Kategorie: P6089 S20 REIHER

Schnellboot S20 REIHER (P6089)

Geschichte

Die Reiher (S20) war ein Torpedo-Schnellboot der Klasse 140 (Jaguar-Klasse) und gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse. Die Boote dieser Gruppe trugen Vogelnamen und wurden dem 5. Schnellbootgeschwader zugeteilt. Die Reiher wurde am 15. September 1960 in Dienst gestellt.

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Das 5. Schnellbootgeschwader wurde am 1. Oktober 1959 in Neustadt in Holstein aufgestellt. Später verlegte das Geschwader nach Olpenitz. Die Boote des Geschwaders nahmen regelmäßig an Manövern und Auslandsreisen teil und bildeten über viele Jahre einen wichtigen Teil der Schnellbootwaffe der Bundesmarine.

Im Jahr 1971 wechselte die Reiher im Rahmen des bekannten Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader. Im Gegenzug gingen die besser erhaltenen Boote Iltis, Wolf, Tiger und Löwe vom 3. zum 5. Schnellbootgeschwader. Dieser Tausch stand im Zusammenhang mit der Umrüstung der Schnellbootwaffe auf die spätere Tiger-Klasse.

Am 21. September 1973 wurde die Reiher bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Reiher war als Torpedo-Schnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote der Jaguar-Klasse waren leicht gebaut, sehr schnell und für den Einsatz in Nord- und Ostsee ausgelegt. Sie erreichten Geschwindigkeiten von über 40 Knoten und verfügten über eine Bewaffnung aus Torpedos, Artillerie und Wasserbomben.

Eine belegte Besonderheit der Reiher ist ihre Patenschaft mit Trier. Diese Patenschaften waren an die Bootsnamen gebunden und wurden später teilweise auf Nachfolgeboote gleicher Namen übertragen.


Technische Daten

Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S20 / P6089
Indienststellung: 15. September 1960
Außerdienststellung: 21. September 1973

Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183–190 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Soldaten

Bewaffnung:

4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung optional anstelle der achteren Torpedorohre

 


Geschwaderzugehörigkeit

Die Reiher gehörte zunächst zum 5. Schnellbootgeschwader.

Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen des Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader.


Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DBTU.


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung am 21. September 1973 wurde die Reiher über die VEBEG verkauft. Weitere gesicherte Angaben zu einer späteren Nutzung übernehme ich hier nicht, solange sie nicht belastbar belegt sind.


Von Kameraden für Kameraden

Die Reiher gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders und wechselte später zum 3. Schnellbootgeschwader. Damit steht sie auch für jene Übergangszeit, in der die ältere Torpedoschnellbootgeneration nach und nach durch modernere Flugkörperschnellboote abgelöst wurde.

Für ihre Besatzungen bedeutete die Reiher Dienst auf engem Raum, schnelle Fahrt, kurze Reaktionszeiten und das Vertrauen in jeden Mann an Bord. Ihre Patenschaft mit Trier zeigt, dass diese Boote nicht nur technische Einheiten waren, sondern Namen mit Verbindung, Erinnerung und Geschichte trugen – von Kameraden für Kameraden.