Die DÜREN entstand bei der Burmester-Werft in Bremen-Burg unter der Baunummer 5440. Der Stapellauf erfolgte am 12. Juni 1958. Am 22. April 1959 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt.
Dienst als Küstenminensuchboot
Nach ihrer Indienststellung gehörte die DÜREN zum 4. Minensuchgeschwader in Wilhelmshaven. Ihre ursprüngliche Aufgabe bestand in der klassischen Minenräumung in Küstengewässern, Hafenzufahrten und wichtigen Schifffahrtswegen.
Wie alle Einheiten der Lindau-Klasse besaß sie einen weitgehend amagnetischen Holzrumpf. Dadurch sollte das magnetische Eigenfeld des Bootes möglichst gering gehalten werden, um die Gefahr einer unbeabsichtigten Auslösung magnetisch reagierender Seeminen zu vermindern.
Zur Ausrüstung als Küstenminensuchboot gehörten mechanische, magnetische und akustische Räumgeräte. Damit konnten verschiedene Arten von Ankertau- und Grundminen bekämpft werden.
Zwischen dem Boot und der namensgebenden Stadt Düren bestand eine enge Patenschaft. Vertreter der Stadt und der Marinekameradschaft nahmen bereits an der Indienststellung teil. Gegenseitige Besuche der Besatzungen und der Stadtvertreter hielten die Verbindung über viele Jahre lebendig. Im Rathaus von Düren erinnern ein großes Modell und weitere Ausstellungsstücke an das Boot.
Umbau zum Hohlstablenkboot
Am 20. Dezember 1979 wurde die DÜREN als Küstenminensuchboot außer Dienst gestellt und anschließend zum Hohlstablenkboot der Klasse 351 umgebaut.
Die Arbeiten veränderten Aufgabe und Ausrüstung des Bootes grundlegend. Statt ein Minenfeld selbst mit herkömmlichen Räumgeräten zu durchfahren, sollte die DÜREN künftig mehrere unbemannte Räumdrohnen aus sicherer Entfernung führen.
Am 8. November 1983 wurde sie als Hohlstablenkboot wieder in Dienst gestellt. Nach der Auflösung des zeitweilig bestehenden Minenabwehrgeschwaders Nordsee gehörte sie zum 6. Minensuchgeschwader in Wilhelmshaven.
Das TROIKA-System
Als Hohlstablenkboot war die DÜREN Bestandteil des deutschen Fernräumsystems TROIKA. Zu jedem Führungsschiff gehörten mehrere ferngelenkte Räumdrohnen des Typs SEEHUND.
Die SEEHUNDE bestanden im Wesentlichen aus einem amagnetischen Bootskörper mit einer starken Magnetspule. Ergänzend konnten akustische Räumgeräte eingesetzt werden. Die Drohnen erzeugten dadurch die magnetischen und akustischen Signaturen eines größeren Schiffes und sollten entsprechend eingestellte Grundminen zur Detonation bringen.
Die DÜREN übernahm dabei insbesondere:
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die Fernsteuerung der SEEHUND-Räumdrohnen,
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die Navigation und Führung des Räumverbandes,
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die Planung und Überwachung der Räumwege,
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die technische Betreuung der Drohnen,
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die Auswertung und Dokumentation der Räumergebnisse.
Das bemannte Führungsschiff konnte dabei möglichst außerhalb des gefährlichsten Teils des Minenfeldes bleiben. Dies verringerte das unmittelbare Risiko für die Besatzung erheblich.
Dienst im 6. Minensuchgeschwader
Nach ihrem Umbau gehörte die DÜREN gemeinsam mit den fünf weiteren Hohlstablenkbooten der Klasse 351 zum 6. Minensuchgeschwader. Die sechs Führungsschiffe bildeten zusammen mit insgesamt 18 SEEHUND-Räumdrohnen den Kern des TROIKA-Systems der Bundesmarine und späteren Deutschen Marine.
Während ihrer langen Dienstzeit nahm die DÜREN an zahlreichen nationalen und internationalen Übungen sowie Minenabwehrvorhaben teil. Dabei diente sie sowohl als Führungsplattform als auch als Wohn-, Versorgungs- und Wartungseinheit für die Besatzungen und technischen Anlagen des Räumverbandes.
Außerdienststellung und Übergabe an Südafrika
Nach mehr als 41 Jahren unter deutscher Flagge wurde die DÜREN am 29. September 2000 endgültig außer Dienst gestellt. Das Historische Marinearchiv nennt in seinem Datensatz den 29. Juni 2000; die Klassenübersichten führen dagegen den 29. September 2000. Wegen dieser abweichenden Angaben sollte das genaue Datum im Schiffsfinder noch einmal anhand einer offiziellen Außerdienststellungsurkunde geprüft werden.
Im Jahr 2001 wurde das ehemalige Hohlstablenkboot an die südafrikanische Marine übergeben. Dort erhielt es den Namen KAPA und die Kennung M 1223.
Die KAPA wurde später aufgelegt und im März 2009 aus dem aktiven Bestand genommen. Anschließend wurde das Boot an einen privaten Eigentümer verkauft.
Nutzung als Expeditionsschiff
Nach dem Verkauf wurde die ehemalige DÜREN zu einem privaten Expeditions- und Tauchschiff umgebaut. Sie erhielt zunächst den Namen SNOW PETREL und wurde für Reisen in entlegene Seegebiete genutzt. Später wurde sie unter dem Namen SEA PATROL geführt.
Eine der letzten dokumentierten Sichtungen erfolgte 2016 in Ras al-Chaima in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über den heutigen Zustand des Schiffes liegen keine ausreichend gesicherten aktuellen Angaben vor.
Technische und historische Einordnung
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Name: DÜREN
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Kennung: M 1079
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Ursprüngliche Klasse: Klasse 320 – Lindau-Klasse
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Ursprüngliche Verwendung: Küstenminensuchboot
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Spätere Klasse: Klasse 351 – Schleswig-Klasse
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Spätere Verwendung: Hohlstablenkboot
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Bauwerft: Burmester-Werft, Bremen-Burg
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Baunummer: 5440
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Stapellauf: 12. Juni 1958
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Indienststellung: 22. April 1959
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Erster Verband: 4. Minensuchgeschwader
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Außerdienststellung vor dem Umbau: 20. Dezember 1979
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Wiederindienststellung als Hohlstablenkboot: 8. November 1983
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Späterer Verband: 6. Minensuchgeschwader
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Deutsche Außerdienststellung: 2000
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Übergabe an Südafrika: 2001
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Südafrikanischer Name: KAPA
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Südafrikanische Kennung: M 1223
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Spätere Namen: SNOW PETREL und SEA PATROL
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Letzter belegter Hinweis: 2016 in Ras al-Chaima, Vereinigte Arabische Emirate
Die DÜREN steht beispielhaft für die außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit der Lindau-Klasse. Aus einem klassischen Küstenminensuchboot wurde ein Führungsschiff für ferngelenkte Räumdrohnen, das anschließend sogar noch eine zivile Laufbahn als Expeditions- und Tauchschiff begann.
Ein Stück deutscher Marinegeschichte – für alle, die auf der DÜREN, im
4. Minensuchgeschwader oder später im 6. Minensuchgeschwader ihren Dienst geleistet haben.