Kategorie: SM-Boot M1097 LABOE

M 1097 LABOE – Schnelles Minensuchboot und Minenjagdboot der Kulmbach-Klasse

Bau und Indienststellung

M 1097 LABOE wurde auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg gebaut. Der Stapellauf erfolgte am 13. September 1988. Am 7. Dezember 1989 wurde das Boot als Schnelles Minensuchboot der Hameln-Klasse, Klasse 343, für die Bundesmarine in Dienst gestellt.

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Die LABOE führte das internationale Rufzeichen DRFK. Namensgeber war die am Ostufer der Kieler Förde gelegene Gemeinde Laboe, die zugleich die Patenschaft für das Boot übernahm.

Dienst als Schnelles Minensuchboot der Klasse 343

In ihrer ursprünglichen Ausführung gehörte die LABOE zu den zehn Schnellen Minensuchbooten der Hameln-Klasse. Diese Boote waren als vielseitige Minenabwehrfahrzeuge für die Bundesmarine entwickelt worden.

Zu ihren Aufgaben gehörten:

  • das mechanische und fernwirkende Räumen von Seeminen,

  • das Ausbringen eigener Minensperren,

  • die Sicherung von Häfen und Seewegen,

  • die Überwachung von Küsten- und Seegebieten,

  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Manövern.

Die Boote der Klasse 343 verfügten über einen Rumpf aus amagnetischem Stahl. Damit sollte das eigene Magnetfeld möglichst gering gehalten und die Gefährdung durch Magnetminen reduziert werden.

Für ein Minenabwehrboot war die LABOE vergleichsweise stark bewaffnet. Zur ursprünglichen Ausrüstung gehörten zwei 40-mm-Bofors-Geschütze sowie Flugabwehrwaffen und Handwaffen für den Eigenschutz.

Umbau zum Minenjagdboot der Klasse 333

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die zehn Boote der Hameln-Klasse für veränderte Aufgaben umgebaut.

Fünf Einheiten wurden zu Hohlstablenkbooten der Ensdorf-Klasse 352. Die anderen fünf Boote – darunter die LABOE – erhielten eine moderne Minenjagdausrüstung und bildeten anschließend die Kulmbach-Klasse, Klasse 333.

Während des Umbaus blieben die Boote formal im Dienst. Die LABOE wurde deshalb nicht erneut in Dienst gestellt. Für ihre gesamte Laufbahn gilt weiterhin der 7. Dezember 1989 als Indienststellungsdatum.

Beim Umbau entfiel die bisherige mechanische Minenräumausrüstung. An ihre Stelle traten ein hochauflösendes Minenjagdsonar und ferngelenkte Unterwasserfahrzeuge zur Identifizierung und Vernichtung von Minen. Die Fähigkeit zum Ausbringen von Seeminen blieb grundsätzlich erhalten.

Aufgabe als Minenjagdboot

Als Minenjagdboot suchte die LABOE den Meeresboden systematisch nach verdächtigen Objekten ab. Mithilfe des Minenjagdsonars konnten mögliche Seeminen geortet und ihre Positionen genau bestimmt werden.

Zur weiteren Untersuchung und Bekämpfung wurden Unterwasserdrohnen des Typs SEEFUCHS eingesetzt.

Dabei gab es zwei grundlegende Varianten:

  • wiederverwendbare Drohnen zur Identifizierung eines Unterwasserobjekts,

  • Einwegdrohnen mit Sprengladung zur Vernichtung einer bestätigten Mine.

Die Identifizierungsdrohne verfügte über eine Kamera und ein Sonargerät. Wurde ein Objekt als Mine erkannt, konnte eine mit Sprengstoff ausgerüstete Drohne zum Ziel gelenkt und dort zur Detonation gebracht werden.

Dieses Verfahren erlaubte eine gezielte Minenbekämpfung, ohne dass das Boot die erkannte Mine unmittelbar überlaufen musste.

Bewaffnung und Eigenschutz

Nach dem Umbau zur Klasse 333 behielt die LABOE zunächst ihre beiden 40-mm-Bofors-Geschütze. Später wurden die älteren Waffen durch zwei moderne 27-mm-Marineleichtgeschütze MLG 27 ersetzt.

Zur weiteren Ausstattung gehörten:

  • Flugabwehrwaffen des Typs Stinger,

  • schwere und leichte Maschinengewehre,

  • Gewehre, Pistolen und Signalwaffen für Wach- und Sicherungsaufgaben.

Die vergleichsweise umfangreiche Bewaffnung ermöglichte es der LABOE, neben der eigentlichen Minenjagd auch Aufgaben der Seeraumüberwachung und Sicherung wahrzunehmen.

Verbandszugehörigkeit und Heimathafen

Die LABOE gehörte zum 3. Minensuchgeschwader und war in Kiel stationiert.

Neben ihrer nationalen Ausbildung nahm sie an multinationalen Übungen und zeitweilig auch an Einsätzen außerhalb der klassischen Minenjagd teil. Die hohe Geschwindigkeit und die leistungsfähigen Radaranlagen der Klasse machten die Boote auch für die Überwachung größerer Seegebiete geeignet.

UNIFIL-Einsatz vor dem Libanon

Zu den wichtigsten Einsatzabschnitten der LABOE gehörte die Beteiligung an der maritimen Komponente der UN-Mission UNIFIL vor der Küste des Libanon.

Im Jahr 2008 wurde das Minenjagdboot gemeinsam mit dem Hohlstablenkboot M 1090 PEGNITZ im östlichen Mittelmeer eingesetzt. Die deutschen Marineeinheiten operierten von Limassol auf Zypern aus.

Ihre Hauptaufgabe bestand darin, den Seeraum vor der libanesischen Küste zu überwachen und den unerlaubten Transport von Waffen auf dem Seeweg zu verhindern. Die Boote kontrollierten dabei Schiffsbewegungen und meldeten verdächtige Kontakte an die zuständigen Stellen.

Im November 2008 kehrte die LABOE nach Kiel zurück. Die Marine hob besonders die Schnelligkeit und die Fähigkeiten des Bootes zur Seeraumüberwachung hervor. Während dieses Einsatzabschnittes bestand die Besatzung aus 45 Soldatinnen und Soldaten.

Rettungs- und Hilfeleistungseinsätze

Bei der späteren Außerdienststellung wurde auch an Rettungsaktionen erinnert, an denen die LABOE während ihrer Dienstzeit im Mittelmeer beteiligt gewesen war.

Die öffentlich zugängliche Dokumentation der Patengemeinde nennt diese Hilfeleistungen ausdrücklich, enthält jedoch keine ausreichend präzise und vollständige Darstellung der einzelnen Ereignisse. Für den Schiffsfinder sollten deshalb keine konkreten Zahlen, Schiffsbezeichnungen oder Abläufe genannt werden, solange dafür keine belastbarere Einsatzdokumentation vorliegt.

Patenschaft mit der Gemeinde Laboe

Zwischen der Besatzung und der Gemeinde Laboe bestand über mehr als 20 Jahre eine enge Patenschaft.

Besatzungsmitglieder besuchten regelmäßig die Patengemeinde, während Vertreter der Gemeinde und der örtlichen Marinekameradschaft an Bordveranstaltungen und wichtigen Ereignissen des Bootes teilnahmen.

Die Patenschaft entwickelte sich zu einer dauerhaften Verbindung zwischen der Bevölkerung Laboes und den wechselnden Besatzungen des Minenjagdbootes. Viele persönliche Kontakte blieben über die eigentliche Dienstzeit hinaus bestehen.

Außerdienststellung

Am 28. März 2012 wurde M 1097 LABOE im Marinearsenal Wilhelmshaven außer Dienst gestellt.

Die Außerdienststellung erfolgte gemeinsam mit dem Schwesterboot M 1091 KULMBACH. Vertreter der Patenstädte, ehemalige Besatzungsmitglieder und Angehörige der Marine nahmen an der Zeremonie teil.

Mit dem Niederholen der Bundesdienstflagge endete nach mehr als 22 Jahren die aktive Dienstzeit der LABOE. Als Erinnerungsstück wurde die Schiffsglocke an die Patengemeinde übergeben. Ehemalige Besatzungsmitglieder und Vertreter der Gemeinde trugen sich außerdem in das Goldene Buch der Gemeinde Laboe ein.

Verbleib

Nach der Außerdienststellung wurde die ehemalige LABOE zunächst als Auflieger im Marinearsenal Wilhelmshaven geführt. Das Historische Marinearchiv nennt diesen Zustand ausdrücklich als dokumentierten Verbleib unmittelbar nach dem Ende der aktiven Dienstzeit.

Ein späterer endgültiger Verbleib durch Verkauf, weitere Verwendung oder Verschrottung ist in den ausgewerteten Quellen nicht zweifelsfrei dokumentiert.

 

Technische Daten

Kennung: M 1097
Name: LABOE
Internationales Rufzeichen: DRFK
Ursprüngliche Klasse: Hameln-Klasse, Klasse 343
Spätere Klasse: Kulmbach-Klasse, Klasse 333
Typ: Schnelles Minensuchboot, später Minenjagdboot
Bauwerft: Kröger-Werft, Schacht-Audorf
Baunummer: 3543 beziehungsweise 13543
Stapellauf: 13. September 1988
Indienststellung: 7. Dezember 1989
Außerdienststellung: 28. März 2012
Heimathafen: Kiel
Verbandszugehörigkeit: 3. Minensuchgeschwader
Rumpf: amagnetischer Stahl
Länge: 54,4 Meter
Breite: 9,2 Meter
Tiefgang: etwa 2,5 Meter
Einsatzverdrängung: etwa 635 Tonnen
Antrieb: zwei MTU-Dieselmotoren
Gesamtleistung: etwa 4.480 Kilowatt
Höchstgeschwindigkeit: etwa 18 Knoten
Besatzung: regulär etwa 37 Soldaten, abhängig vom Auftrag zeitweise mehr
Minenjagdausrüstung: Minenjagdsonar und SEEFUCHS-Unterwasserdrohnen
Bewaffnung: zunächst zwei 40-mm-Bofors-Geschütze, später zwei 27-mm-Marineleichtgeschütze sowie Stinger-Flugabwehrwaffen und Handwaffen