Das 5. Schnellbootgeschwader wurde am 1. Oktober 1959 in Neustadt in Holstein aufgestellt. Ab 1. Februar 1968 war das Geschwader in Olpenitz stationiert. Die Boote des Geschwaders nahmen regelmäßig an Manövern und Auslandsreisen teil; genannt werden unter anderem Fahrten nach Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, in die Niederlande, nach Norwegen, Schweden, Irland und Spanien.
Die Storch gehörte nicht zu den vier Booten, die 1971 im Rahmen des Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader wechselten. Sie blieb damit dem 5. Schnellbootgeschwader zugeordnet. Am 29. März 1974 wurde die Storch bei der Bundesmarine außer Dienst gestellt.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Storch war für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote der Jaguar-Klasse waren leicht gebaut, schnell und für den Einsatz in Nord- und Ostsee ausgelegt. Ihr Haupteinsatzgebiet war die Ostsee; mit vier Dieselmotoren erreichten sie Geschwindigkeiten von über 40 Knoten.
Die Boote der Klasse 140 führten eine NATO-Kennung mit dem Buchstaben P für „Patrol“ und einer vierstelligen Nummer am Rumpf. Die Storch trug die Kennung P6085. Bis 1973 waren die Schnellboote im Vergleich zu anderen Einheiten der Bundesmarine in einem sehr hellen Grau gestrichen.
Eine belegte Patenschaft bestand mit Rüdesheim. Diese Patenschaften waren an die Bootsnamen gebunden und wurden später teilweise auf Nachfolgeboote mit gleichem Namen übertragen.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S17 / P6085
Indienststellung: 12. März 1960
Außerdienststellung: 29. März 1974
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: 12.000–14.400 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Soldaten
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
4 Wasserbomben
Minenlegevorrichtung optional anstelle der achteren Torpedorohre
Geschwaderzugehörigkeit
Die Storch gehörte zum 5. Schnellbootgeschwader. Das Geschwader war zunächst in Neustadt in Holstein stationiert und verlegte am 1. Februar 1968 nach Olpenitz.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 29. März 1974 wurde die Storch an die Türkische Marine abgegeben und dort als P331 Tufan geführt. Die türkische Außerdienststellung wird mit dem 24. Februar 1988 angegeben.
Von Kameraden für Kameraden
Die Storch gehörte zu den Vogelbooten des 5. Schnellbootgeschwaders und prägte über viele Jahre den Schnellbootdienst in Neustadt und später in Olpenitz. Sie war eines jener Boote, auf denen der Alltag aus hoher Fahrt, engem Raum, Wachsamkeit und Verlässlichkeit bestand.
Für ihre Besatzungen bedeutete die Storch Dienst in einer kleinen, schnellen Einheit, in der jeder Mann gebraucht wurde und jeder Handgriff sitzen musste. Ihre Patenschaft mit Rüdesheim zeigt zudem, dass diese Boote nicht nur Nummern in einer Flottenliste waren, sondern Namen mit Geschichte, Verbindung und Erinnerung – von Kameraden für Kameraden. ⚓