Mit ihrer hohen Geschwindigkeit, vier Torpedorohren und einer für den Einsatz in Nord- und Ostsee ausgelegten Konstruktion standen die Boote für den Wiederaufbau der deutschen Schnellbootwaffe nach dem Zweiten Weltkrieg.
Bau und Indienststellung
ALBATROS wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack unter der Baunummer 277 gebaut.
Am 27. Januar 1959 wurde das Boot als S 7 ALBATROS für die Bundesmarine in Dienst gestellt. Die internationale NATO-Kennung lautete P 6069, das Rufzeichen war DBOH.
ALBATROS war nach SEEADLER das zweite Boot der Klasse 141, das dem 2. Schnellbootgeschwader zulief.
Dienst im 2. Schnellbootgeschwader
Das 2. Schnellbootgeschwader war mit Wirkung vom 1. Juni 1958 aufgestellt worden. Sein erster Heimathafen war Wilhelmshaven. Es wurde vollständig mit den zehn Booten der Seeadler-Klasse ausgerüstet.
ALBATROS versah während seiner gesamten Dienstzeit seinen Dienst in diesem Verband. Der militärische Hauptauftrag bestand darin, gegnerische Überwasserstreitkräfte mit hoher Geschwindigkeit überraschend anzugreifen und mit Torpedos zu bekämpfen.
Zum regelmäßigen Dienstbetrieb gehörten unter anderem:
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Torpedo- und Artillerieschießen
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Gefechts- und Verbandsausbildung
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Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben
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nationale und internationale Manöver
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Ausbildungsfahrten in Nord- und Ostsee
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Hafenbesuche im In- und Ausland
Am 19. Juli 1959 gehörte ALBATROS gemeinsam mit den Schnellbooten LÖWE und FUCHS zu einem Verband, den Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß während einer mehrtägigen Besichtigungsfahrt besuchte.
Von Wilhelmshaven nach Olpenitz
In den ersten Dienstjahren war ALBATROS mit dem 2. Schnellbootgeschwader in Wilhelmshaven stationiert.
Im Zuge der Konzentration der Schnellbootverbände an der Ostsee verlegte das Geschwader zum 1. November 1970 nach Olpenitz. Von dort aus absolvierte ALBATROS die letzten Jahre seines aktiven Dienstes.
Die Verlegung spiegelte die zunehmende Bedeutung der Ostsee als Einsatzraum der deutschen Schnellbootverbände während des Kalten Krieges wider.
Patenschaft mit Remscheid
Patenstadt von S 7 ALBATROS war die nordrhein-westfälische Stadt Remscheid. Die Patenschaft ist sowohl in der Überlieferung des 2. Schnellbootgeschwaders als auch in einer späteren Aufstellung des Landtags Nordrhein-Westfalen dokumentiert.
Nach der Außerdienststellung von S 7 wurde die Verbindung mit dem Traditionsnamen fortgeführt: Auch das spätere Flugkörperschnellboot S 61 ALBATROS der Klasse 143 übernahm die Patenschaft mit Remscheid.
Außerdienststellung
Nach fast 17 Jahren im Dienst der Bundesmarine wurde P 6069 / S 7 ALBATROS am 19. Dezember 1975 außer Dienst gestellt.
ALBATROS gehörte damit zu den ersten Booten der Seeadler-Klasse, die aus dem aktiven Dienst ausschieden. Die Klasse 141 wurde im 2. Schnellbootgeschwader schrittweise durch die neuen Flugkörperschnellboote der Albatros-Klasse 143 ersetzt.
Abgabe an Griechenland
Nach der Außerdienststellung wurde ALBATROS zusammen mit den übrigen Booten der Klasse 141 an Griechenland abgegeben.
Anders als sieben seiner Schwesterboote wurde das ehemalige S 7 dort jedoch nicht mehr als aktives Schnellboot in Dienst gestellt. Es diente der griechischen Marine lediglich als Material- und Ersatzteilträger für die weiterverwendeten Boote der Klasse.
Ein griechischer Bootsname oder eine aktive griechische Kennung ist für das ehemalige ALBATROS daher nicht belegt.
Technische Daten der Klasse 141
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Typ: Torpedo-Schnellboot
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Klasse: 141, Seeadler-Klasse
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Werft: Lürssen, Bremen-Vegesack
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Baunummer: 277
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Länge: etwa 42,6 Meter
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Breite: etwa 7,1 Meter
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Tiefgang: etwa 2,3 Meter
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Einsatzverdrängung: etwa 190 Tonnen
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Antrieb: vier schnelllaufende Dieselmotoren auf vier Wellen
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Höchstgeschwindigkeit: über 40 Knoten
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Besatzung: etwa 39 Mann
Bewaffnung
Die ursprüngliche Bewaffnung der Klasse bestand aus:
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vier fest eingebauten Torpedorohren im Kaliber 53,3 Zentimeter
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zwei 40-mm-Bofors-Geschützen
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Vorrichtungen zur Mitführung und zum Einsatz von Wasserbomben
Da die Torpedorohre fest im Rumpf eingebaut waren, musste zum Zielen das gesamte Boot auf den berechneten Angriffskurs gebracht werden. Der Torpedoangriff verlangte daher präzise Navigation, hohe Geschwindigkeit und eng abgestimmte Zusammenarbeit auf der Brücke und in der Operationszentrale.
Von Kameraden für Kameraden
P 6069 / S 7 ALBATROS stand fast 17 Jahre im Dienst der Bundesmarine. Das Boot gehörte zu jener frühen Schnellbootgeneration, die den Aufbau der Bundesmarine mitprägte und über viele Jahre einen wesentlichen Teil der seegestützten Verteidigung in Nord- und Ostsee übernahm.
Unsere Artikel zu P 6069 / S 7 ALBATROS erinnern an das Boot, seine Besatzungen, die Patenstadt Remscheid und die Kameradschaft im 2. Schnellbootgeschwader.
Willkommen im Heimathafen der grauen Flotte.