{"title":"U 189 U-Boot 10","description":"\u003ch2\u003eU 189 U-Boot 10 – Küsten-U-Boot der Klasse 205\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eU 189 U-Boot 10 war ein konventionelles Küsten-U-Boot der verbesserten Klasse 205. Das Boot gehörte zu den Einheiten, bei deren Bau die Erfahrungen aus der Stahlkrise der ersten deutschen U-Boot-Neubauten berücksichtigt wurden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 stand vom 28. November 1967 bis zum 16. Februar 1993 im Dienst der Bundesmarine. Während seiner mehr als 25-jährigen Laufbahn diente es im 1. Ubootgeschwader, nahm an zahlreichen Ausbildungsfahrten und Übungen teil und war zunächst in Kiel, später in Eckernförde stationiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eHeute ist U 189 U-Boot 10 als Museumsschiff im Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven erhalten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBau und Indienststellung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 wurde bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 15. Juli 1965, der Stapellauf am 5. Juni 1967.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 28. November 1967 wurde das Boot unter der Kennung S 189 als U-Boot 10 für die Bundesmarine in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 gehörte gemeinsam mit U-Boot 9, U-Boot 11 und U-Boot 12 zur verbesserten Ausführung der Klasse 205. Diese Boote werden auch als Klasse 205 mod oder U-Boot-9-Klasse bezeichnet.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbesserte Ausführung der Klasse 205\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie frühen Boote der Klasse 205 waren aus dem amagnetischen Stahl AM 10 gebaut worden. Dieser Werkstoff erwies sich jedoch als nicht ausreichend korrosionsbeständig und führte zu Rissen und erheblichen Einsatzbeschränkungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Bau der weiteren Einheiten wurde deshalb zunächst unterbrochen. Für die späteren Boote wurden verschiedene neue amagnetische Stahlsorten erprobt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 wurde wie sein Schwesterboot U-Boot 9 aus dem Stahl AM 53 gefertigt. Dieser Werkstoff bewährte sich deutlich besser als der bei den ersten Booten verwendete Stahl und ermöglichte eine langjährige operative Nutzung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie verbesserte Klasse 205 erhielt außerdem einen strömungsgünstiger gestalteten Turm. Der veränderte Aufbau reduzierte den Wellenwiderstand insbesondere während der Schnorchelfahrt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf dem Vorschiff befand sich ein zusätzlicher Hüllkörper für einen Schwinger der DUUX-2A-Anlage. Dieses Passivsonar diente der Entfernungsmessung zu georteten Zielen. Weitere Sonarschwinger waren im vorderen und hinteren Bereich des Turmaufbaus untergebracht.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAuftrag\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 war vor allem für den Einsatz in der Ostsee und im Bereich der westlichen Ostseezugänge vorgesehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Verteidigungsfall sollten die kleinen deutschen U-Boote gegnerische Kriegsschiffe, Nachschubverbände und Landungsfahrzeuge bekämpfen. Damit leisteten sie einen Beitrag zum Schutz der Ostseezugänge und der nördlichen NATO-Flanke.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie geringe Größe des Bootes erlaubte das verdeckte Operieren in flachen und stark gegliederten Küstengewässern. Seine geringe magnetische Signatur erschwerte zugleich die Ortung durch magnetische Sensoren und verringerte die Gefährdung durch Magnetminen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBewaffnung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Bewaffnung von U-Boot 10 bestand aus acht fest im Bug eingebauten Torpedorohren im Kaliber 533 Millimeter.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAus diesen Rohren konnten sowohl Torpedos als auch Seeminen ausgestoßen werden. Ein Nachladen der Rohre innerhalb des Bootes war nicht möglich. Neue Torpedos oder Minen mussten daher von außen übernommen werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer begrenzte Vorrat entsprach dem geplanten Einsatzprofil als kleines Küsten-U-Boot, das verdeckt an gegnerische Seeverbindungen herangeführt werden sollte.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAntrieb und Fahrleistungen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 besaß einen diesel-elektrischen Antrieb.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZwei Dieselmotoren trieben Generatoren an, die elektrischen Strom für die Batterien und den Fahrmotor erzeugten. Der elektrische Fahrmotor wirkte über eine einzelne Welle auf den Propeller.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei Unterwasserfahrt wurde der Motor aus den Batterien gespeist. Während der Schnorchelfahrt konnten die Dieselmotoren betrieben werden, obwohl sich das Boot weitgehend unter Wasser befand.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 erreichte aufgetaucht eine Geschwindigkeit von etwa zehn Knoten. Unter Wasser waren bis zu 17 Knoten möglich. Damit war das Boot getaucht deutlich schneller als während der Überwasserfahrt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDienst im 1. Ubootgeschwader\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eNach seiner Indienststellung wurde  U189 U-Boot 10 dem 1. Ubootgeschwader zugeteilt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer ursprüngliche Heimathafen war Kiel. Von dort aus nahm das Boot an Ausbildungsfahrten, Geschwaderübungen und gemeinsamen Vorhaben mit deutschen und verbündeten Marineeinheiten teil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie kleinen U-Boote der Klasse 205 galten bei U-Jagdübungen als besonders anspruchsvolle Gegner. Ihre geringe Größe, die niedrige Silhouette und die vergleichsweise leise Unterwasserfahrt erschwerten ihre Ortung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 wurde dabei nicht nur zur Ausbildung der eigenen Besatzung eingesetzt. Das Boot diente zugleich Überwasserschiffen, Marinefliegern und anderen U-Booten als Übungsgegner.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit der späteren Verlegung der deutschen U-Boot-Verbände wechselte auch U-Boot 10 von Kiel nach Eckernförde.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eSchutz der NATO-Nordflanke\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer militärische Auftrag von U-Boot 10 war eng mit der Lage während des Kalten Krieges verbunden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNeben der Verteidigung der Ostseezugänge gehörte der Schutz der nördlichen NATO-Flanke zu den vorgesehenen Aufgaben. Dazu zählten insbesondere die Seewege im Bereich der dänischen Meerengen und entlang der norwegischen Küste.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Ernstfall hätten kleine deutsche U-Boote gegnerische Verbände frühzeitig aufklären und bekämpfen sollen. Ihre Bauweise war speziell auf Einsätze in diesen räumlich begrenzten und teilweise flachen Seegebieten abgestimmt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNach dem Ende des Kalten Krieges verlagerten sich die Einsatzräume und Anforderungen der Deutschen Marine zunehmend. Für längere Operationen in weiter entfernten Seegebieten waren die kleinen Küsten-U-Boote nur eingeschränkt geeignet.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eLeben und Arbeiten an Bord\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzung von U 189 U-Boot 10 bestand aus 22 Mann.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie räumlichen Verhältnisse an Bord waren äußerst beengt. Schlafplätze, Aufenthaltsbereiche, Gefechtsstationen und technische Anlagen lagen unmittelbar nebeneinander.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin großer Teil der Besatzung teilte sich die vorhandenen Kojen im Wechsel. Während ein Kamerad Wache ging, konnte ein anderer seinen Schlafplatz nutzen. Persönlicher Stauraum war nur in sehr geringem Umfang vorhanden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch der Kommandant verfügte lediglich über eine kleine Einzelkoje. Privatsphäre gab es an Bord praktisch nicht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDiese Bedingungen verlangten Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme und ein außergewöhnlich enges Zusammenwirken aller Besatzungsmitglieder.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAußerdienststellung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 189 U-Boot 10 wurde am 16. Februar 1993 nach mehr als 25 Jahren im Dienst außer Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie politische und militärische Lage hatte sich nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges grundlegend verändert. Gleichzeitig standen modernere U-Boote für die verbliebenen Aufgaben zur Verfügung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 10 wurde jedoch nicht verschrottet. Das Boot blieb vollständig erhalten und wurde für die museale Präsentation übernommen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eMuseumsschiff in Wilhelmshaven\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 189 U-Boot 10 gehört zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken des Deutschen Marinemuseums in Wilhelmshaven.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot war bereits bei der Eröffnung des Museums im Jahr 1998 Teil der Ausstellung. Heute liegt es im Museumshafen auf dem Trockenen und kann von Besuchern vollständig durchquert werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Rundgang beginnt im Bugtorpedoraum und führt durch die Wohn-, Kommando- und Maschinenräume bis in den hinteren Teil des Bootes.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDadurch werden die besonderen Arbeits- und Lebensbedingungen einer U-Boot-Besatzung unmittelbar erlebbar. Die Enge an Bord, die Nähe der Schlafplätze zu den Gefechtsstationen und die Vielzahl technischer Anlagen vermitteln einen authentischen Eindruck vom Alltag der Besatzung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung von U-Boot 10\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU 189 U-Boot 10 steht für die erfolgreiche Weiterentwicklung des deutschen U-Boot-Baus nach den Problemen der frühen Nachkriegsboote.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Einsatz des verbesserten amagnetischen Stahls AM 53 ermöglichte eine lange operative Laufbahn. Der veränderte Turmaufbau, die weiterentwickelten Sonaranlagen und die guten Unterwasserfahreigenschaften machten das Boot zu einem leistungsfähigen Küsten-U-Boot.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMehr als ein Vierteljahrhundert lang diente U-Boot 10 der Ausbildung, der Einsatzbereitschaft und der taktischen Weiterentwicklung der deutschen U-Boot-Waffe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDurch seinen Erhalt im Deutschen Marinemuseum ist das Boot zugleich ein wichtiges Zeugnis der Bundesmarine während des Kalten Krieges.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVon Kameraden für Kameraden\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer Dienst auf U 189 U-Boot 10 bedeutete Leben und Arbeiten auf engstem Raum. Jeder Kamerad trug Verantwortung für die Sicherheit des Bootes und für die Männer an seiner Seite.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWährend langer Tauchfahrten, bei Übungen und im täglichen Bordbetrieb musste sich jeder auf den anderen verlassen können. Fehler oder Unaufmerksamkeit konnten auf einem U-Boot schwerwiegende Folgen haben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAus dieser besonderen Verantwortung entstand eine Kameradschaft, die viele ehemalige Besatzungsmitglieder weit über ihre gemeinsame Dienstzeit hinaus miteinander verband.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür die früheren U-Boot-Fahrer ist U 189 heute nicht nur ein Ausstellungsstück im Deutschen Marinemuseum. Es bleibt ihr Boot, ihr Arbeitsplatz und für einen prägenden Abschnitt ihres Lebens ihr gemeinsames Zuhause unter Wasser.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Artikel zu U-Boot 10 erinnern an das Boot, seine Besatzungen und an alle Kameraden, die zwischen 1967 und 1993 auf S 189 gefahren sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eVon Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKennung:\u003c\/strong\u003e U 189\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBezeichnung:\u003c\/strong\u003e U-Boot 10\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e Klasse 205 mod\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBaulos:\u003c\/strong\u003e Zweites Baulos\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e Konventionelles Küsten-U-Boot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauwerft:\u003c\/strong\u003e Howaldtswerke, Kiel\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKiellegung:\u003c\/strong\u003e 15. Juli 1965\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eStapellauf:\u003c\/strong\u003e 5. Juni 1967\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eIndienststellung:\u003c\/strong\u003e 28. November 1967\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAußerdienststellung:\u003c\/strong\u003e 16. Februar 1993\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBaumaterial:\u003c\/strong\u003e Amagnetischer Stahl AM 53\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e etwa 44 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e etwa 4,6 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e etwa 4 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung:\u003c\/strong\u003e etwa 419 Tonnen aufgetaucht und 455 bis 495 Tonnen getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAntrieb:\u003c\/strong\u003e Zwei Dieselgeneratoren und ein elektrischer Fahrmotor auf eine Welle\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eDieselleistung:\u003c\/strong\u003e Insgesamt etwa 1.200 PS\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLeistung des Fahrmotors:\u003c\/strong\u003e etwa 1.500 PS\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eGeschwindigkeit:\u003c\/strong\u003e etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTauchtiefe:\u003c\/strong\u003e etwa 100 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBewaffnung:\u003c\/strong\u003e Acht Torpedorohre im Kaliber 533 Millimeter, auch zum Legen von Seeminen geeignet\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eOrtungsanlage:\u003c\/strong\u003e Unter anderem DUUX-2A-Passivsonar\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e 22 Mann\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerbandszugehörigkeit:\u003c\/strong\u003e 1. Ubootgeschwader\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHeimathäfen:\u003c\/strong\u003e Kiel, später Eckernförde\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerbleib:\u003c\/strong\u003e Museumsschiff im Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/S189_U-Boot_10.png?v=1784367914","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/s-189-u-boot-10.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}