Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine neue Generation moderner Flugkörperschnellboote. An die Stelle des klassischen Torpedoangriffs trat der Einsatz von Seezielflugkörpern des Typs MM38 Exocet. Damit konnten gegnerische Überwassereinheiten auf größere Entfernung bekämpft werden. Die Boote waren für Überwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.
Die Storch gehörte während ihrer deutschen Dienstzeit zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz. Gemeinsam mit den Booten S51 Häher, S53 Pelikan, S54 Elster, S55 Alk, S56 Dommel, S57 Weihe, S58 Pinguin, S59 Reiher und S60 Kranich bildete sie den 148er-Bestand dieses Geschwaders.
Am 16. November 1992 wurde die Storch bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Sie gehörte zusammen mit der Iltis zu den ersten Booten der Tiger-Klasse, die aus dem deutschen Dienst ausschieden. Beide Boote wurden anschließend an Griechenland verkauft.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Storch war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.
Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung, Täuschkörperausstattung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.
Technische Daten
Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S52 / P6152
Indienststellung: 17. Juli 1974
Außerdienststellung: 16. November 1992
Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten
Bewaffnung:
4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional
Geschwaderzugehörigkeit
Die Storch gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz.
Eine spätere Zugehörigkeit zu einem anderen deutschen Schnellbootgeschwader ist für die Storch nicht anzusetzen, da sie bereits am 16. November 1992 außer Dienst gestellt und anschließend an Griechenland verkauft wurde.
Rufzeichen
Internationales Funkrufzeichen: DRBL.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Storch an Griechenland verkauft und dort als Antipliarchos Pezopoulos (P-73) weitergeführt.
Von Kameraden für Kameraden
Die Storch gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders in Olpenitz und steht damit für die zweite Gruppe der Tiger-Klasse. Sie war Teil jener Generation, mit der das 5. Schnellbootgeschwader von älteren Torpedoschnellbooten auf moderne Flugkörpertechnik umgestellt wurde.
Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Storch hohe Fahrt, enge Räume, moderne Technik und Verlässlichkeit im Verband. Als Boot des 5. Schnellbootgeschwaders erinnert sie an die Olpenitzer Schnellbootzeit, an Ausbildung, Manöver und Kameradschaft auf See – von Kameraden für Kameraden. ⚓