Kategorie: P6058 S2 Iltis


Schnellboot S2 ILTIS (P6058)

Geschichte

Die Iltis (S2) gehörte zu den ersten Schnellbooten der Klasse 140 und wurde Ende 1957 bei der Bundesmarine in Dienst gestellt. Gebaut wurde sie auf der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack, deren Schnellbootkonstruktionen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg international hohes Ansehen genossen. Mit der Jaguar-Klasse knüpfte die Bundesmarine an diese Tradition an und stellte leistungsfähige Torpedoschnellboote für die Verteidigung der NATO in Nord- und Ostsee in Dienst.

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Die Iltis gehörte zunächst dem 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg-Mürwik an. Im Jahr 1971 wechselte sie zusammen mit den Booten Wolf, Tiger und Löwe zum 5. Schnellbootgeschwader, um dort die Einführung der neuen Tiger-Klasse vorzubereiten. Die Besatzungen verblieben dabei in ihren ursprünglichen Geschwadern und wechselten mit den Booten. Diese organisatorische Maßnahme erleichterte die spätere Umrüstung auf die neue Schnellbootgeneration.

Nach über siebzehn Dienstjahren wurde die Iltis am 31. Januar 1975 außer Dienst gestellt. Sie gehörte damit zu den letzten Booten der Jaguar-Klasse, die den aktiven Dienst bei der Bundesmarine beendeten.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Iltis war für den schnellen Torpedoangriff gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte konzipiert. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 42 Knoten gehörte sie zu den schnellsten Kampfeinheiten ihrer Zeit. Neben ihrer Torpedobewaffnung konnte sie auch Seeminen legen und wurde regelmäßig bei NATO-Manövern sowie Ausbildungsfahrten in Nord- und Ostsee eingesetzt. Wie alle Boote der Klasse 140 zeichnete sie sich durch hohe Wendigkeit, gute Seeeigenschaften und große Einsatzbereitschaft aus.


Technische Daten

Klasse: 140 (Jaguar-Klasse)

Typ: Torpedo-Schnellboot

Kennung: S2 / P6058

Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack

Indienststellung: Dezember 1957

Außerdienststellung: 31. Januar 1975

Länge: 42,62 m

Breite: 7,10 m

Tiefgang: 2,10 m

Verdrängung: ca. 183 t

Antrieb: 4 × Mercedes-Benz MB 518 B Dieselmotoren

Leistung: bis 12.000 PS

Geschwindigkeit: über 42 kn

Besatzung: 39 Soldaten

Bewaffnung:

  • 4 × 533-mm-Torpedorohre
  • 2 × 40-mm-Bofors L/70
  • 4 Wasserbomben
  • Minenlegeeinrichtung anstelle der achteren Torpedorohre möglich

Geschwaderzugehörigkeit

  • 3. Schnellbootgeschwader, Flensburg-Mürwik
  • ab 1971: 5. Schnellbootgeschwader, Olpenitz (Bootstausch im Zuge der Einführung der Tiger-Klasse)

Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Iltis zunächst als Zielschiff verwendet. Anschließend ging sie im Rahmen der NATO-Militärhilfe an die Türkische Marine, wo sie ausschließlich als Ersatzteilträger diente und nicht mehr in den aktiven Flottendienst übernommen wurde.


Von Kameraden für Kameraden

Die Iltis gehörte zu den Booten, die den Wiederaufbau der deutschen Schnellbootwaffe von Anfang an begleiteten. Über viele Jahre war sie im 3. Schnellbootgeschwader und später im 5. Schnellbootgeschwader im Einsatz. Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Iltis hohe Geschwindigkeit, enge Kameradschaft und die Bereitschaft, unter allen Wetterbedingungen auszulaufen.

Bis heute erinnert die Iltis an die Generation von Schnellbooten, die über viele Jahre das Bild der Bundesmarine prägten und einen wichtigen Beitrag zur maritimen Bündnisverteidigung leisteten – von Kameraden für Kameraden.