{"title":"U 184 U-Boot 5","description":"\u003ch2\u003eU 184 U-Boot 5 – Küsten-U-Boot der Klasse 205\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eU 184 U-Boot 5 war ein konventionelles Küsten-U-Boot der Klasse 205 und gehörte zu den ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland neu gebauten U-Booten. Das kompakte Boot war vor allem für den Einsatz in den flachen und stark gegliederten Gewässern der Ostsee vorgesehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 stand vom 4. Juli 1963 bis zum 17. Mai 1974 im Dienst der Bundesmarine. Wie seine Schwesterboote U-Boot 4 bis U-Boot 8 war seine Laufbahn jedoch wesentlich von den Problemen des beim Bau verwendeten amagnetischen Stahls geprägt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBau und Indienststellung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 wurde bei den Howaldtswerken in Kiel gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 1. Juni 1961, der Stapellauf am 20. November 1962.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm 4. Juli 1963 wurde das Boot unter der Kennung U 184 als U-Boot 5 für die Bundesmarine in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUrsprünglich waren die ersten Boote dieser Baureihe noch im Rahmen des Bauprogramms der Klasse 201 vorgesehen. Aufgrund zusätzlicher militärischer Anforderungen wurde der Entwurf jedoch umfassend überarbeitet. Die ab U-Boot 4 gebauten Einheiten wurden deshalb als neue Klasse 205 geführt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAuftrag\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 war für den Einsatz als kleines Küsten-U-Boot in der Ostsee und im Bereich der Ostseezugänge konstruiert worden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Verteidigungsfall sollten die Boote gegnerische Überwassereinheiten, Nachschubverbände und mögliche Landungsverbände bekämpfen. Durch ihre geringe Größe konnten sie auch in vergleichsweise flachen Küstengewässern eingesetzt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Bewaffnung bestand ursprünglich aus acht im Bug angeordneten Torpedorohren im Kaliber 533 Millimeter. Neben dem Einsatz von Torpedos war grundsätzlich auch das Legen von Seeminen möglich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie geringe magnetische Signatur des Bootes sollte außerdem die Gefährdung durch Magnetminen reduzieren und seine Ortung durch magnetische Suchverfahren erschweren.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDie Stahlproblematik\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 gehörte zum ersten Baulos der Klasse 205 und wurde aus dem amagnetischen Stahl AM 10 gefertigt. Dieser Werkstoff sollte die Boote besonders unempfindlich gegenüber Magnetminen und magnetischen Ortungsverfahren machen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBereits bei den ersten deutschen U-Boot-Neubauten zeigten sich jedoch erhebliche Korrosionserscheinungen und Risse. Der Stahl erwies sich als nicht ausreichend widerstandsfähig gegen die beim U-Boot-Betrieb auftretenden Belastungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAls die später als Stahlkrise bezeichneten Probleme erkannt wurden, befand sich U-Boot 5 bereits in einem weit fortgeschrittenen Bauzustand. Die Bundesmarine entschied deshalb, das Boot fertigzustellen und in Dienst zu stellen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZur Eindämmung der Korrosion wurden verschiedene Schutzmaßnahmen erprobt. Dazu gehörten besondere Beschichtungen, Spritzverzinkungen und zusätzliche Opferanoden. Diese Maßnahmen konnten das grundlegende Materialproblem jedoch nicht dauerhaft beheben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Einsatz von U-Boot 5 unterlag deshalb besonderen Sicherheitsbeschränkungen. Eine uneingeschränkte Verwendung als reguläres Kampfboot war nicht mehr möglich.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eEinsatz im 1. Ubootgeschwader\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eNach seiner Indienststellung wurde U 184 U-Boot 5 zunächst dem 1. Ubootgeschwader in Kiel zugeteilt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Geschwader bildete den Kern der neu aufgebauten U-Boot-Waffe der Bundesmarine. Die Besatzungen sammelten mit den frühen Neubauten wichtige Erfahrungen in der Ausbildung, im technischen Betrieb sowie bei der Entwicklung von Einsatzverfahren für kleine konventionelle U-Boote.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAufgrund der Materialprobleme blieb die reguläre Einsatzfähigkeit von U-Boot 5 jedoch eingeschränkt. Das Boot konnte nicht in dem Umfang für operative Aufgaben genutzt werden, wie es ursprünglich vorgesehen war.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerwendung als Schulboot\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 wurde später zur Ubootlehrgruppe nach Neustadt in Holstein verlegt und dort vorwiegend als Schul- und Ausbildungsboot eingesetzt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWie bei den übrigen Booten des ersten Bauloses wurden die Torpedorohre dichtgesetzt. Damit war U-Boot 5 nicht mehr für den scharfen Torpedoeinsatz vorgesehen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTrotz dieser Einschränkungen erfüllte das Boot eine wichtige Aufgabe. An Bord konnten angehende U-Boot-Fahrer mit den besonderen Arbeitsabläufen und Lebensbedingungen auf einem kleinen Unterseeboot vertraut gemacht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzungen übten unter anderem das Zusammenwirken der verschiedenen Stationen, das Fahren über und unter Wasser sowie den Umgang mit den technischen Anlagen des Bootes.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU-Boot 5 trug damit wesentlich zur Ausbildung des Personals bei, das später auf den verbesserten Booten der Klasse 205 und auf den neu zulaufenden U-Booten der Klasse 206 eingesetzt wurde.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbandszugehörigkeit und Heimathäfen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eWährend seiner Dienstzeit gehörte U-Boot 5 zunächst zum 1. Ubootgeschwader in Kiel.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNach der Einschränkung seiner operativen Verwendbarkeit wurde das Boot der Ubootlehrgruppe in Neustadt in Holstein zugeteilt. Neustadt wurde damit zum prägenden Stationierungsort seiner späteren Dienstjahre.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Verbandszugehörigkeit von U-Boot 5 lässt sich daher in zwei wesentliche Phasen gliedern:\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003e1. Ubootgeschwader in Kiel\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003eEinsatz nach der Indienststellung und Beteiligung am Aufbau der neuen U-Boot-Waffe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eUbootlehrgruppe in Neustadt in Holstein\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003eVerwendung als Schul- und Ausbildungsboot unter besonderen Sicherheitsbeschränkungen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAußerdienststellung und Verbleib\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eMit der Indienststellung der moderneren U-Boote der Klasse 206 standen der Bundesmarine technisch zuverlässigere und vollständig einsatzfähige Boote zur Verfügung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eU 184 U-Boot 5 wurde am 17. Mai 1974 nach fast elfjähriger Dienstzeit außer Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot wurde anschließend aus dem Bestand der Bundesmarine ausgesondert und verschrottet. U-Boot 5 blieb daher nicht als Museumsschiff erhalten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSeine historische Bedeutung liegt vor allem in seiner Rolle während der Aufbauphase der deutschen U-Boot-Waffe sowie in seinem langjährigen Einsatz als Ausbildungsboot.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung von U-Boot 5\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Geschichte von U 184 U-Boot 5 steht beispielhaft für die schwierige Anfangsphase des deutschen U-Boot-Neubaus nach dem Zweiten Weltkrieg.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Boot verband fortschrittliche konstruktive Ideen mit einem Werkstoff, der sich im praktischen Betrieb als ungeeignet erwies. Die damit verbundenen technischen Schwierigkeiten führten zwar zu erheblichen Einschränkungen, lieferten zugleich aber wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des deutschen U-Boot-Baus.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Erfahrungen mit U-Boot 5 und seinen Schwesterbooten trugen zur Erprobung besser geeigneter amagnetischer Stähle bei. Diese Entwicklung bildete eine wesentliche Grundlage für die späteren und international erfolgreichen deutschen U-Boot-Klassen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch als Schulboot erfüllte U-Boot 5 eine wichtige Aufgabe. Das Boot half dabei, eine neue Generation deutscher U-Boot-Fahrer auszubilden und das notwendige technische sowie seemännische Wissen innerhalb der Bundesmarine weiterzugeben.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVon Kameraden für Kameraden\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer Dienst auf U 184 U-Boot 5 bedeutete Arbeiten und Leben auf engstem Raum. Jeder Handgriff musste sitzen, und jeder Kamerad musste sich darauf verlassen können, dass der andere seine Aufgabe sicher und verantwortungsvoll erfüllte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch wenn das Boot aufgrund seiner Materialprobleme nur eingeschränkt als Kampfboot eingesetzt werden konnte, blieb der Dienst an Bord anspruchsvoll. Die Besatzungen und Lehrgangsteilnehmer sammelten auf U-Boot 5 Erfahrungen, die sie auf ihre späteren Aufgaben in der U-Boot-Waffe vorbereiteten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür die ehemaligen Besatzungsangehörigen war U 184 nicht nur ein Schulboot der frühen Bundesmarine. Es war ihr gemeinsamer Arbeitsplatz, ihre Ausbildungsstätte und für einen wichtigen Abschnitt ihres Lebens ihr Zuhause unter Wasser.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUnsere Artikel zu U-Boot 5 erinnern an das Boot, seine Besatzungen und an alle Kameraden, die während seiner fast elfjährigen Dienstzeit an Bord gefahren sind.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eVon Kameraden für Kameraden – zur Erinnerung an das Boot, seine Besatzungen und die gemeinsam gefahrenen Seemeilen.\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKennung:\u003c\/strong\u003e U 184\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBezeichnung:\u003c\/strong\u003e U-Boot 5\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e Klasse 205\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBaulos:\u003c\/strong\u003e Erstes Baulos\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e Konventionelles Küsten-U-Boot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauwerft:\u003c\/strong\u003e Howaldtswerke, Kiel\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKiellegung:\u003c\/strong\u003e 1. Juni 1961\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eStapellauf:\u003c\/strong\u003e 20. November 1962\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eIndienststellung:\u003c\/strong\u003e 4. Juli 1963\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAußerdienststellung:\u003c\/strong\u003e 17. Mai 1974\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBaumaterial:\u003c\/strong\u003e Amagnetischer Stahl AM 10\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e etwa 44,3 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e etwa 4,6 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e etwa 3,8 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung:\u003c\/strong\u003e etwa 419 Tonnen aufgetaucht und etwa 455 Tonnen getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAntrieb:\u003c\/strong\u003e Diesel-elektrischer Antrieb mit zwei Dieselgeneratoren und einem elektrischen Fahrmotor\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eGeschwindigkeit:\u003c\/strong\u003e etwa 10 Knoten aufgetaucht und bis zu 17 Knoten getaucht\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBewaffnung:\u003c\/strong\u003e Acht Torpedorohre im Bug; während der späteren Verwendung als Schulboot dichtgesetzt\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e etwa 21 Mann\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerbandszugehörigkeit:\u003c\/strong\u003e 1. Ubootgeschwader, später Ubootlehrgruppe\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHeimathäfen:\u003c\/strong\u003e Kiel und Neustadt in Holstein\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerwendung:\u003c\/strong\u003e Küsten-U-Boot, später Schul- und Ausbildungsboot\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerbleib:\u003c\/strong\u003e Nach der Außerdienststellung verschrottet\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/S184_U-Boot_5.png?v=1784282839","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/s-184-u-boot-5.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}