Kategorie: P6086 S30 Pelikan

Schnellboot S30 PELIKAN (P6086)

Geschichte

Die Pelikan (S30) war ein Torpedo-Schnellboot der Klasse 140 (Jaguar-Klasse) und gehörte zur zweiten Gruppe dieser Bootsklasse. Diese Boote trugen Vogelnamen und wurden dem 5. Schnellbootgeschwader zugeteilt. Das Bundesarchiv führt die Pelikan (P6086) ausdrücklich unter den Booten, die mit ihrer Indienststellung dem 5. Schnellbootgeschwader zugeordnet wurden; zugleich wird sie dort der Klasse 140 zugerechnet.

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Nach den verfügbaren Flottenübersichten wurde die Pelikan am 30. März 1960 in Dienst gestellt. Damit gehörte sie zu den frühen Booten des 5. Schnellbootgeschwaders, das zunächst in Neustadt in Holstein und später in Olpenitz beheimatet war.

Ein archivalischer Hinweis nennt die Pelikan gemeinsam mit der Alk in Cuxhaven am 21. März 1961. Das ist für unsere bisherige Diskussion interessant, weil es belegt, dass Boote dieser Gruppe dort zumindest zeitweise auftauchten. Daraus lässt sich aber kein dauerhafter Heimathafen Cuxhaven ableiten.

Am 31. Mai 1974 wurde die Pelikan bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt. Anschließend wurde sie an die Türkische Marine abgegeben und dort als P330 TCG Fırtına weitergeführt.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Pelikan war als Torpedo-Schnellboot für den schnellen Angriff auf gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Wie die übrigen Boote der Jaguar-Klasse sollte sie mit hoher Geschwindigkeit angreifen, ihre Torpedos einsetzen und sich anschließend rasch wieder lösen.

Die Boote der Klasse 140 waren für den Einsatz in Nord- und Ostsee ausgelegt. Sie verbanden hohe Geschwindigkeit mit starker Bewaffnung auf engem Raum. Zur Bewaffnung gehörten vier 533-mm-Torpedorohre, zwei 40-mm-Bofors-Geschütze, Wasserbomben sowie die Möglichkeit zum Minenlegen.

Eine besondere, gesicherte Einzelgeschichte der Pelikan ist der archivalisch belegte Zusammenhang mit der Alk in Cuxhaven im März 1961. 


Technische Daten

Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S30 / P6086
Indienststellung: 30. März 1960
Außerdienststellung: 31. Mai 1974

Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Mann

Bewaffnung:

4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung möglich


Geschwaderzugehörigkeit

Die Pelikan gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader. Das ist durch die Bundesarchiv-Zuordnung der Klasse-140-Boote belegt.


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung am 31. Mai 1974 wurde die Pelikan an die Türkische Marine abgegeben. Dort wurde sie als P330 TCG Fırtına geführt.


Von Kameraden für Kameraden

Die Pelikan gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders und stand damit für den Schnellbootdienst in Neustadt und später Olpenitz. Wie ihre Schwesterschiffe war sie klein, schnell und fordernd – ein Boot, auf dem jeder Mann an Bord seinen Platz kennen musste.

Die Pelikan bleibt damit ein Stück Schnellbootgeschichte der Bundesmarine – von Kameraden für Kameraden.