Das 5. Schnellbootgeschwader wurde in Neustadt in Holstein aufgestellt und später nach Olpenitz verlegt. Die Boote des Geschwaders erhielten Namen von Vogelarten. Ende 1961 wurde das Geschwader der NATO unterstellt; es nahm in den folgenden Jahren regelmäßig an Manövern und Auslandsfahrten teil.
Im Jahr 1971 wurde die Weihe im Rahmen eines Bootstausches an das 3. Schnellbootgeschwader abgegeben. Im Gegenzug wechselten die besser erhaltenen Boote Iltis, Wolf, Tiger und Löwe vom 3. zum 5. Schnellbootgeschwader. Dieser Tausch stand im Zusammenhang mit der schrittweisen Umrüstung des 3. Schnellbootgeschwaders auf die spätere Tiger-Klasse.
Am 5. Juli 1972 wurde die Weihe außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den früh ausgemusterten Booten der Jaguar-Klasse.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Weihe war für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Die Boote der Jaguar-Klasse sollten in Nord- und Ostsee mit hoher Geschwindigkeit angreifen, Torpedos einsetzen und sich anschließend rasch wieder lösen.
Zur Bewaffnung gehörten vier 533-mm-Torpedorohre und zwei 40-mm-Bofors-Geschütze. Zusätzlich konnten die Boote zum Minenlegen eingesetzt werden. Die Klasse war leicht gebaut, schnell und für Einsätze in Küstengewässern sowie in den Randmeeren der NATO vorgesehen.
Eine Besonderheit der Weihe liegt weniger in einem einzelnen Einsatz als in ihrer Stellung innerhalb der Geschwadergeschichte: Sie war das erste Boot des 5. Schnellbootgeschwaders und wechselte später im Zuge der Umrüstung der Schnellbootwaffe zum 3. Schnellbootgeschwader.
Technische Daten
Klasse: 140, Jaguar-Klasse
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S15 / P6082
Indienststellung: 28. Oktober 1959
Außerdienststellung: 5. Juli 1972
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 × Mercedes-Benz MB 518 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: ca. 42 kn
Besatzung: 39 Soldaten
Bewaffnung:
4 × 533-mm-Torpedorohre
2 × 40-mm-Bofors L/70
Wasserbomben
Minenlegeeinrichtung optional anstelle der achteren Torpedorohre
Geschwaderzugehörigkeit
Die Weihe gehörte zunächst zum 5. Schnellbootgeschwader in Neustadt in Holstein, später Olpenitz.
Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen des Bootstausches zum 3. Schnellbootgeschwader.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 5. Juli 1972 wurde die Weihe an Frankreich abgegeben und dort als Zielschiff verwendet. Sie wurde später versenkt.
Von Kameraden für Kameraden
Die Weihe war das erste Boot des 5. Schnellbootgeschwaders und stand damit am Beginn der Schnellbootgeschichte dieses Verbandes. Mit ihr begann die Reihe der Vogelboote, die über viele Jahre das Bild des Geschwaders in Neustadt und später in Olpenitz prägten.
Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Weihe schnelle Fahrt, enge Räume, harte Ausbildung und ständige Bereitschaft. Sie war eines jener Boote, auf denen Kameradschaft nicht nur ein Wort war, sondern Alltag auf wenigen Metern Stahl, Holz, Maschinenlärm und Seegang – von Kameraden für Kameraden. ⚓