Bau und Indienststellung
Die SULZBACH-ROSENBERG wurde bei der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut. Der Bauauftrag war am 24. November 1988 erteilt worden. Der Baubeginn erfolgte am 1. September 1992, der Stapellauf am 27. April 1995.
Am 23. Januar 1996 wurde M 1062 SULZBACH-ROSENBERG in Dienst gestellt. Die Deutsche Marine bestätigt dieses Indienststellungsdatum in ihrer offiziellen Übersicht zur Frankenthal-Klasse. Das Rufzeichen des Bootes lautet DREU.
Verwendung als Minenjagdboot
Die SULZBACH-ROSENBERG wurde für die gezielte Minenjagd entwickelt. Mit ihrem Minenjagdsonar sucht die Besatzung den Meeresboden systematisch nach verdächtigen Objekten ab.
Ein erkannter Kontakt wird zunächst ausgewertet und anschließend mit einer ferngelenkten Unterwasserdrohne näher untersucht. Zur heutigen Ausrüstung der Frankenthal-Klasse gehören Drohnen des Typs Seefuchs. Eine Ausführung dient der Identifizierung mit Kamera und Sensoren, eine weitere trägt eine Sprengladung zur gezielten Vernichtung einer bestätigten Mine.
Auch Minentaucher können eingesetzt werden, wenn die Wassertiefe gering ist, schwierige Bodenverhältnisse vorliegen oder sich ein verdächtiges Objekt in der Nähe von Hafenanlagen, Unterwasserkabeln oder Pipelines befindet.
Schutz im Minenfeld
Der Rumpf der SULZBACH-ROSENBERG besteht aus nicht magnetisierbarem Stahl. Dadurch wird die magnetische Signatur des Bootes reduziert und die Gefahr verringert, eine Magnetmine auszulösen.
Eine Magnet-Eigenschutzanlage gleicht zusätzlich die Magnetfelder aus, die von elektrischen und elektronischen Anlagen an Bord erzeugt werden. Für den Einsatz im Minenfeld kann das Boot außerdem besonders langsam und geräuscharm fahren.
Diese sogenannte Schleichfahrt ermöglicht ein präzises Manövrieren und reduziert zugleich die akustische Signatur des Bootes.
Bewaffnung und weitere Fähigkeiten
Die SULZBACH-ROSENBERG war ursprünglich mit einem 40-mm-Geschütz auf dem Vorschiff bewaffnet. Dieses wurde im Zuge der Modernisierung der Klasse durch das 27-mm-Marineleichtgeschütz MLG 27 ersetzt.
Ergänzend gehören zwei schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter und tragbare Flugabwehrraketen vom Typ FIM-92 Stinger zum Eigenschutz der Boote.
Neben der Minenjagd kann die SULZBACH-ROSENBERG selbst Seeminen legen. Dafür können auf dem Achterdeck Minenschienen angebracht werden.
Verbandszugehörigkeit
Die SULZBACH-ROSENBERG gehörte nach ihrer Indienststellung zunächst zu den Minenstreitkräften in Olpenitz. Die Boote der Frankenthal-Klasse waren ursprünglich überwiegend im 1. Minensuchgeschwader zusammengefasst.
Im Zuge der späteren Umgliederungen wechselte das Boot zum 3. Minensuchgeschwader. Heute sind alle zehn verbliebenen deutschen Boote der Frankenthal-Klasse in Kiel stationiert und dort im 3. Minensuchgeschwader zusammengefasst.
NATO-Verbände und internationale Übungen
Die SULZBACH-ROSENBERG nahm wiederholt an internationalen Übungen und Einsätzen zur Seeminenabwehr teil. Dazu gehörten auch Unterstellungen unter die Standing NATO Mine Countermeasures Group 1, den ständigen Minenabwehrverband der NATO für Nord- und Ostsee sowie angrenzende Seegebiete.
Im Jahr 2017 gehörte die SULZBACH-ROSENBERG gemeinsam mit dem lettischen Führungsschiff VIRSAITIS zur SNMCMG 1.
Am 29. September 2020 verließ das Boot erneut Kiel und wurde für rund zweieinhalb Monate dem NATO-Minenabwehrverband unterstellt. Am 15. Dezember 2020 kehrte es in seinen Heimathafen zurück.
Diese Einsätze dienen sowohl der praktischen Minenjagd als auch der gemeinsamen Ausbildung, der Verbandsführung und der Sicherung internationaler Seewege.
Modernisierung
Die SULZBACH-ROSENBERG gehört zu den Booten der Frankenthal-Klasse, die im Rahmen eines umfangreichen Programms technisch modernisiert werden.
Das Historische Marinearchiv führt für den Zeitraum 2022 bis 2025 eine zeitweilige Außerdienststellung zur Umrüstung auf. Dabei handelte es sich nicht um eine endgültige Außerdienststellung, sondern um eine vorübergehende Herausnahme aus dem Fahrbetrieb.
Zu den Modernisierungsmaßnahmen gehören unter anderem Arbeiten am Führungs- und Waffeneinsatzsystem sowie an Sensoren und Komponenten der Minenjagdausrüstung. Damit soll die Einsatzfähigkeit der Boote bis zur Einführung einer Nachfolgeklasse erhalten bleiben.
Patenschaft mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg
Namensgeberin des Bootes ist die bayerische Stadt Sulzbach-Rosenberg. Die Patenschaft verbindet die Stadt mit der Besatzung und wird durch Besuche, Veranstaltungen und persönliche Kontakte gepflegt.
Wie bei vielen deutschen Minenabwehrbooten dient der Städtename nicht nur der Identifikation der Einheit, sondern schafft auch eine dauerhafte Verbindung zwischen Marine und Bevölkerung.
Technische Daten
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Klasse: 332C – Frankenthal-Klasse
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Typ: Minenjagdboot
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Kennung: M 1062
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Rufzeichen: DREU
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Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack
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Baunummer: 6440
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Bauauftrag: 24. November 1988
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Baubeginn: 1. September 1992
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Stapellauf: 27. April 1995
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Indienststellung: 23. Januar 1996
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Länge: 54,4 Meter
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Breite: 9,2 Meter
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Tiefgang: 2,6 Meter
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Verdrängung: etwa 650 Tonnen
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Geschwindigkeit: mehr als 18 Knoten
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Bewaffnung: ein MLG 27, zwei schwere Maschinengewehre und Flugabwehrsysteme
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Heimathafen: Kiel
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Verband: 3. Minensuchgeschwader
Die Deutsche Marine gibt für die Frankenthal-Klasse eine Besatzungsstärke von etwa 42 Soldatinnen und Soldaten an. Abhängig vom Auftrag können zusätzlich Minentaucher oder weiteres Fachpersonal eingeschifft werden.
Verbleib
M 1062 SULZBACH-ROSENBERG gehört weiterhin zum Bestand der Deutschen Marine. Die zeitweilige Außerdienststellung zwischen 2022 und 2025 diente der technischen Umrüstung und darf nicht mit einer endgültigen Außerdienststellung verwechselt werden.
Das Boot ist dem 3. Minensuchgeschwader in Kiel zugeordnet und gehört zu den zehn verbliebenen deutschen Einheiten der Frankenthal-Klasse.
Bedeutung
Die SULZBACH-ROSENBERG ist ein klassisches Minenjagdboot der Variante 332C. Ihre Fähigkeiten liegen in der präzisen Sonarsuche, der Identifizierung und Bekämpfung von Seeminen mit Unterwasserdrohnen sowie der Unterstützung von Minentauchern.
Durch ihre wiederholte Teilnahme an NATO-Verbänden und internationalen Übungen leistet sie nicht nur einen Beitrag zur deutschen Küsten- und Hafenverteidigung, sondern auch zur gemeinsamen Sicherung wichtiger europäischer Seewege.