{"title":"U-Boote Klasse 205 mod.","description":"\u003ch2\u003eU-Boot-Klasse 205 – Küsten-U-Boote der Bundesmarine\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie U-Boote der Klasse 205 gehörten zu den ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland entwickelten und gebauten U-Booten. Sie entstanden für die besonderen Anforderungen der Bundesmarine und waren vor allem für den Einsatz in den flachen und stark gegliederten Gewässern der Ostsee vorgesehen. Mit ihrer kompakten Bauweise, ihrer hohen Unterwassergeschwindigkeit und ihrer geringen magnetischen Signatur bildeten sie eine wichtige Grundlage für den Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eEntwicklung und Bau\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 205 ging aus der unmittelbar vorausgegangenen Klasse 201 hervor. Bereits während des Baus der ersten neuen Küsten-U-Boote stellte die Bundesmarine zusätzliche militärische Anforderungen an Reichweite, Ortungsmittel, Bewaffnung und Einsatzfähigkeit. Der ursprüngliche Entwurf wurde deshalb ab dem vierten Boot grundlegend überarbeitet und als Klasse 205 weitergeführt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKonstruktion und Entwicklung lagen beim Ingenieurkontor Lübeck unter Leitung des international angesehenen U-Boot-Konstrukteurs Ulrich Gabler. Gebaut wurden die deutschen Boote bei den Howaldtswerken beziehungsweise den späteren Howaldtswerken-Deutsche Werft in Kiel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie ersten fünf Boote der Klasse waren:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 183 \/ U 4\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 184 \/ U 5\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 185 \/ U 6\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 186 \/ U 7\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 187 \/ U 8\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eSpäter folgten die verbesserten beziehungsweise modifizierten Boote:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 188 \/ U 9\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 189 \/ U 10\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 190 \/ U 11\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eS 191 \/ U 12\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eAuch U 1 und U 2, ursprünglich als Boote der Klasse 201 gebaut, wurden nach erheblichen technischen Problemen praktisch vollständig neu aufgebaut und anschließend in einer der Klasse 205 entsprechenden Ausführung wieder in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDie Stahlkrise\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Entwicklung der Klasse 205 war eng mit der sogenannten Stahlkrise der frühen deutschen U-Boot-Waffe verbunden. Bei den Booten der Klasse 201 und den bereits im Bau befindlichen ersten Einheiten der Klasse 205 zeigten sich Korrosionserscheinungen und Risse. Ursache war der verwendete amagnetische Stahl AM 10, dessen Eignung für den U-Boot-Bau überschätzt worden war.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie bereits weitgehend fertiggestellten U 4 bis U 8 wurden dennoch in Dienst gestellt. Verschiedene Schutzmaßnahmen wie besondere Anstriche, Spritzverzinkung und zusätzliche Opferanoden konnten die grundsätzlichen Materialprobleme jedoch nicht dauerhaft beseitigen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote unterlagen deshalb besonderen Sicherheitsbeschränkungen. Ihre Torpedorohre wurden später verschlossen, und sie dienten überwiegend als Schulboote bei der U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt in Holstein. Nach dem Zulauf der moderneren Klasse 206 wurden U 4 bis U 8 im Jahr 1974 außer Dienst gestellt und anschließend abgebrochen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDie verbesserten Boote U 9 bis U 12\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eFür U 9 bis U 12 wurden unterschiedliche amagnetische Stahlsorten erprobt. U 9 und U 10 entstanden aus AM 53, U 11 aus dem Stahl PN 18 S2 und U 12 aus Amanox 182 M 9.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBesonders der bei U 11 verwendete Stahl PN 18 S2 bewährte sich. Er wurde zur Grundlage für den Bau späterer deutscher U-Boot-Klassen und prägte damit die weitere Entwicklung des deutschen konventionellen U-Boot-Baus.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie späteren Boote erhielten außerdem einen strömungsgünstiger gestalteten Turm sowie verbesserte Ortungs- und Sonaranlagen. Sie waren voll einsatzfähige Kampfboote und blieben erheblich länger im Dienst als die ersten Einheiten der Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAuftrag und Einsatz\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer Schwerpunkt der Klasse 205 lag auf dem verdeckten Einsatz in Küstengewässern, insbesondere in der Ostsee und im Bereich der Ostseezugänge. Im Verteidigungsfall sollten die Boote gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und Landungsfahrzeuge bekämpfen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIhre geringe Größe und ihre vergleichsweise leise elektrische Fahrt ermöglichten es ihnen, auch in flachen Gewässern und in unmittelbarer Nähe gegnerischer Seeverbindungen zu operieren. Die aus amagnetischem Stahl gebauten Einheiten besaßen zudem eine geringe magnetische Signatur und waren dadurch schwerer durch Magnetminen oder entsprechende Ortungsverfahren zu erfassen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNeben der eigentlichen Kampfaufgabe wurden die Boote intensiv für Ausbildung, Übungen und taktische Erprobungen genutzt. Sie nahmen regelmäßig an nationalen und multinationalen Manövern in Nord- und Ostsee teil und trugen wesentlich zur Entwicklung der deutschen U-Boot-Taktik innerhalb der NATO bei.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbandszugehörigkeit und Heimathäfen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie einsatzfähigen Boote der Klasse 205 gehörten überwiegend zum 1. Ubootgeschwader. Ihr ursprünglicher Heimathafen war Kiel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie frühen, aufgrund der Stahlprobleme nur eingeschränkt verwendbaren Boote U 4 bis U 8 wurden später der U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt in Holstein zugeteilt und dort hauptsächlich für Ausbildungszwecke eingesetzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit der Verlegung der deutschen U-Boot-Flottille wechselten die noch vorhandenen Boote später nach Eckernförde. Dort dienten insbesondere U 11 und U 12 bis in die letzten Jahre ihrer außergewöhnlich langen Laufbahn.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBesondere Umbauten und Erprobungen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eMehrere Einheiten der Klasse 205 wurden während oder nach ihrer aktiven Dienstzeit für besondere Aufgaben umgebaut.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 1 diente ab Ende der 1980er-Jahre als Erprobungsträger für einen außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantrieb. Die dabei gewonnenen Erfahrungen bildeten eine wichtige technische Grundlage für die spätere Klasse 212A.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 11 erhielt eine zusätzliche schützende Außenhaut und wurde als Unterwasserziel für Torpedoschießübungen verwendet. Durch die besondere Konstruktion konnten Übungstorpedos das Boot treffen, ohne den eigentlichen Druckkörper zu beschädigen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 12 wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem Erprobungsträger für ein Schleppsonar umgebaut. Hierfür wurde das Boot verlängert und äußerlich deutlich verändert. Es erhielt seitliche Verkleidungen, eine auffällige Kuppel auf dem Vorschiff und geänderte Tiefenruder.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDiese Umbauten zeigen, dass die Klasse 205 nicht nur als Kampf- und Ausbildungsplattform diente, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung deutscher U-Boot-Technik leistete.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eErhaltene Boote\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDrei Boote der Klasse 205 blieben als Museumsschiffe erhalten:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eU 9 befindet sich im Technik Museum Speyer.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eU 10 ist im Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven ausgestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eU 11 kann im U-Boot-Museum Fehmarn im Hafen von Burgstaaken besichtigt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDamit gehören die Boote der Klasse 205 heute zu den wichtigsten erhaltenen Zeugnissen des Wiederaufbaus der deutschen U-Boot-Waffe nach dem Zweiten Weltkrieg.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung der Klasse\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 205 war eine technisch und historisch bedeutende Übergangsklasse. Ihre Entwicklung war zunächst von erheblichen Materialproblemen geprägt. Zugleich führten gerade die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu entscheidenden Fortschritten beim Bau amagnetischer U-Boote.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie verbesserten Einheiten U 9 bis U 12 bewährten sich über Jahrzehnte im Dienst. Mit der Erprobung neuer Stahlsorten, Sonarsysteme, Torpedoübungsverfahren und außenluftunabhängiger Antriebe leistete die Klasse einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der späteren deutschen U-Boot-Klassen 206, 206A und 212A.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 12 wurde am 21. Juni 2005 als letztes Boot der Klasse außer Dienst gestellt. Damit endete nach mehr als vier Jahrzehnten die aktive Geschichte einer U-Boot-Klasse, die den Neubeginn und die technische Weiterentwicklung der deutschen U-Boot-Waffe entscheidend mitgeprägt hatte.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVon Kameraden für Kameraden\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie U-Boote der Klasse 205 waren für ihre Besatzungen weit mehr als technische Versuchsträger oder kleine Küsten-U-Boote. Auf engstem Raum, bei langen Tauchfahrten und unter Bedingungen, die jedem Einzelnen höchste Konzentration abverlangten, entstanden ein besonderes Vertrauen und eine außergewöhnliche Kameradschaft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJeder Mann an Bord musste sich auf den anderen verlassen können. Die gemeinsame Zeit auf U 1, U 2 und U 4 bis U 12 bleibt deshalb für viele ehemalige U-Boot-Fahrer ein prägender Abschnitt ihres Lebens.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Artikel zur Klasse 205 erinnern an diese Boote, ihre Besatzungen und an eine Zeit, in der deutsche U-Boot-Technik nach schwierigen Anfängen erneut internationale Anerkennung fand.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eVon Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an die Boote, die Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten der Klasse 205\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e Konventionelles Küsten-U-Boot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eWerft:\u003c\/strong\u003e Howaldtswerke beziehungsweise Howaldtswerke-Deutsche Werft, Kiel\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKonstruktion:\u003c\/strong\u003e Ingenieurkontor Lübeck unter Ulrich Gabler\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e je nach Ausführung etwa 44 bis 46 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e etwa 4,60 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e etwa 3,8 bis 4,0 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung:\u003c\/strong\u003e etwa 419 bis 450 Tonnen aufgetaucht, etwa 455 bis 500 Tonnen getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAntrieb:\u003c\/strong\u003e Zwei Dieselgeneratoren und ein elektrischer Fahrmotor auf eine Welle\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLeistung des Fahrmotors:\u003c\/strong\u003e etwa 1.500 PS\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eGeschwindigkeit:\u003c\/strong\u003e etwa 10 Knoten aufgetaucht, bis zu 17 Knoten getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTauchtiefe:\u003c\/strong\u003e etwa 100 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBewaffnung:\u003c\/strong\u003e Acht Torpedorohre Kaliber 533 Millimeter, auch zur Minenverlegung geeignet\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e etwa 21 bis 22 Mann\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eUrsprünglicher Heimathafen:\u003c\/strong\u003e Kiel\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eSpätere Stationierung:\u003c\/strong\u003e unter anderem Neustadt in Holstein und Eckernförde\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eDienstzeit der deutschen Boote:\u003c\/strong\u003e 1962 bis 2005\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/U-Boote_Klasse_205_mod..png?v=1784280857","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/u-boot-klasse-205-mod.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}