Das 5. Schnellbootgeschwader war zunächst in Neustadt in Holstein beheimatet und wurde später nach Olpenitz verlegt. Die Kranich gehörte damit zu jener Gruppe von Schnellbooten, die über Jahre das Bild des 5. Schnellbootgeschwaders prägten.
Im Jahr 1971 wechselte die Kranich im Rahmen des bekannten Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader. Im Gegenzug gingen besser erhaltene Boote des 3. Schnellbootgeschwaders an das 5. Schnellbootgeschwader, um dort die Übergangszeit bis zur Einführung der neuen Schnellbootgeneration zu überbrücken.
Am 2. November 1973 wurde die Kranich außer Dienst gestellt. Anders als viele ihrer Schwesterschiffe wurde sie nicht an eine ausländische Marine abgegeben, sondern blieb als Museumsboot in Deutschland erhalten.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Kranich war wie alle Boote der Jaguar-Klasse für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote sollten mit hoher Geschwindigkeit angreifen, ihre Torpedos einsetzen und sich anschließend wieder lösen. Zusätzlich konnten sie zum Minenlegen eingesetzt werden.
Ihre Hauptbewaffnung bestand aus vier 533-mm-Torpedorohren und zwei 40-mm-Bofors-Geschützen. Die Klasse 140 war für den Einsatz in Nord- und Ostsee konzipiert und spielte während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle in der maritimen Bündnisverteidigung.
Eine besondere Stellung nimmt die Kranich durch ihren späteren Verbleib ein: Sie wurde nach ihrer aktiven Dienstzeit als Museumsboot in Bremerhaven erhalten. Damit gehörte sie zu den wenigen Booten der Klasse 140, die nach ihrer Außerdienststellung noch über Jahrzehnte sichtbar blieben.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S16 / P6083
Indienststellung: 19. Dezember 1959
Außerdienststellung: 2. November 1973
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183–190 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Soldaten
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung optional anstelle der achteren Torpedorohre
Geschwaderzugehörigkeit
Die Kranich gehörte zunächst zum 5. Schnellbootgeschwader.
Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen eines Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 2. November 1973 wurde die Kranich als Museumsboot in Bremerhaven erhalten. Im Mai 1974 wurde sie als Leihgabe an das Deutsche Schifffahrtsmuseum abgegeben. Später verschlechterte sich ihr Zustand erheblich. Eine Rettung durch den Förderverein Museums-Schnellboot e.V. gelang nicht. Am 12. Februar 2008 wurde das Boot zur Verschrottung nach Dänemark geschleppt.
Von Kameraden für Kameraden
Die Kranich war eines der Vogelboote der Jaguar-Klasse und gehörte zu jener Schnellbootgeneration, die den Dienst im 5. Schnellbootgeschwader und später auch im 3. Schnellbootgeschwader prägte. Ihre Geschichte endete nicht unmittelbar mit der Außerdienststellung, sondern blieb durch ihre Zeit als Museumsboot noch lange sichtbar.
Für ehemalige Schnellbootfahrer war die Kranich deshalb mehr als nur ein ausgemustertes Boot. Sie war ein greifbares Stück Erinnerung an eine Zeit, in der Schnellboote klein, schnell und fordernd waren – und in der Kameradschaft auf engem Raum jeden Tag gelebt wurde. Ihr späteres Ende erinnert zugleich daran, wie wichtig es ist, die Geschichte dieser Boote festzuhalten, solange sie noch erzählt werden kann – von Kameraden für Kameraden. ⚓