Kategorie: P6141 S41 TIGER

Schnellboot S41 TIGER (P6141)

Geschichte

Die Tiger (S41) war das Typschiff der Klasse 148 (Tiger-Klasse) und gleichzeitig das erste Flugkörperschnellboot der Deutschen Marine. Sie wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut und am 12. April 1972 in Dienst gestellt.

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Mit der Tiger-Klasse begann eine neue Generation deutscher Schnellboote. Erstmals standen nicht mehr Torpedos, sondern der Seezielflugkörper MM38 Exocet als Hauptwaffe im Mittelpunkt. Dadurch wandelte sich die Aufgabe der Schnellbootwaffe grundlegend: Aus schnellen Torpedoträgern wurden hochbewegliche Flugkörperträger zur Bekämpfung gegnerischer Überwasserverbände.

Die Tiger gehörte von Beginn an zum 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg. Gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen nahm sie während des Kalten Krieges an zahlreichen NATO-Manövern, Flottenübungen und Ausbildungsfahrten in Nord- und Ostsee teil.

Nach der Außerdienststellung des 3. Schnellbootgeschwaders im Jahr 1998 wechselte die Tiger – wie die übrigen verbliebenen Boote des Verbandes – zum 5. Schnellbootgeschwader nach Olpenitz.

Am 18. Dezember 2002 wurde die Tiger außer Dienst gestellt. Mit ihr endete zugleich die Einsatzgeschichte der Tiger-Klasse in der Deutschen Marine.


Aufgabe und Besonderheiten

Die Tiger war als Flugkörperschnellboot für die schnelle Bekämpfung gegnerischer Überwassereinheiten vorgesehen. Dank ihrer hohen Geschwindigkeit, ihrer geringen Silhouette und der modernen Exocet-Flugkörper konnte sie Ziele weit außerhalb der Sichtlinie bekämpfen.

Die Klasse 148 bildete über fast drei Jahrzehnte das Rückgrat der deutschen Schnellbootwaffe und galt als eine der erfolgreichsten Weiterentwicklungen der Jaguar-Klasse.


Technische Daten

Klasse: 148, Tiger-Klasse

Typ: Flugkörperschnellboot

Kennung: S41 / P6141

Indienststellung: 12. April 1972

Außerdienststellung: 18. Dezember 2002

Länge: 47,20 m

Breite: 7,80 m

Tiefgang: ca. 2,50 m

Verdrängung: ca. 265 t

Antrieb: 4 MTU-Dieselmotoren

Leistung: ca. 16.000 PS

Geschwindigkeit: über 40 kn

Besatzung: 38 Soldaten

Bewaffnung

  • 4 × MM38 Exocet-Flugkörper
  • 1 × 76-mm-OTO-Melara
  • 1 × 40-mm-Bofors L/70
  • Minen konnten bei Bedarf mitgeführt werden.

Geschwaderzugehörigkeit

  • 1972–1998: 3. Schnellbootgeschwader, Flensburg
  • 1998–2002: 5. Schnellbootgeschwader, Olpenitz

Rufzeichen

Internationales Funkrufzeichen: DRBA


Verbleib

Nach ihrer Außerdienststellung wurde die Tiger über die VEBEG veräußert. Weitere Angaben zum späteren Verbleib werden nur aufgenommen, wenn sie eindeutig belegt sind.


Von Kameraden für Kameraden

Mit der Tiger begann für die Schnellbootwaffe ein neues Kapitel. Sie verband die hohe Geschwindigkeit der Jaguar-Klasse mit der Schlagkraft moderner Seezielflugkörper und prägte über drei Jahrzehnte das Bild der deutschen Schnellbootflottille.

Für ihre Besatzungen bedeutete der Dienst auf der Tiger modernste Technik, hohe Einsatzbereitschaft und das Vertrauen auf Kameradschaft in einem der leistungsfähigsten Schnellbootverbände der NATO. Viele ehemalige Besatzungsmitglieder erinnern sich bis heute an lange Manöver, harte Seefahrten und den besonderen Zusammenhalt an Bord – von Kameraden für Kameraden.