Mit der Tiger-Klasse erhielt die Schnellbootwaffe der Bundesmarine eine moderne Generation von Flugkörperschnellbooten. Im Mittelpunkt stand nicht mehr der Torpedoangriff, sondern der Einsatz des Seezielflugkörpers MM38 Exocet. Damit konnten gegnerische Überwassereinheiten auf größere Entfernung bekämpft werden. Die Klasse 148 war für Überwachung und Kampfführung in Nord- und Ostsee vorgesehen.
Die Panther gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg. Nach der Auflösung des 3. Schnellbootgeschwaders wechselte sie mit den verbliebenen Booten zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz. Damit gehörte sie zu den Booten, die den Übergang vom Flensburger Verband in die letzte Einsatzphase der Klasse 148 noch mitmachten.
Am 27. September 2001 wurde die Panther bei der Deutschen Marine außer Dienst gestellt.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Panther war als Flugkörperschnellboot für den schnellen Angriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihre Stärke lag in hoher Geschwindigkeit, kleiner Silhouette, kurzer Reaktionszeit und der Fähigkeit, mit Exocet-Flugkörpern Ziele auf größere Entfernung zu bekämpfen.
Eine sichtbare Besonderheit der Klasse 148 waren spätere Nachrüstungen im Bereich der Feuerleitung und elektronischen Kampfführung. Einige Boote erhielten die EloKa-Anlage OCTOPUS, die besonders im Mastbereich erkennbar war. Dadurch konnten sich Boote derselben Klasse je nach Zeitraum äußerlich unterscheiden. Für diese Beschreibung wird OCTOPUS als wichtige spätere Nachrüstung der Tiger-Klasse erwähnt, ohne jeden einzelnen Bauzustand gesondert darzustellen.
Technische Daten
Klasse: 148, Tiger-Klasse
Typ: Flugkörperschnellboot
Kennung: S50 / P6150
Indienststellung: 27. März 1974
Außerdienststellung: 27. September 2001
Länge: ca. 47 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2,7 m
Verdrängung: ca. 265 t
Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren
Leistung: ca. 14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 38 kn
Besatzung: etwa 30 Soldaten
Bewaffnung:
4 × MM38 Exocet-Seezielflugkörper
1 × 76-mm-OTO-Melara-Geschütz
1 × 40-mm-Bofors L/70
Minenlegevorrichtung optional
Geschwaderzugehörigkeit
Die Panther gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg.
Nach der Auflösung des 3. Schnellbootgeschwaders wechselte sie zum
5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz.
Rufzeichen
Internationales Funkrufzeichen: DRBJ.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Panther nicht an eine andere Marine abgegeben, sondern später durch Abbruch im Jahr 2003 verschrottet.
Von Kameraden für Kameraden
Die Panther gehörte zu den Booten der Tiger-Klasse, die sowohl beim 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg als auch später beim 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz Dienst taten. Damit steht sie für die späte Phase der 148er-Boote und für den Übergang in die letzten Jahre der klassischen deutschen Schnellbootwaffe.
Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Panther hohe Fahrt, moderne Flugkörpertechnik, enge Räume und das Vertrauen auf jeden Mann an Bord. Sie war eines jener Boote, die den Namen der älteren Schnellbootgeneration weitertrugen und ihn in die Zeit der modernen Flugkörperschnellboote überführten – von Kameraden für Kameraden. ⚓