkriegs-U-Boote belastet hatten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eUnterschiedliche Heckanlagen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie beiden Boote waren nicht vollständig baugleich. Ein wesentlicher Unterschied bestand in der Gestaltung des Hecks und der Ruderanlage.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie \u003cstrong\u003eHANS TECHEL\u003c\/strong\u003e besaß einen herkömmlichen Propeller mit einer Ruderanordnung, die grundsätzlich der Konstruktion der größeren Küsten-U-Boote ähnelte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie \u003cstrong\u003eFRIEDRICH SCHÜRER\u003c\/strong\u003e erhielt dagegen eine drehbare Kortdüse. Dabei befand sich der Propeller in einer ringförmigen Düse, die zur Steuerung des Bootes geschwenkt werden konnte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit dieser Ausführung sollte untersucht werden, ob sich die Manövrierfähigkeit eines kleinen U-Bootes verbessern ließ. Die beiden Boote dienten damit auch dem direkten Vergleich unterschiedlicher Steuerungs- und Antriebskonzepte.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAntrieb\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 202 verfügte über einen konventionellen diesel-elektrischen Antrieb.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei der Fahrt an der Oberfläche beziehungsweise im Schnorchelbetrieb wurde ein Daimler-Benz-Dieselmotor verwendet. Dieser trieb einen Generator an und lud die Batterien.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnter Wasser erfolgte der Antrieb durch einen Elektromotor. Zusätzlich stand ein kleiner Schleichfahrtmotor zur Verfügung. Dieser ermöglichte eine besonders langsame und geräuscharme Unterwasserfahrt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote erreichten unter Wasser eine Geschwindigkeit von ungefähr 13 Knoten. Damit waren sie getaucht schneller als bei der Fahrt an der Wasseroberfläche.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBewaffnung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote verfügten über zwei nach vorn gerichtete Torpedorohre im Kaliber \u003cstrong\u003e533 Millimeter\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIn jedem Rohr konnte ein Torpedo mitgeführt werden. Aufgrund der geringen Größe standen keine Reservetorpedos zur Verfügung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Bewaffnung hätte grundsätzlich Angriffe gegen kleinere Überwasserschiffe oder U-Boote ermöglicht. Die Klasse wurde jedoch nicht als reguläre Kampfeinheit eingesetzt. Der Schwerpunkt ihrer kurzen Dienstzeit lag auf Erprobung und Ausbildung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eSensoren\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eZur Ausrüstung gehörten:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eeine Sonaranlage,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eeine Waffenleitanlage,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eein Navigationsradar,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eein Sehrohr,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie die erforderlichen Funk- und Navigationsmittel.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eUrsprünglich war eine besonders leistungsfähige Weitsuch-Sonaranlage vorgesehen. Die hierfür benötigte Ausrüstung ließ sich in den kleinen Booten jedoch nur schwer unterbringen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch die geringe Reichweite und der begrenzte Luft- und Energievorrat standen einem längeren operativen Sonareinsatz entgegen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e 202\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e Küsten-Kleinst- und Versuchs-U-Boot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAnzahl gebaut:\u003c\/strong\u003e zwei\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eUrsprünglich geplant:\u003c\/strong\u003e zeitweise bis zu 40, später zwölf beziehungsweise drei\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauwerft:\u003c\/strong\u003e Atlas-Werke, Bremen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauzeit:\u003c\/strong\u003e 1961 bis 1965\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eDienstzeit der Klasse:\u003c\/strong\u003e 1965 bis 1966\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e 23,10 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e 3,40 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e etwa 2,70 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung über Wasser:\u003c\/strong\u003e etwa 100 Tonnen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung getaucht:\u003c\/strong\u003e etwa 137 Tonnen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e sechs Soldaten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eGeschwindigkeit über Wasser:\u003c\/strong\u003e etwa sechs bis zehn Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eGeschwindigkeit getaucht:\u003c\/strong\u003e etwa 13 Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eReichweite über Wasser:\u003c\/strong\u003e ungefähr 400 Seemeilen bei zehn Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eUnterwasserreichweite:\u003c\/strong\u003e ungefähr 270 Seemeilen bei fünf Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTauchtiefe:\u003c\/strong\u003e etwa 80 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBewaffnung:\u003c\/strong\u003e zwei Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTorpedozuladung:\u003c\/strong\u003e zwei Torpedos.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eLeben an Bord\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eMit nur sechs Mann Besatzung gehörten die Boote zu den kleinsten bemannten U-Booten der Bundesmarine.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJeder Soldat musste mehrere Aufgaben übernehmen. Der Ausfall eines einzelnen Besatzungsmitglieds ließ sich kaum ausgleichen. Navigation, Steuerung, Sonar, Funk, Maschinenbetrieb und Torpedowaffe mussten von einer äußerst kleinen Mannschaft bedient werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Enge war selbst im Vergleich zu anderen Küsten-U-Booten außergewöhnlich. Es gab kaum Bewegungsfreiheit und praktisch keine Rückzugsmöglichkeiten. Die Vorräte, Batterien, Maschinenanlagen und Waffen beanspruchten einen großen Teil des verfügbaren Innenraums.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch die Seeeigenschaften waren problematisch. Durch die geringe Größe lagen die Boote bei Überwasserfahrt unruhig im Wasser. Schon bei mäßigem Seegang konnte Gischt bis an die Brücke gelangen und die Sicht erheblich behindern.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eS 172 HANS TECHEL\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie HANS TECHEL wurde am \u003cstrong\u003e10. Oktober 1961\u003c\/strong\u003e bei den Atlas-Werken in Bremen auf Kiel gelegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Stapellauf erfolgte am \u003cstrong\u003e15. März 1965\u003c\/strong\u003e. Am \u003cstrong\u003e15. Oktober 1965\u003c\/strong\u003e wurde das Boot mit der Kennung \u003cstrong\u003eS 172\u003c\/strong\u003e in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKommandant war Oberleutnant zur See Jürgen Rautmann. Das Boot wurde der Erprobungsstelle in Kiel zugeteilt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBereits während der Ablieferungsfahrt kam es zu einem Wassereinbruch. Als Ursache wurde eine durch Batteriesäure beschädigte und undichte Stelle festgestellt. Die geringe Höhe des Bootes führte außerdem dazu, dass bei Überwasserfahrt bereits bei niedrigem Seegang Wasser und Gischt bis zur Brücke gelangten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie HANS TECHEL besaß eine herkömmliche Propeller- und Ruderanordnung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNach nur 14 Monaten wurde das Boot am \u003cstrong\u003e15. Dezember 1966\u003c\/strong\u003e außer Dienst gestellt. Es wurde anschließend im Marinearsenal Kiel aufgelegt und einige Jahre später verschrottet.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eS 173 FRIEDRICH SCHÜRER\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie FRIEDRICH SCHÜRER wurde ebenfalls am \u003cstrong\u003e10. Oktober 1961\u003c\/strong\u003e bei den Atlas-Werken in Bremen auf Kiel gelegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Stapellauf erfolgte am \u003cstrong\u003e10. November 1965\u003c\/strong\u003e. Am \u003cstrong\u003e6. April 1966\u003c\/strong\u003e wurde das Boot mit der Kennung \u003cstrong\u003eS 173\u003c\/strong\u003e in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKommandant war Oberleutnant zur See Hans-Jürgen Hoschatt. Auch dieses Boot wurde für technische Erprobungen in Kiel verwendet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie wichtigste Besonderheit der FRIEDRICH SCHÜRER war die drehbare Kortdüse am Heck. Mit ihr sollte ein alternatives Steuerungs- und Antriebskonzept für kleine Unterwasserfahrzeuge untersucht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch die FRIEDRICH SCHÜRER erfüllte die Erwartungen der Marine nicht. Bereits am \u003cstrong\u003e15. Dezember 1966\u003c\/strong\u003e, nur gut acht Monate nach ihrer Indienststellung, wurde sie gemeinsam mit der HANS TECHEL außer Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot wurde anschließend aufgelegt und später verschrottet.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eKurze Dienstzeit\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 202 stand insgesamt nur etwas mehr als ein Jahr im Dienst.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote waren für einen regulären operativen Einsatz zu klein, besaßen nur eine geringe Reichweite und boten kaum Möglichkeiten für zusätzliche Sensoren, Vorräte oder Reservetorpedos.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGleichzeitig hatten sich die größeren U-Boote der Klassen 201 und 205 inzwischen so weit entwickelt, dass viele der ursprünglich für die Klasse 202 vorgesehenen Erprobungsaufgaben bereits anderweitig durchgeführt werden konnten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Marine entschied deshalb, die beiden Boote aus wirtschaftlichen und militärischen Gründen nicht weiterzuverwenden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbleib der Klasse\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eBeide U-Boote wurden nach ihrer Außerdienststellung zunächst im Marinearsenal Kiel aufgelegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine Weitergabe an eine andere Marine oder eine zivile Verwendung erfolgte nicht. Nach einigen Jahren wurden die HANS TECHEL und die FRIEDRICH SCHÜRER verschrottet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKeines der beiden Boote ist erhalten geblieben. Modelle, Fotografien, technische Zeichnungen und Unterlagen im Bundesarchiv erinnern heute an diese ungewöhnliche Versuchsklasse. Das Bundesarchiv bewahrt umfangreiche Zeichnungssätze und technische Dokumentationen zu beiden Booten auf.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung der Klasse 202\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 202 war kein erfolgreicher U-Boot-Typ und eignete sich nicht für den vorgesehenen operativen Einsatz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDennoch lieferten die beiden Boote praktische Erfahrungen mit:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esehr kleinen U-Boot-Konstruktionen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eunterschiedlichen Heck- und Ruderanlagen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003egeräuscharmen Elektromotoren,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ekompakten Sonarsystemen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003enichtmagnetischen Werkstoffen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie dem Betrieb eines U-Bootes mit einer äußerst kleinen Besatzung.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie kurze Laufbahn zeigte zugleich die Grenzen bemannter Kleinst-U-Boote. Eine starke Bewaffnung, eine brauchbare Reichweite, leistungsfähige Sensoren und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ließen sich auf einem nur 23 Meter langen Boot kaum miteinander verbinden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eKameraden für Kameraden\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie HANS TECHEL und die FRIEDRICH SCHÜRER standen nur kurze Zeit im Dienst und gehörten nie zu den regulären Einsatzbooten der U-Boot-Flottille.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür ihre kleinen Besatzungen war der Dienst dennoch anspruchsvoll. Sechs Kameraden mussten auf engstem Raum sämtliche Aufgaben bewältigen, das Boot erproben und gleichzeitig mit technischen Problemen und schwierigen Seeeigenschaften umgehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 202 blieb eine kurze Episode in der Geschichte der Bundesmarine. Sie zeigte aber, welche Wege beim Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe untersucht und schließlich wieder verlassen wurden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Produkte zu den \u003cstrong\u003eU-Booten der Klasse 202\u003c\/strong\u003e erinnern an die Versuchsboote HANS TECHEL und FRIEDRICH SCHÜRER – und an die Kameraden, die diese ungewöhnlichen Kleinst-U-Boote erprobten.\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/U-Boote_Klasse_201.png?v=1785400648","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/u-boote-klasse-202.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}