Bau und Indienststellung
Die HOMBURG wurde bei der Kröger-Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg gebaut. Sie trägt die Baunummer 6439 und innerhalb der Frankenthal-Klasse die Seriennummer 332/09.
Der Bauauftrag wurde am 24. November 1988 erteilt. Der Baubeginn erfolgte am 17. Februar 1992, der Stapellauf am 21. April 1994. Am 26. September 1995 wurde M 1069 HOMBURG in Dienst gestellt. Das Rufzeichen des Bootes lautet DRFB.
Verwendung als Minenjagdboot
Die HOMBURG wurde speziell für die gezielte Minenjagd gebaut. Mit ihrem hochauflösenden Sonar sucht die Besatzung den Meeresboden systematisch nach verdächtigen Objekten ab.
Erkannte Sonarkontakte werden zunächst ausgewertet und klassifiziert. Anschließend können ferngelenkte Unterwasserfahrzeuge zur näheren Untersuchung eingesetzt werden. Zur heutigen Ausrüstung der Frankenthal-Klasse gehören Minenbekämpfungsdrohnen des Typs SEEFUCHS. Diese können ein verdächtiges Objekt optisch identifizieren oder eine bestätigte Mine gezielt vernichten.
Bei Einsätzen in flachen Gewässern, Häfen oder in der Nähe empfindlicher Unterwasseranlagen können zusätzlich Minentaucher eingeschifft werden. Die Boote der Variante 332C können dafür vier Minentaucher sowie eine Taucherdruckkammer mitführen.
Schutz im Minenfeld
Der Bootskörper der HOMBURG besteht aus nicht magnetisierbarem Stahl. Dadurch wird ihre magnetische Signatur verringert und das Risiko reduziert, beim Einsatz selbst eine Magnetmine auszulösen.
Zusätzlich verfügt das Boot über eine Magnet-Eigenschutzanlage, welche die durch Maschinen, Leitungen und elektrische Einrichtungen erzeugten Magnetfelder weitgehend ausgleicht.
Während der Minenjagd kann die HOMBURG mit geringer Geschwindigkeit und reduzierter Geräuschentwicklung fahren. Diese Schleichfahrt erleichtert das genaue Manövrieren und vermindert zugleich die Gefahr, akustisch wirkende Minen auszulösen.
Minenjagdausrüstung
Bei ihrer Indienststellung verfügte die HOMBURG über die für die Klasse typische Sonar- und Minenjagdausrüstung sowie ferngelenkte Unterwasserfahrzeuge des Typs PINGUIN B3.
Im Laufe ihrer Dienstzeit wurde die Technik weiterentwickelt. Die älteren Minenjagddrohnen wurden durch modernere Systeme ergänzt oder ersetzt. Heute gehören SEEFUCHS-Drohnen zur Standardausrüstung der Frankenthal-Klasse.
Die vom Sonar und von den eingesetzten Unterwasserfahrzeugen gewonnenen Informationen werden an Bord zusammengeführt und ausgewertet. Auf dieser Grundlage plant und führt die Besatzung die Identifizierung und Bekämpfung der georteten Minen durch.
Bewaffnung und weitere Fähigkeiten
Die HOMBURG war ursprünglich mit einem 40-mm-Geschütz auf dem Vorschiff bewaffnet. Später wurde dieses durch das 27-mm-Marineleichtgeschütz MLG 27 ersetzt.
Zum weiteren Eigenschutz gehören zwei schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter sowie tragbare Flugabwehrwaffen vom Typ FIM-92 Stinger.
Auf dem Achterdeck können vier Minenschienen montiert werden. Damit kann das Boot bei entsprechender Ausrüstung nicht nur Minen beseitigen, sondern auch selbst Seeminen legen. Die Deutsche Marine gibt eine mögliche Aufnahme von Ankertau- und Grundminen an.
Verbandszugehörigkeit
Nach ihrer Indienststellung gehörte die HOMBURG zunächst zum 1. Minensuchgeschwader und war in Olpenitz stationiert.
Nach der Auflösung dieses Verbandes wurde das Boot dem 3. Minensuchgeschwader zugeordnet. Seit 2006 ist Kiel ihr Heimathafen. Dort sind heute alle zehn noch von Deutschland betriebenen Boote der Frankenthal-Klasse zusammengefasst.
Übungen und NATO-Verwendung
Die HOMBURG nahm während ihrer Dienstzeit wiederholt an nationalen und multinationalen Übungen zur Seeminenabwehr teil.
Sie wurde auch in den ständigen Minenabwehrverbänden der NATO eingesetzt. Dabei arbeitete ihre Besatzung mit Schiffen und Booten verschiedener Bündnispartner in Nord- und Ostsee zusammen. Zu den Aufgaben gehörten die Suche nach historischen Kampfmitteln, die gemeinsame Minenjagd und die Ausbildung innerhalb multinationaler Verbände.
Bei einer mehrmonatigen NATO-Verwendung befand sich zusätzlich ein vierköpfiges Minentaucherteam der portugiesischen Marine an Bord, das die Besatzung bei der Suche nach Altmunition unterstützte.
Verstärkung der NATO-Nordflanke 2022
Am 28. Februar 2022 lief die HOMBURG gemeinsam mit der SULZBACH-ROSENBERG, dem Minensuchboot SIEGBURG und dem Tender ELBE aus Kiel aus.
Die Einheiten sollten die NATO-Nordflanke in der Ostsee verstärken. Weitere Minenabwehrboote waren bereits zuvor ausgelaufen. Der Einsatz verdeutlichte, dass die Frankenthal-Klasse neben der klassischen Minenjagd auch für schnelle Präsenz- und Bündnisaufgaben eingesetzt wird.
Modernisierung
Die HOMBURG gehört zu den Booten der Klasse 332, die zur Verlängerung ihrer Nutzungsdauer umfassend modernisiert werden.
Das Historische Marinearchiv führt für den Zeitraum 2022 bis 2025 eine zeitweilige Außerdienststellung zur Umrüstung auf. Dabei handelte es sich nicht um eine endgültige Außerdienststellung, sondern um eine vorübergehende Herausnahme aus dem regulären Fahrbetrieb.
Die Arbeiten betrafen unter anderem Führungsanlagen, Sensorik und Komponenten der Minenjagdausrüstung. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit der Klasse bis zur Einführung eines Nachfolgesystems zu erhalten.
Patenschaft mit der Stadt Homburg
Namensgeberin des Bootes ist die saarländische Kreis- und Universitätsstadt Homburg.
Die Patenschaft besteht seit der Indienststellung im Jahr 1995. Zuvor hatte die Stadt bereits seit 1981 eine Verbindung zum Minensuchboot SPICA gepflegt. Nach dessen Außerdienststellung erhielt Homburg mit M 1069 ein neues Patenboot.
Im September 2025 wurde das 30-jährige Bestehen der Patenschaft gefeiert. Die Stadt und die Besatzung würdigten dabei die über Jahrzehnte gewachsene Verbindung.
Technische Daten
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Klasse: 332C – Frankenthal-Klasse
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Typ: Minenjagdboot
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Kennung: M 1069
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Rufzeichen: DRFB
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Seriennummer: 332/09
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Bauwerft: Kröger-Werft, Schacht-Audorf
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Baunummer: 6439
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Bauauftrag: 24. November 1988
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Baubeginn: 17. Februar 1992
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Stapellauf: 21. April 1994
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Indienststellung: 26. September 1995
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Länge: 54,4 Meter
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Breite: 9,2 Meter
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Tiefgang: 2,6 Meter
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Verdrängung: etwa 650 Tonnen
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Antriebsleistung: rund 4.100 Kilowatt
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Geschwindigkeit: mehr als 18 Knoten
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Stammbesatzung: 42 Soldatinnen und Soldaten
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Zusatzpersonal: bis zu vier Minentaucher
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Heimathafen: Kiel
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Verband: 3. Minensuchgeschwader
Die technischen Grunddaten entsprechen den offiziellen Angaben der Deutschen Marine.
Verbleib
M 1069 HOMBURG befindet sich weiterhin im Bestand der Deutschen Marine und ist dem 3. Minensuchgeschwader in Kiel zugeordnet.
Die zeitweilige Außerdienststellung im Rahmen der Modernisierung war nicht endgültig. Noch im September 2025 nahm eine Delegation der aktiven Besatzung unter Führung der damaligen Kommandantin an den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Patenschaftsjubiläum in Homburg teil.
Bedeutung
Die HOMBURG ist ein klassisches Minenjagdboot der Variante 332C. Ihre besondere Stärke liegt in der präzisen Suche nach einzelnen Seeminen und deren Bekämpfung mit Sonar, Unterwasserdrohnen und bei Bedarf Minentauchern.
Durch ihre regelmäßige Beteiligung an NATO-Verbänden, Übungen und sicherheitspolitischen Präsenzaufgaben trägt sie nicht nur zur deutschen Seeminenabwehr, sondern auch zur gemeinsamen Sicherung der europäischen Seewege bei.