Kategorie: P6159 S59 REIHER

Schnellboot S59 REIHER (P6159)

Geschichte

Die Reiher (S59) war ein Flugkörperschnellboot der Klasse 148 (Tiger-Klasse). Sie gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse und wurde dem 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz zugeteilt. Die Reiher wurde am 24. Juni 1975 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der klassische Torpedoangriff, sondern der Einsatz des Seezielflugkörpers MM38 Exocet. Ergänzt wurde diese Hauptbewaffnung durch Artillerie, moderne Feuerleittechnik und die Möglichkeit zum Minenlegen.

Die Reiher gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S52 Storch, S53 Pelikan, S54 Elster, S55 Alk, S56 Dommel, S57 Weihe, S58 Pinguin und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.

Am 27. Januar 2001 wurde die Reiher bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Danach wurde sie nicht an eine andere Marine abgegeben, sondern später verschrottet.

Aufgabe und Besonderheiten

Die Reiher war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.

Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.

Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S59 / P6159
Indienststellung: 24. Juni 1975
Außerdienststellung: 27. Januar 2001

Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten

Bewaffnung:

4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional

Geschwaderzugehörigkeit

Die Reiher gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.

Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Reiher nicht anzusetzen. Sie blieb bis zu ihrer Außerdienststellung beim 5. Schnellbootgeschwader.

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBS. In älteren Übersichten erscheint außerdem das frühere Rufzeichen DSKS.

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Reiher nicht an eine andere Marine abgegeben. Sie wurde später abgebrochen beziehungsweise verschrottet. Mehrere Übersichten nennen den Abbruch im Jahr 2003.

Von Kameraden für Kameraden

Die Reiher gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und blieb bis in die späte Einsatzzeit der Tiger-Klasse im Dienst. Sie steht damit für jene Jahre, in denen die 148er-Boote noch einmal die moderne Schnellbootwaffe der Deutschen Marine prägten.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Reiher hohe Fahrt, enge Räume, starke Maschinen, moderne Flugkörpertechnik und das sichere Zusammenspiel im Verband. Als Olpenitzer Schnellboot erinnert sie an Ausbildung, Manöver, harte Seefahrt und Kameradschaft auf engem Raum – von Kameraden für Kameraden.