Gebaut wurde die Wolf im Rahmen des deutschen Schnellbootbauprogramms der 1950er Jahre. Die Klasse 140 wurde von Lürssen entwickelt; die insgesamt 20 Boote der Klasse wurden bei Lürssen und Kröger gebaut. Da ich für die Wolf selbst noch keinen belastbaren Einzelbeleg zur konkreten Bauwerft gefunden habe, formuliere ich hier bewusst allgemein und nenne keine einzelne Werft.
Die Wolf gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik. Dieses Geschwader wurde am 1. Oktober 1957 aufgestellt und erhielt die erste Gruppe der Jaguar-Klasse mit den Namen der Landraubtiere. Im Jahr 1971 wurde die Wolf zusammen mit Iltis, Tiger und Löwe an das 5. Schnellbootgeschwader abgegeben. Im Gegenzug kamen vom 5. Schnellbootgeschwader die Boote Reiher, Weihe, Pinguin und Kranich zum 3. Schnellbootgeschwader. Dieser Bootstausch stand im Zusammenhang mit der Umrüstung des 3. Schnellbootgeschwaders auf die spätere Tiger-Klasse.
Am 21. März 1975 wurde die Wolf außer Dienst gestellt. Danach wurde sie an die Türkische Marine abgegeben und dort als P335 Yıldız weiterverwendet.
Aufgabe und Besonderheiten
Die Wolf war für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte vorgesehen. Ihr Einsatzraum lag vor allem in Nord- und Ostsee, wo Schnellboote im Verteidigungskonzept der NATO eine wichtige Rolle spielten. Die Boote sollten mit hoher Geschwindigkeit angreifen, sich rasch wieder lösen und bei Bedarf auch Minen legen.
Wie die übrigen Boote der Jaguar-Klasse war die Wolf ein kleines, schnelles und kampfstarkes Boot. Die Klasse erreichte Geschwindigkeiten von über 40 Knoten und war mit vier Torpedorohren sowie zwei 40-mm-Bofors-Geschützen bewaffnet.
Technische Daten
Klasse: 140 (Jaguar-Klasse)
Typ: Torpedo-Schnellboot
Kennung: S3 / P6062
Indienststellung: 12. Februar 1958
Außerdienststellung: 21. März 1975
Länge: 42,62 m
Breite: 7,10 m
Tiefgang: ca. 2,10 m
Verdrängung: ca. 183 t
Antrieb: 4 Dieselmotoren
Leistung: rund 12.000 PS
Geschwindigkeit: über 40 kn
Besatzung: etwa 39 Soldaten
Bewaffnung:
- 4 × 533-mm-Torpedorohre
- 2 × 40-mm-Bofors L/70
- Wasserbomben
- Möglichkeit zum Minenlegen
Geschwaderzugehörigkeit
Die Wolf gehörte zunächst zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik.
Im Jahr 1971 wechselte sie im Rahmen eines Bootstausches zum 5. Schnellbootgeschwader.
Verbleib
Nach ihrer Außerdienststellung am 21. März 1975 wurde die Wolf an die Türkische Marine abgegeben und dort als P335 Yıldız geführt.
Von Kameraden für Kameraden
Die Wolf gehörte zu jener ersten Generation von Schnellbooten, mit der die Bundesmarine ihre Schnellbootwaffe neu aufbaute. Ihr Name stand in der Tradition der Raubtierboote des 3. Schnellbootgeschwaders und passte zu dem, was diese Boote ausmachte: klein, schnell, wachsam und für den überraschenden Angriff gebaut.
Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Wolf Seefahrt auf engem Raum, schnelle Manöver, kurze Reaktionszeiten und großes Vertrauen in die Kameraden an Bord. Sie war eines jener Boote, die über viele Jahre den Alltag der Schnellbootfahrer im Kalten Krieg prägten – von Kameraden für Kameraden. ⚓