{"title":"U-Boote Klasse 201","description":"\u003ch2\u003eU-Boote der Klasse 201 – Der Neubeginn der deutschen U-Boot-Waffe\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie U-Boote der \u003cstrong\u003eKlasse 201\u003c\/strong\u003e waren die ersten in Deutschland neu entwickelten und gebauten U-Boote nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit ihnen begann Anfang der 1960er-Jahre der Wiederaufbau der U-Boot-Waffe der Bundesmarine.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse sollte ein besonders kleines, schnelles und schwer zu ortendes Küsten-U-Boot hervorbringen. Eine wesentliche Neuerung war der Bau des Druckkörpers aus nichtmagnetischem Stahl. Dadurch sollten die Boote weniger empfindlich gegenüber Magnetminen sein und von magnetischen Ortungsgeräten gegnerischer U-Jagdkräfte schwerer erfasst werden können.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas technisch anspruchsvolle Vorhaben scheiterte jedoch zunächst an schweren Materialproblemen. Bereits kurz nach der Indienststellung traten Risse und Korrosionsschäden am verwendeten Stahl auf. Von ursprünglich zwölf geplanten Booten wurden deshalb nur drei Einheiten der Klasse 201 fertiggestellt:\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eU 1 – S 180\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eU 2 – S 181\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eU 3 – S 182\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 1 und U 2 mussten bereits nach etwas mehr als einem Jahr wieder außer Dienst gestellt werden. U 3 wurde zunächst von der norwegischen Marine erprobt und anschließend noch bis 1967 als Schulboot der Bundesmarine eingesetzt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eEntwicklung der Klasse 201\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eNach der Aufstellung der Bundesmarine im Jahr 1956 bestand ein großer Bedarf an modernen U-Booten für die Verteidigung der deutschen Küsten und der Ostseezugänge.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Bundesrepublik unterlag zu dieser Zeit noch internationalen Rüstungsbeschränkungen. Für deutsche U-Boote war zunächst eine maximale Standardverdrängung von 350 Tonnen vorgesehen. Der neue Entwurf musste deshalb klein bleiben und dennoch moderne Sensoren, Torpedobewaffnung, eine ausreichende Reichweite und eine hohe Unterwassergeschwindigkeit miteinander verbinden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 15. Januar 1958 wurde das Ingenieurkontor Lübeck unter der Leitung des U-Boot-Konstrukteurs \u003cstrong\u003eUlrich Gabler\u003c\/strong\u003e mit der Entwicklung beauftragt. Im März 1959 erhielt die Howaldtswerke AG in Kiel den Auftrag zum Bau von zunächst zwölf Booten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 201 war vor allem für den Einsatz in der Ostsee, den dänischen Meerengen und den küstennahen Gewässern der Nordsee vorgesehen. Dort sollten die Boote gegnerische Überwasserschiffe aufklären und mit Torpedos bekämpfen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eOptimiert für die Unterwasserfahrt\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eAnders als ältere U-Boote, die einen großen Teil ihrer Fahrt an der Wasseroberfläche zurücklegten, wurde die Klasse 201 von Beginn an stärker auf den getauchten Einsatz ausgerichtet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Rumpf war vergleichsweise klein und strömungsgünstig gestaltet. Die schmale Turmverkleidung und die kompakte Bauweise sollten den Wasserwiderstand verringern und eine hohe Unterwassergeschwindigkeit ermöglichen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGetaucht erreichten die Boote etwa \u003cstrong\u003e17 Knoten\u003c\/strong\u003e. Damit waren sie unter Wasser deutlich schneller als an der Oberfläche, wo die Höchstgeschwindigkeit bei ungefähr 10,7 Knoten lag. Diese Auslegung entsprach dem modernen Verständnis des U-Bootes als echtes Unterwasserfahrzeug und nicht mehr hauptsächlich als tauchfähiges Überwasserschiff.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eNichtmagnetischer Stahl\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie wichtigste technische Besonderheit der Klasse 201 war der aus nichtmagnetischem Stahl gefertigte Druckkörper.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMagnetminen reagieren auf Veränderungen des natürlichen Erdmagnetfeldes, die durch einen darüberfahrenden Stahlrumpf verursacht werden. Ein weitgehend unmagnetischer Bootskörper sollte das Risiko verringern, eine solche Mine auszulösen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZugleich erschwerte die geringe magnetische Signatur die Ortung durch U-Jagdflugzeuge und Hubschrauber, die mit magnetischen Detektoren ausgerüstet waren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür den Druckkörper wurde der österreichische Stahl \u003cstrong\u003eAM 10\u003c\/strong\u003e verwendet. Das Material erwies sich jedoch bereits nach kurzer Dienstzeit als ungeeignet. In den Tauchzellen und später auch in weiteren Bereichen wurden Risse und Korrosionsschäden festgestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDie Stahlkrise\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie ersten Schäden wurden im Sommer 1962 an U 1 entdeckt. Weitere Untersuchungen zeigten, dass auch andere Boote betroffen waren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer verwendete Stahl besaß nicht die für einen U-Boot-Druckkörper erforderliche Beständigkeit. Die damaligen Prüfverfahren hatten diese Schwächen vor dem Baubeginn nicht ausreichend erkennen lassen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie als \u003cstrong\u003eStahlkrise\u003c\/strong\u003e bekannt gewordene Entwicklung führte zu einem Baustopp und zu einem der ersten größeren Rüstungsskandale der jungen Bundeswehr. Zu diesem Zeitpunkt waren U 1, U 2 und U 3 bereits fertiggestellt. Auch mehrere im Bau befindliche Boote der nachfolgenden Klasse 205 waren betroffen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 1 und U 2 wurden bereits 1963 aus dem regulären Dienst genommen. U 3 durfte wegen der Materialprobleme zeitweise nur noch bis zu einer stark begrenzten Tiefe tauchen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTrotz des Rückschlags wurden die Entwicklungserfahrungen nicht aufgegeben. Verschiedene neue Stahlsorten wurden erprobt. Schließlich wurde mit \u003cstrong\u003ePN 18 S2\u003c\/strong\u003e ein geeigneter nichtmagnetischer Stahl gefunden, der bei späteren deutschen U-Boot-Klassen verwendet wurde.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBewaffnung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote verfügten über acht nach vorn gerichtete Torpedorohre im Kaliber \u003cstrong\u003e533 Millimeter\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDa aufgrund der geringen Größe kein Raum für Reservetorpedos vorhanden war, befand sich in jedem Rohr bereits eine Waffe. Insgesamt konnten somit acht Torpedos mitgeführt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAlternativ war die Aufnahme von bis zu 16 Seeminen möglich. Damit konnten die Boote neben der Bekämpfung gegnerischer Schiffe auch zum verdeckten Legen von Minensperren eingesetzt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei U 1 wurde zeitweise zusätzlich ein nach achtern gerichtetes Torpedorohr erprobt. Es diente Versuchen mit drahtgelenkten Torpedos, wurde jedoch nicht in die späteren Serienboote übernommen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eSensoren und Ortungsmittel\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 201 verfügte über Sonaranlagen zur Unterwasserortung, ein Sehrohr, Navigationsmittel und Einrichtungen zur Feuerleitung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Sonar war für ein U-Boot von besonderer Bedeutung. Da die Boote ihre Ziele möglichst unbemerkt unter Wasser verfolgen sollten, erfolgte die Aufklärung vor allem durch das Hören und Auswerten von Schiffsgeräuschen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÜber das Sehrohr konnten Ziele optisch beobachtet, Entfernungen geschätzt und Torpedoangriffe vorbereitet werden. Der Einsatz des Sehrohres musste jedoch möglichst kurz bleiben, da der aus dem Wasser ragende Mast vom Gegner entdeckt werden konnte.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e 201\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e konventionelles Küsten-U-Boot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAnzahl gebaut:\u003c\/strong\u003e drei\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eUrsprünglich geplant:\u003c\/strong\u003e zwölf\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauwerft:\u003c\/strong\u003e Howaldtswerke AG, Kiel\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauzeit:\u003c\/strong\u003e 1960 bis 1962\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eDienstzeit der Klasse:\u003c\/strong\u003e 1962 bis 1967\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e etwa 42,4 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e etwa 4,6 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e etwa 3,8 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung über Wasser:\u003c\/strong\u003e ungefähr 395 Tonnen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung getaucht:\u003c\/strong\u003e ungefähr 433 Tonnen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e 21 Soldaten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHöchstgeschwindigkeit über Wasser:\u003c\/strong\u003e etwa 10,7 Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHöchstgeschwindigkeit getaucht:\u003c\/strong\u003e etwa 17 Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eReichweite über Wasser:\u003c\/strong\u003e etwa 3.800 Seemeilen bei sechs Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eZulässige Tauchtiefe:\u003c\/strong\u003e ursprünglich etwa 100 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBewaffnung:\u003c\/strong\u003e acht Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eZuladung:\u003c\/strong\u003e acht Torpedos oder bis zu 16 Seeminen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAntrieb\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote besaßen einen diesel-elektrischen Antrieb.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei der Fahrt an der Oberfläche oder während des Schnorchelbetriebes erzeugten zwei Dieselgeneratoren den benötigten Strom. Dieser wurde zum Antrieb des Elektromotors und zum Laden der Batterien genutzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei vollständig getauchter Fahrt bezog der Elektromotor seine Energie ausschließlich aus den Batterien. Dadurch konnten die Boote unter Wasser nahezu geräuschlos fahren, waren jedoch durch die begrenzte Batteriekapazität in Reichweite und Fahrtdauer eingeschränkt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Elektromotor leistete rund 1.200 PS und wirkte auf eine einzelne Welle.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eLeben an Bord\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eMit einer Länge von nur rund 42 Metern und einer Besatzung von 21 Mann waren die U-Boote der Klasse 201 äußerst eng.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Torpedorohre, Batterien, Maschinenanlagen, Zentrale, Funk- und Sonargeräte, Kombüse sowie die Wohn- und Schlafplätze mussten auf kleinstem Raum untergebracht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003ePrivatsphäre gab es praktisch nicht. Viele Einrichtungen erfüllten mehrere Funktionen. Freie Kojen wurden im Wachwechsel von unterschiedlichen Besatzungsmitgliedern genutzt. Lebensmittel und persönliche Ausrüstung mussten in jedem verfügbaren Zwischenraum verstaut werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Luft an Bord war von Dieselgeruch, Maschinenöl, Batterien, Feuchtigkeit und den Ausdünstungen der Besatzung geprägt. Während längerer Tauchfahrten stiegen Kohlendioxidanteil, Wärme und Luftfeuchtigkeit spürbar an.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Dienst verlangte deshalb nicht nur technisches Können, sondern auch körperliche Belastbarkeit, Disziplin und eine besonders enge Kameradschaft.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eU 1 – S 180\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 1 war das Typschiff der Klasse 201.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot wurde am 8. Juni 1960 auf Kiel gelegt und lief am 21. Oktober 1961 vom Stapel. Die Taufe nahm die Ehefrau des früheren U-Boot-Kommandanten Otto Kretschmer vor. Das Boot führte als Wappen ein nach oben geöffnetes Hufeisen auf blauem Grund.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 20. März 1962 wurde U 1 beim \u003cstrong\u003e1. Ubootgeschwader in Kiel\u003c\/strong\u003e in Dienst gestellt. Bereits im Sommer desselben Jahres wurden jedoch die ersten Schäden am verwendeten Stahl entdeckt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 22. Juni 1963 wurde das Boot außer Dienst gestellt. Nach einem Umbau wurde U 1 von März 1965 bis März 1966 nochmals als Erprobungsträger für ein Hecktorpedorohr und drahtgelenkte Torpedos verwendet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAnschließend wurde das Boot ausgeschlachtet und verschrottet. Ein weitgehend neu gebautes U-Boot der Klasse 205 übernahm später erneut den Namen U 1.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eU 2 – S 181\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 2 wurde am 1. September 1960 auf Kiel gelegt und am 25. Januar 1962 getauft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot führte einen schwarzen Kater als Wappen und knüpfte damit an das frühere U 98 an. Am 3. Mai 1962 wurde U 2 beim 1. Ubootgeschwader in Kiel in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch an diesem Boot traten die durch den ungeeigneten Stahl verursachten Schäden auf. Bereits am 15. August 1963 wurde U 2 wieder außer Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot wurde später ausgeschlachtet und verschrottet. Ebenso wie bei U 1 wurde der Name anschließend von einem weitgehend neu gebauten Boot der Klasse 205 übernommen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eU 3 – S 182\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 3 wurde am 12. Oktober 1960 auf Kiel gelegt und am 7. Mai 1962 getauft. Patenstadt war \u003cstrong\u003eSt. Georgen im Schwarzwald\u003c\/strong\u003e, deren Wappen das Boot führte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNoch vor der Indienststellung in der Bundesmarine wurde das fertiggestellte Boot an die norwegische Marine ausgeliehen. Dort fuhr es von Juli 1962 bis Juni 1964 unter dem Namen \u003cstrong\u003eKNM KOBBEN\u003c\/strong\u003e und der Kennung S 310.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNorwegen nutzte das Boot zur Erprobung und zur Ausbildung eigener U-Boot-Besatzungen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen in die Entwicklung der norwegischen Kobben-Klasse 207 ein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWegen der inzwischen bekannten Stahlprobleme wurde die zulässige Tauchtiefe zunächst auf 40 Meter begrenzt. Bei einem unbemannten Absenkversuch im Oslofjord erreichte das Boot später eine Tiefe von 114 Metern, ohne unmittelbar erkennbare Schäden zu erleiden. Daraufhin wurde die zulässige Tauchtiefe wieder auf 100 Meter erhöht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNach der Rückgabe durch Norwegen wurde U 3 am 20. Juni 1964 bei der Bundesmarine in Dienst gestellt. Es gehörte zur Ubootlehrgruppe in Neustadt in Holstein und wurde hauptsächlich als Schulboot verwendet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 15. September 1967 wurde U 3 außer Dienst gestellt. Anschließend diente der Druckkörper noch für Festigkeits- und Ansprengversuche. Im Jahr 1970 wurde er bei einem Belastungstest im Druckdock des Marinearsenals Kiel bis zur Zerstörung geprüft und danach verschrottet.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung für Norwegen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Erprobung von U 3 durch die norwegische Marine war für die weitere Entwicklung deutscher U-Boote von großer Bedeutung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNorwegen benötigte einen Ersatz für seine älteren britischen und deutschen U-Boote. Da kein passender amerikanischer Typ verfügbar war, entschied sich das Land für eine veränderte Ausführung der deutschen Klasse 201.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAus dieser Zusammenarbeit entstand die \u003cstrong\u003eKlasse 207\u003c\/strong\u003e, die in Norwegen als Kobben-Klasse bekannt wurde. Sie war der erste größere Exporterfolg des westdeutschen U-Bootbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 207 wurde mit einem geeigneteren Druckkörperstahl gebaut und erwies sich als erfolgreich. Mehrere Boote dienten später auch in Dänemark und Polen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVom Fehlschlag zur Grundlage späterer Klassen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 201 blieb wegen der Stahlprobleme nur wenige Jahre im Dienst. Dennoch wäre es falsch, sie lediglich als gescheitertes Projekt zu betrachten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit ihr wurden grundlegende Konstruktionsmerkmale eingeführt, die den deutschen U-Bootbau über Jahrzehnte prägten:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eein kompakter, strömungsgünstiger Rumpf,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eeine starke Ausrichtung auf den Unterwassereinsatz,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eeine geringe magnetische Signatur,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ehohe Unterwassergeschwindigkeit,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eeine vergleichsweise kleine Besatzung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie der Einsatz in flachen und küstennahen Gewässern.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie bei Entwicklung, Bau und Erprobung gewonnenen Erfahrungen flossen unmittelbar in die Klassen 205 und 206 sowie in zahlreiche Export-U-Boote ein.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch der während der Stahlkrise gefundene amagnetische Stahl bildete eine wichtige Grundlage für spätere deutsche U-Boot-Generationen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbleib der Klasse\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eKeines der drei U-Boote der Klasse 201 ist erhalten geblieben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 1 und U 2 wurden nach ihrer kurzen Dienstzeit ausgeschlachtet und verschrottet. U 3 wurde nach seiner Verwendung als Schul- und Erprobungsboot bei Belastungstests zerstört und ebenfalls abgewrackt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDamit existiert heute kein vollständiges Originalboot dieser ersten deutschen Nachkriegs-U-Boot-Klasse mehr. Modelle, Fotografien, technische Unterlagen und Erinnerungsstücke bewahren jedoch die Geschichte der drei Boote.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eKameraden für Kameraden\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie U-Boote der Klasse 201 standen nur kurze Zeit im Dienst. Für die Besatzungen waren diese Jahre dennoch ein bedeutender Neubeginn.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Männer an Bord betraten technisch und organisatorisch weitgehend neues Gebiet. Sie erprobten die ersten deutschen U-Boot-Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg und sammelten Erfahrungen, auf denen alle späteren U-Boot-Klassen der Bundesmarine aufbauen konnten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Dienst auf den kleinen Booten verlangte technisches Verständnis, Vertrauen und eine besonders enge Gemeinschaft. Auf nur 42 Metern Länge war jeder Kamerad auf die zuverlässige Arbeit des anderen angewiesen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 201 erfüllte die Erwartungen an eine einsatzreife U-Boot-Serie nicht. Ihre technischen Probleme führten jedoch zu Erkenntnissen, die den deutschen U-Bootbau entscheidend weiterbrachten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Produkte zu den \u003cstrong\u003eU-Booten der Klasse 201\u003c\/strong\u003e erinnern an U 1, U 2 und U 3 – an den schwierigen Neubeginn der deutschen U-Boot-Waffe und an die Kameraden, die diese ersten Boote erprobten und auf ihnen ihren Dienst versahen.\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/U-Boote_Klasse_201_08120ae9-32b8-4596-ace1-d9376a80468b.png?v=1785399498","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/u-boote-klasse-201.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}