{"title":"A1438 STEIGERWALD","description":"\u003ch2\u003eA 1438 STEIGERWALD – Minentransporter und Minenleger der Klasse 762\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie \u003cstrong\u003eA 1438 STEIGERWALD\u003c\/strong\u003e war die zweite Einheit der Sachsenwald-Klasse, Klasse 762. Von 1969 bis 1993 transportierte sie Seeminen und weiteres Material für die Minenstreitkräfte der Bundesmarine. Darüber hinaus konnte das Schiff die mitgeführten Minen selbst ausbringen und damit als Minenleger eingesetzt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eGemeinsam mit ihrem Schwesterschiff \u003cstrong\u003eA 1437 SACHSENWALD\u003c\/strong\u003e gehörte die STEIGERWALD über viele Jahre zum 1. Minensuchgeschwader in Flensburg-Mürwik. Sie war speziell auf die Anforderungen der Minenkriegführung in der Ostsee und den angrenzenden Seegebieten ausgerichtet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD blieb rund zwei Jahre länger im Dienst als ihr Schwesterschiff und war damit die letzte aktive Einheit der Sachsenwald-Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBau und Indienststellung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD wurde bei der Hamburger Werft \u003cstrong\u003eH. C. Stülcken Sohn\u003c\/strong\u003e auf Kiel gelegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNachdem die Stülcken-Werft 1966 von Blohm + Voss übernommen worden war, wurde der Bau dort fertiggestellt. Am \u003cstrong\u003e20. August 1969\u003c\/strong\u003e stellte die Bundesmarine die STEIGERWALD gemeinsam mit der SACHSENWALD in Dienst. Das Schiff erhielt die Kennung \u003cstrong\u003eA 1438\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZur Klasse 762 gehörten:\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eA 1437 SACHSENWALD\u003c\/strong\u003e\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eA 1438 STEIGERWALD\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Schiffe waren als Minentransporter und Minenleger konzipiert. Sie konnten Seeminen aus Marinedepots übernehmen, sicher in ihre Einsatzgebiete transportieren und bei Bedarf selbst über das Heck ausbringen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eNamensgebung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer Name STEIGERWALD bezeichnet ein Mittelgebirge und großes Waldgebiet in Franken. Es liegt überwiegend zwischen den Städten Würzburg, Bamberg, Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit der Namensgebung setzte die Bundesmarine die Tradition fort, Versorgungsschiffe und Transporter nach deutschen Landschaften, Gebirgen und Waldgebieten zu benennen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Name wurde von der Besatzung bei Übungen, Geschwaderfahrten und Hafenbesuchen über mehr als 24 Jahre in zahlreiche europäische Seegebiete getragen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAuftrag als Minentransporter\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Hauptaufgabe der STEIGERWALD bestand darin, Seeminen aus Depots und Marinestützpunkten zu den Minenstreitkräften zu transportieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJe nach Auftrag konnten unterschiedliche Minentypen und die dazugehörige Ausrüstung aufgenommen werden. Dazu gehörten:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eAnkertauminen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eGrundminen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eFernzündminen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eÜbungsminen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eMinenzünder,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTransportgestelle,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eErsatzteile,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie weiteres Material für Minenlegeoperationen.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie Minen wurden in besonders eingerichteten Laderäumen untergebracht. Dort mussten sie gegen Verrutschen, Stöße, Feuchtigkeit und unzulässige Temperaturveränderungen geschützt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Umgang mit der explosiven Ladung galten strenge Sicherheitsvorschriften. Sämtliche Arbeitsabläufe vom Laden über die Lagerung bis zum Ausbringen der Minen mussten sorgfältig vorbereitet und überwacht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eMinenlegen über das Heck\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD war nicht nur für den Transport von Seeminen vorgesehen. Sie konnte die mitgeführten Waffen auch selbst ausbringen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Inneren des Schiffes befanden sich Schienen, Transportwagen und Führungseinrichtungen. Auf diesen Anlagen wurden die Minen aus den Laderäumen zum Achterschiff bewegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAm Heck verfügten die Schiffe der Klasse 762 über mehrere Minenpforten. Zusätzlich konnten Minen über Bahnen auf dem Hauptdeck bereitgestellt und ausgebracht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWährend eines Minenlegeeinsatzes fuhr die STEIGERWALD einen zuvor genau berechneten Kurs mit möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit. Die Minen wurden in einer festgelegten Reihenfolge und in bestimmten Abständen ins Wasser gegeben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie genaue Position jeder ausgelegten Mine musste dokumentiert werden. Eigene und verbündete Einheiten benötigten diese Angaben, damit sichere Fahrwege festgelegt und spätere Räumoperationen vorbereitet werden konnten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung der Minenkriegführung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eSeeminen gehören zu den wirkungsvollsten Waffen der Seekriegführung. Bereits eine begrenzte Anzahl kann wichtige Fahrwasser, Hafenzufahrten und Meerengen sperren oder die Bewegungsfreiheit gegnerischer Schiffe erheblich einschränken.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür die Verteidigungsplanung der Bundesmarine war die Ostsee von besonderer Bedeutung. Ihre engen Durchfahrten, geringen Wassertiefen und begrenzten Schifffahrtswege boten günstige Voraussetzungen für den Einsatz von Seeminen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD sollte eigene Minensperren vorbereiten und ausbringen. Dadurch ergänzte sie die Minensuch- und Minenjagdboote, deren Aufgabe in der Suche und Räumung gegnerischer Minen bestand.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eTransport, Legen, Suchen und Räumen von Minen bildeten gemeinsam einen wesentlichen Teil der maritimen Verteidigung während des Kalten Krieges.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eErste Verbandszugehörigkeit\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eNach ihrer Indienststellung gehörte die STEIGERWALD zunächst zu den Versorgungseinheiten der Bundesmarine.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie beiden Schiffe der Klasse 762 waren anfangs dem Trossschiffverband beziehungsweise dem 1. Versorgungsgeschwader zugeordnet. Ihre besondere Konstruktion und ihr militärischer Auftrag unterschieden sie jedoch deutlich von gewöhnlichen Transport- und Versorgungsschiffen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAnschließend wurden SACHSENWALD und STEIGERWALD den Minenstreitkräften unterstellt.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDienst im 1. Minensuchgeschwader\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eAb 1972 gehörte die STEIGERWALD zum \u003cstrong\u003e1. Minensuchgeschwader\u003c\/strong\u003e in Flensburg-Mürwik.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Verband verfügte damit neben seinen Minensuchbooten und Unterstützungseinheiten über eigene Schiffe für den Transport und das Ausbringen von Seeminen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Stationierung in Flensburg war für den Einsatz in der westlichen Ostsee besonders geeignet. Von dort aus konnte die STEIGERWALD schnell die Flensburger Förde, die dänischen Meerengen und die wichtigen Seegebiete zwischen Deutschland und Dänemark erreichen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eÜber mehr als zwei Jahrzehnte gehörte das Schiff zum vertrauten Bild des Marinestützpunktes Flensburg-Mürwik.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eZusammenarbeit mit Minensuchbooten und Tendern\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eBei Übungen arbeitete die STEIGERWALD eng mit Minensuchbooten, Tendern und weiteren Einheiten zusammen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine typische Übung konnte mehrere aufeinanderfolgende Abschnitte umfassen:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eÜbernahme der Übungsminen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003etechnische Kontrolle und Vorbereitung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTransport in das vorgesehene Seegebiet,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBerechnung der Minensperre,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eAusbringen der Minen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eDokumentation ihrer Positionen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSuche durch die Minensuchboote,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie anschließende Räumung und Bergung.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD konnte außerdem Minen und Material an andere Einheiten übergeben. Historische Aufnahmen zeigen das Schiff gemeinsam mit Tendern und Minensuchbooten bei der Vorbereitung solcher Operationen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eGeschützte Minenräume\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDer Transport von Seeminen erforderte besonders gesicherte Ladebereiche.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Minenräume verfügten über Einrichtungen zur Belüftung, Überwachung und Brandbekämpfung. Temperaturen und Zustand der Ladung mussten regelmäßig kontrolliert werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer äußere Zugang zu den geschützten Bereichen erfolgte durch eine ABC-Schleuse mit Dekontaminierungsmöglichkeiten. Dadurch sollte die Besatzung auch unter atomarer, biologischer oder chemischer Bedrohung weiterarbeiten können.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie technische Unterteilung des Schiffes sollte verhindern, dass sich ein Brand oder eine Beschädigung unkontrolliert auf sämtliche Ladebereiche ausbreitete.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIn den Minenräumen galten besonders strenge Vorschriften gegen Funkenbildung, offenes Feuer und unzulässige elektrische Arbeiten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eLadeeinrichtungen\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Minen wurden mit den bordeigenen Kränen übernommen und anschließend auf speziellen Transportwagen innerhalb des Schiffes bewegt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSchienen und Führungen verbanden die Übernahmestellen mit den Lagerbereichen und den Minenlegeeinrichtungen am Heck.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Anlagen ermöglichten es, schwere Minen kontrolliert durch das Schiff zu bewegen und beim Minenlegen in der vorgesehenen Reihenfolge bereitzustellen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDecksmannschaft, Minenpersonal, Maschinenbesatzung und Brücke mussten während des gesamten Vorgangs eng zusammenarbeiten. Jede Mine musste eindeutig gekennzeichnet, technisch überprüft und dem richtigen Platz innerhalb der geplanten Sperre zugeordnet sein.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eTechnische Daten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKennung:\u003c\/strong\u003e A 1438\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eName:\u003c\/strong\u003e STEIGERWALD\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e 762\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eKlassenbezeichnung:\u003c\/strong\u003e Sachsenwald-Klasse\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTyp:\u003c\/strong\u003e Minentransporter und Minenleger\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBauwerft:\u003c\/strong\u003e H. C. Stülcken Sohn beziehungsweise Blohm + Voss, Hamburg\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eIndienststellung:\u003c\/strong\u003e 20. August 1969\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAußerdienststellung:\u003c\/strong\u003e 4. November 1993\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHeimathafen:\u003c\/strong\u003e Flensburg-Mürwik\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerband:\u003c\/strong\u003e zuletzt 1. Minensuchgeschwader\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLänge:\u003c\/strong\u003e 111 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e 13,9 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e rund 3,4 Meter\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung:\u003c\/strong\u003e rund 2.962 Tonnen\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAntrieb:\u003c\/strong\u003e zwei Dieselmotoren\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eLeistung:\u003c\/strong\u003e jeweils rund 2.800 PS\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eAnzahl der Wellen:\u003c\/strong\u003e zwei\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003ePropeller:\u003c\/strong\u003e zwei Verstellpropeller\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eHöchstgeschwindigkeit:\u003c\/strong\u003e etwa 17 Knoten\u003cbr\u003e\u003cstrong\u003eBesatzung:\u003c\/strong\u003e rund 65 Soldaten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAntrieb und Manövrierfähigkeit\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD wurde von zwei Dieselmotoren mit jeweils rund 2.800 PS angetrieben.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJeder Motor wirkte über eine eigene Welle auf einen Verstellpropeller. Durch die Veränderung der Propellerblattstellung konnten Geschwindigkeit und Schub angepasst werden, ohne die Drehrichtung der Motoren wechseln zu müssen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 17 Knoten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBeim Minenlegen war jedoch eine gleichmäßige und exakt eingehaltene Geschwindigkeit wichtiger als eine hohe Fahrt. Bereits geringe Abweichungen hätten die Abstände zwischen den ausgelegten Minen und damit die geplante Wirkung der Sperre verändert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch beim Manövrieren mit anderen Schiffen, bei der Übernahme von Minen und in den engen Gewässern der Flensburger Förde war eine präzise Schiffsführung erforderlich.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBewaffnung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eZur ursprünglichen Bewaffnung der STEIGERWALD gehörten zwei 40-mm-Doppellafetten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Geschützstand befand sich im vorderen Bereich, der zweite achtern. Die Geschütze dienten dem Eigenschutz gegen Luftziele und kleinere Überwassereinheiten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Minentransporter mit großen Mengen explosiver Ladung wäre in einem militärischen Konflikt ein besonders wertvolles und gefährdetes Ziel gewesen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzung musste deshalb neben dem Minendienst auch Artillerieausbildung, Gefechtsdienst, Brandabwehr und weitere Sicherungsaufgaben beherrschen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eModernisierung in den 1980er-Jahren\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eIn den 1980er-Jahren wurden beide Schiffe der Sachsenwald-Klasse modernisiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie offene Brücke wurde umgebaut und durch eine geschütztere Ausführung ersetzt. Hinter der Brücke entstand ein zusätzlicher Raum für elektronische Unterstützungsmaßnahmen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuf Höhe des Schornsteins wurden an beiden Seiten des Oberdecks Plattformen für Düppelraketenwerfer des Typs Breda angebracht. Die Werfer konnten Metallstreifen und andere Täuschkörper ausstoßen, die auf gegnerischen Radargeräten Scheinziele erzeugten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDadurch sollten radargelenkte Seezielflugkörper vom Schiff abgelenkt werden. Die Bedienung der Täuschkörperwerfer erfolgte aus dem neu eingerichteten Raum für elektronische Kampfführung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBesondere Schornsteinverkleidung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD erhielt später zusätzlich eine auffällige Verkleidung ihres Schornsteins.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDiese Konstruktion sollte die heißen Abgase besser mit der Umgebungsluft vermischen und dadurch die Wärmesignatur des Schiffes verringern.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEine geringere Hitzesignatur erschwerte die Erfassung durch infrarotgelenkte Flugkörper. Die STEIGERWALD unterschied sich durch diese spätere Veränderung äußerlich von ihrem Schwesterschiff SACHSENWALD.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Maßnahme zeigte, wie sich die Bedrohungslage während der langen Dienstzeit verändert hatte. Neben Radar und klassischen Luftangriffen mussten zunehmend moderne Seezielflugkörper berücksichtigt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eLeben an Bord\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzung der STEIGERWALD bestand aus rund 65 Soldaten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Schiff bot mehr Raum als die kleineren Minensuchboote. Ein erheblicher Teil des Rumpfes wurde jedoch von den Minenräumen, Transportanlagen und technischen Einrichtungen beansprucht.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer tägliche Dienst umfasste:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBrücken- und Maschinenwachen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eWartung der Antriebsanlagen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eKontrolle der Minenräume,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ePflege der Kräne und Transportbahnen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eAusbildung im Minenlegen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eWaffen- und Gefechtsdienst,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBrand- und Leckabwehr,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eABC-Abwehr,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie den allgemeinen Bordbetrieb.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eBeim Umgang mit Minen war besondere Disziplin erforderlich. Arbeitsabläufe durften nicht eigenmächtig verändert oder beschleunigt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eJeder an einer Lade- oder Minenlegeoperation beteiligte Kamerad musste seine Aufgabe und die damit verbundenen Gefahren genau kennen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBordhund Flecki\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eZur Geschichte der STEIGERWALD gehört auch der Bordhund \u003cstrong\u003eFlecki\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBordhunde waren auf verschiedenen Schiffen und Booten der früheren Bundesmarine anzutreffen. Sie gehörten zum Bordalltag, begleiteten ihre Besatzungen und wurden häufig zu Maskottchen und festen Mitgliedern der Bordgemeinschaft.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFlecki wird in Erinnerungen ehemaliger Marineangehöriger ausdrücklich als Bordhund der STEIGERWALD genannt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSolche persönlichen Erinnerungen zeigen eine Seite des Bordlebens, die in technischen Daten und offiziellen Unterlagen kaum sichtbar wird.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eMann-über-Bord-Unfall 1970\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eAm \u003cstrong\u003e1. Juni 1970\u003c\/strong\u003e ereignete sich auf der STEIGERWALD ein Mann-über-Bord-Vorfall.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Vorgang wurde von der Marine untersucht und ist in den Havarieakten des Bundesarchivs dokumentiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMann-über-Bord-Lagen gehörten zu den gefährlichsten Notfällen an Bord. Besonders bei kaltem Wasser, starkem Seegang oder schlechter Sicht musste die Besatzung innerhalb kürzester Zeit reagieren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSolche Ereignisse führten regelmäßig zu einer Überprüfung der Abläufe und flossen in die weitere Sicherheitsausbildung ein.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eKollision im Jahr 1972\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eAm \u003cstrong\u003e13. November 1972\u003c\/strong\u003e war die STEIGERWALD an einer Kollision mit dem Handelsschiff \u003cstrong\u003eKARIN\u003c\/strong\u003e beteiligt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eAuch dieser Zwischenfall wurde durch den zuständigen Havarieuntersucher der Marine geprüft und ist im Bundesarchiv dokumentiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKollisionen konnten insbesondere in engen oder stark befahrenen Gewässern schwere Folgen haben. Für einen Minentransporter war ein solcher Unfall wegen seiner besonderen Ladung mit zusätzlichen Risiken verbunden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNavigation, Ausguck, Kommunikation und die Einhaltung der Kollisionsverhütungsregeln gehörten deshalb zu den wichtigsten Aufgaben der Brückenbesatzung.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eÜbungen und Geschwaderfahrten\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eWährend ihrer langen Dienstzeit nahm die STEIGERWALD an zahlreichen nationalen und internationalen Übungen teil.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIhre hauptsächlichen Einsatzgebiete waren:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie westliche Ostsee,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie dänischen Meerengen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edie Nordsee,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie weitere europäische Küstengewässer.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eSie arbeitete dabei unter anderem zusammen mit:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eMinensuchbooten,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eschnellen Minensuchbooten,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eKüstenminenjägern,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTendern,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eVersorgungsschiffen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eMarinefliegern,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003esowie Einheiten verbündeter NATO-Marinen.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eBei Geschwaderfahrten und Hafenbesuchen vertrat die STEIGERWALD gemeinsam mit den anderen Einheiten die Minenstreitkräfte der Bundesmarine.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eDie letzten Dienstjahre\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eNach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges veränderten sich die militärischen Anforderungen grundlegend.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDer Bedarf an großen Spezialschiffen für den Transport und das Verlegen umfangreicher eigener Minensperren ging zurück. Gleichzeitig konnten moderne Minen auch von anderen Schiffen, Booten und Luftfahrzeugen ausgebracht werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie SACHSENWALD wurde bereits 1991 außer Dienst gestellt. Die STEIGERWALD blieb noch zwei weitere Jahre beim 1. Minensuchgeschwader im Einsatz.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDamit war sie die letzte aktive Einheit ihrer Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eAußerdienststellung\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eAm \u003cstrong\u003e4. November 1993\u003c\/strong\u003e wurde A 1438 STEIGERWALD nach mehr als 24 Dienstjahren außer Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit ihrer Außerdienststellung endete die Geschichte der Sachsenwald-Klasse in der Deutschen Marine.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Schiff wurde anschließend an die bundeseigene Verwertungsgesellschaft VEBEG übergeben. Eine Übernahme durch eine ausländische Marine oder eine museale Erhaltung erfolgte nicht.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eVerbleib\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie ehemalige STEIGERWALD wurde nach ihrer Aussonderung verkauft und anschließend zerlegt beziehungsweise der Materialverwertung zugeführt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Schiffsnummernverzeichnis nennt als Verwerter ein Kabelrecyclingunternehmen in Liebenwalde.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas genaue Datum der vollständigen Zerlegung ist nicht zweifelsfrei dokumentiert.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eKeines der beiden Schiffe der Sachsenwald-Klasse blieb als Museumsschiff erhalten.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eBedeutung der STEIGERWALD\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD erfüllte eine besondere Aufgabe innerhalb der Bundesmarine.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSie transportierte große Mengen Seeminen, unterstützte die Minenstreitkräfte und konnte selbst vollständige Minensperren ausbringen. Damit verband sie logistische und operative Fähigkeiten auf einem gemeinsamen Schiff.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIhre mehr als 24-jährige Dienstzeit fiel fast vollständig in die Zeit des Kalten Krieges. In dieser Epoche spielten Minensperren in der Ostsee und den dänischen Meerengen eine wichtige Rolle in der Verteidigungsplanung.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDurch ihre spätere Außerdienststellung war die STEIGERWALD zugleich der letzte Minentransporter und Minenleger ihrer Klasse im aktiven Dienst.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eKameraden für Kameraden\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie STEIGERWALD war ein Spezialschiff mit einer besonders verantwortungsvollen Aufgabe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIhre Besatzung übernahm explosive Ladung, kontrollierte und sicherte die Minen und brachte sie nach genau berechneten Plänen aus. Jeder Arbeitsschritt verlangte Konzentration, technisches Können und die genaue Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBrücke, Maschine, Decksmannschaft, Minendienst und Waffenpersonal mussten eng zusammenarbeiten. Jeder Kamerad musste sich darauf verlassen können, dass der andere seine Aufgabe zuverlässig erfüllte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie langen Jahre in Flensburg, die Übungen mit den Minensuchbooten, die Modernisierungen und die besondere Erinnerung an Bordhund Flecki prägten die Geschichte dieses Schiffes.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Produkte zur \u003cstrong\u003eA 1438 STEIGERWALD\u003c\/strong\u003e erinnern an die letzte Einheit der Sachsenwald-Klasse – und an alle Kameraden, die zwischen 1969 und 1993 auf diesem Minentransporter und Minenleger gefahren sind.\u003c\/p\u003e","products":[{"product_id":"minentransporter-a1438-steigerwald-emaille-tasse-silber","title":"Minentransporter A1438 STEIGERWALD - Emaille Tasse (Silber)","description":"\u003cul\u003e\r\n\u003cli\u003eOberfläche: glänzend\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eFarbe: Weiß\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eHöhe 80 mm\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eDurchmesser: Ø 80 mm\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eGewicht: ca. 130 g\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eFassungsvermögen: ca. 300 ml\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eFotodruck von höchster Qualität\u003c\/li\u003e\r\n\u003cli\u003eWaschhinweis: Handspülung\u003c\/li\u003e\r\n\u003c\/ul\u003e","brand":"MeineMarine","offers":[{"title":"White glossy \/ 300ml","offer_id":44967714554120,"sku":"c2984844.714.48","price":24.9,"currency_code":"EUR","in_stock":true}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/files\/front-emaille-tasse-silber-ffffff-1116x_0f9796c1-51e8-43fc-9ee3-75e2028e68b8.png?v=1702271186"}],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/A1438_STEIGERWALD.png?v=1785411404","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/minentransporter-a1438-steigerwald.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}