Kategorie: P6154 S54 ELSTER

Schnellboot S54 ELSTER (P6154)

Geschichte

Die Elster (S54) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse). Sie gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz zugeteilt. Die Elster wurde am 14. November 1974 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der klassische Torpedoangriff, sondern der Einsatz des Seezielflugkörpers MM38 Exocet. Die Boote waren für schnelle Angriffe gegen gegnerische Überwassereinheiten, Seeraumüberwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.

Die Elster gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S52 Storch, S53 Pelikan, S55 Alk, S56 Dommel, S57 Weihe, S58 Pinguin, S59 Reiher und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 27. August 1997 wurde die Elster bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt und anschließend an Chile verkauft.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Elster war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Die Elster wird in Darstellungen gemeinsam mit S60 Kranich als Boot des 5. Schnellbootgeschwaders gezeigt. Solche Darstellungen sind für uns hilfreich, weil sie zeigen, wie stark die 148er durch Mast, Bewaffnung und spätere Ausrüstung das typische Bild der Olpenitzer Schnellboote prägten.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S54 / P6154
Indienststellung: 14. November 1974
Außerdienststellung: 27. August 1997

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,1–2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Elster gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.

Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Elster nicht anzusetzen, da sie am 27. August 1997 außer Dienst gestellt und anschließend nach Chile abgegeben wurde.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBN. In älteren Übersichten erscheint außerdem das frühere Rufzeichen DSKN.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Elster an Chile verkauft und dort als Orella (LM-37) weitergeführt. Die chilenische Außerdienststellung wird in Übersichten mit Dezember 2014 angegeben.

Von Kameraden für Kameraden

Die Elster gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und steht damit für die zweite Gruppe der Tiger-Klasse. Sie war Teil jener Generation, mit der das 5. Schnellbootgeschwader endgültig in die Zeit moderner Flugkörpertechnik geführt wurde.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Elster hohe Fahrt, enge Räume, starke Maschinen, moderne Waffenanlage und Kameradschaft auf engem Raum. Als Olpenitzer Schnellboot erinnert sie an eine Zeit, in der die Boote der Klasse 148 über viele Jahre das Bild der Schnellbootwaffe der Bundesmarine prägten – von Kameraden für Kameraden.