Bau und Indienststellung
Die DILLINGEN wurde bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder gebaut. Sie trägt die Baunummer 6438 und innerhalb der Frankenthal-Klasse die Seriennummer 332/08.
Der Bau begann am 15. Januar 1992, der Stapellauf erfolgte am 26. Mai 1994. Am 25. April 1995 wurde M 1065 DILLINGEN in Dienst gestellt. Das Rufzeichen des Bootes lautet DREX.
Verwendung als Minenjagdboot
Die Hauptaufgabe der DILLINGEN ist die gezielte Suche nach Grund- und Ankertauminen. Dazu untersucht die Besatzung den Meeresboden mit einem hochauflösenden Minenjagdsonar.
Verdächtige Sonarkontakte werden zunächst ausgewertet und anschließend mit einer ferngelenkten Unterwasserdrohne genauer untersucht. Bei der Frankenthal-Klasse werden hierfür heute vor allem Drohnen des Typs SEEFUCHS eingesetzt. Je nach Ausführung dienen sie zur optischen Identifizierung oder zur gezielten Vernichtung einer bestätigten Mine.
Zusätzlich können Minentaucher eingesetzt werden, wenn sich ein Objekt in flachem Wasser, in einem Hafen, an einem Wrack oder in der Nähe von Unterwasserkabeln und Pipelines befindet.
Schutz im Minenfeld
Der Bootskörper der DILLINGEN besteht aus nicht magnetisierbarem Stahl. Dadurch wird ihre magnetische Signatur vermindert und die Gefahr reduziert, selbst eine Magnetmine auszulösen.
Ergänzend besitzt das Boot eine Magnet-Eigenschutzanlage, welche die durch Maschinen, Leitungen und elektrische Anlagen verursachten Magnetfelder weitgehend ausgleicht.
Während der Minenjagd kann die DILLINGEN sehr langsam und geräuscharm manövrieren. Diese Schleichfahrt erleichtert die genaue Positionierung über einem Sonarkontakt und verringert zugleich die akustische Signatur des Bootes.
Minenjagdausrüstung
Bei ihrer Indienststellung verfügte die DILLINGEN über das Minenjagdsonar DSQS-11M von Atlas Elektronik und ferngelenkte Minenjagddrohnen vom Typ PINGUIN B3. Die erfassten Informationen wurden im System zur Auswertung und Darstellung taktischer Daten im Minenkampf verarbeitet.
Später wurden die älteren Drohnen durch modernere Minenbekämpfungsmittel ergänzt beziehungsweise ersetzt. Dazu gehört insbesondere das System SEEFUCHS, mit dem erkannte Unterwasserobjekte identifiziert und Minen unmittelbar bekämpft werden können.
Bewaffnung und weitere Fähigkeiten
Die DILLINGEN war ursprünglich mit einem 40-mm-Geschütz auf dem Vorschiff bewaffnet. Dieses wurde wie bei den übrigen deutschen Booten der Klasse später durch das 27-mm-Marineleichtgeschütz MLG 27 ersetzt.
Zum Eigenschutz stehen außerdem zwei schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter und tragbare Flugabwehrwaffen zur Verfügung.
Auf dem Achterdeck können vier Minenschienen montiert werden. Damit ist das Boot nicht nur zur Minenabwehr befähigt, sondern kann bei entsprechender Ausrüstung auch selbst Seeminen legen.
Verbandszugehörigkeit
Nach ihrer Indienststellung gehörte die DILLINGEN zum 1. Minensuchgeschwader und war zunächst in Olpenitz stationiert.
Nach der Auflösung dieses Verbandes Ende 2005 wurde das Boot dem 3. Minensuchgeschwader zugeordnet. Seit der Verlegung der Minenstreitkräfte ist Kiel der Heimathafen der DILLINGEN.
Das 3. Minensuchgeschwader vereint heute die zehn verbliebenen deutschen Boote der Frankenthal-Klasse und bündelt die Fähigkeiten zur Minenjagd, zum Minentauchen und zum ferngelenkten Minenräumen.
Übungen und internationale Zusammenarbeit
Die DILLINGEN nahm während ihrer Dienstzeit wiederholt an nationalen und multinationalen Übungen zur Seeminenabwehr teil.
Dazu gehören Manöver in Nord- und Ostsee sowie die Zusammenarbeit mit Minenabwehreinheiten anderer NATO-Staaten. Bilddokumente belegen unter anderem die Teilnahme an BALTOPS 2019, einer großen multinationalen Übung im Ostseeraum.
Bei solchen Unternehmungen werden neben der eigentlichen Minenjagd auch die gemeinsame Führung, der Austausch von Sonardaten und die Koordination verschiedener Unterwasserfahrzeuge trainiert.
Modernisierung
Die DILLINGEN gehört zu den Booten der Frankenthal-Klasse, die im Rahmen eines mehrjährigen Programms technisch modernisiert wurden.
Das Historische Marinearchiv nennt für den Zeitraum 2022 bis 2025 eine zeitweilige Außerdienststellung zur Umrüstung. Dabei handelte es sich nicht um eine endgültige Außerdienststellung, sondern um eine vorübergehende Herausnahme aus dem aktiven Fahrbetrieb.
Die Modernisierung dient dazu, Führungsanlagen, Sensorik und Minenabwehrsysteme auf einen neueren Stand zu bringen und die Einsatzfähigkeit der Klasse bis zur Einführung eines Nachfolgesystems zu erhalten.
Patenschaft mit der Stadt Dillingen
Namensgeberin des Bootes ist die saarländische Stadt Dillingen/Saar.
Die Patenschaft verbindet die Stadt mit der Besatzung und wird traditionell durch gegenseitige Besuche, Veranstaltungen und persönliche Kontakte gepflegt. Wie bei vielen deutschen Minenabwehrbooten schafft der Städtename damit eine dauerhafte Verbindung zwischen Marine und Bevölkerung.
Technische Daten
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Klasse: 332C – Frankenthal-Klasse
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Typ: Minenjagdboot
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Kennung: M 1065
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Rufzeichen: DREX
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Seriennummer: 332/08
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Bauwerft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder
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Baunummer: 6438
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Baubeginn: 15. Januar 1992
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Stapellauf: 26. Mai 1994
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Indienststellung: 25. April 1995
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Länge: 54,4 Meter
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Breite: 9,2 Meter
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Tiefgang: 2,6 Meter
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Verdrängung: etwa 650 Tonnen
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Antriebsleistung: rund 4.100 Kilowatt
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Geschwindigkeit: mehr als 18 Knoten
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Bewaffnung: ein MLG 27, zwei schwere Maschinengewehre und tragbare Flugabwehrwaffen
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Heimathafen: Kiel
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Verband: 3. Minensuchgeschwader
Die Grunddaten werden von der Deutschen Marine und dem Historischen Marinearchiv weitgehend übereinstimmend angegeben.
Verbleib
M 1065 DILLINGEN gehört weiterhin zum Bestand der Deutschen Marine. Sie ist dem 3. Minensuchgeschwader in Kiel zugeordnet.
Die für 2022 bis 2025 dokumentierte Außerdienststellung war ausschließlich vorübergehend und diente der technischen Umrüstung. Eine endgültige Außerdienststellung ist nicht belegt.
Bedeutung
Die DILLINGEN ist ein klassisches Minenjagdboot der Variante 332C. Ihre besondere Stärke liegt in der präzisen Ortung und Bekämpfung einzelner Seeminen mit Sonar und ferngelenkten Unterwasserfahrzeugen.
Durch ihre Modernisierung bleibt sie ein wichtiger Bestandteil der deutschen Seeminenabwehr und trägt gemeinsam mit den übrigen Booten des 3. Minensuchgeschwaders zur Sicherung von Häfen, Küstengewässern und internationalen Seewegen bei.