Die KONSTANZ entstand bei der Burmester-Werft in Bremen-Burg unter der Baunummer 5442. Der Stapellauf erfolgte am 30. September 1958. Am 23. Juli 1959 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt.
Dienst als Küstenminensuchboot
Die KONSTANZ wurde ursprünglich für die klassische Minenräumung in Küstengewässern, Hafenzufahrten und wichtigen Schifffahrtswegen gebaut. Innerhalb der damaligen Bootsfolge wurde sie auch als KM 12 geführt und gehörte zu den Einheiten, die später für den Umbau zum Hohlstablenkboot ausgewählt wurden.
Wie alle Einheiten der Lindau-Klasse besaß sie einen weitgehend amagnetischen Holzrumpf. Oberhalb der Wasserlinie bestand die Außenhaut aus mehreren verleimten Holzschichten; unterhalb der Wasserlinie kam eine weitere Eichenschicht hinzu. Dieser Aufbau sollte das magnetische Eigenfeld des Bootes möglichst gering halten und damit die Gefahr vermindern, magnetisch ausgelöste Seeminen unbeabsichtigt zur Detonation zu bringen.
Zur ursprünglichen Ausstattung gehörten mechanische, magnetische und akustische Räumgeräte. Damit konnten verschiedene Arten von Ankertau- und Grundminen bekämpft werden.
Umbau zum Hohlstablenkboot
Am 25. April 1980 wurde die KONSTANZ als Küstenminensuchboot außer Dienst gestellt und anschließend zum Hohlstablenkboot der Klasse 351/06 umgebaut. Am 28. Mai 1982 wurde sie in ihrer neuen Verwendung wieder in Dienst gestellt.
Mit dem Umbau änderte sich ihre Aufgabe grundlegend. Statt ein vermutetes Minenfeld selbst mit herkömmlichen Räumgeräten zu durchfahren, führte die KONSTANZ nun ferngelenkte Räumdrohnen, die in das gefährdete Seegebiet geschickt werden konnten.
Nach der Wiederherstellung der Geschwaderstruktur gehörten die Hohlstablenkboote der Klasse 351 zum 6. Minensuchgeschwader in Wilhelmshaven.
Das TROIKA-System
Als Hohlstablenkboot war die KONSTANZ Teil des deutschen Fernräumsystems TROIKA. Dieses bestand aus einem bemannten Führungsschiff und mehreren ferngelenkten Räumdrohnen des Typs SEEHUND.
Die SEEHUND-Boote erzeugten starke magnetische und akustische Signaturen, die denen eines größeren Schiffes ähnelten. Dadurch sollten entsprechend eingestellte Grundminen ausgelöst werden, während das bemannte Hohlstablenkboot möglichst außerhalb des gefährlichsten Bereichs blieb.
Zu den Aufgaben der KONSTANZ gehörten insbesondere:
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die Fernsteuerung der SEEHUND-Räumdrohnen,
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die Navigation und Führung des Räumverbandes,
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die Festlegung und Überwachung der Räumwege,
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die technische Betreuung der Drohnen,
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die Auswertung und Dokumentation der Räumergebnisse,
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die Unterbringung und Versorgung des Bedien- und Wartungspersonals.
Die sechs zur Klasse 351 umgebauten Boote bildeten gemeinsam den Kern des TROIKA-Systems. Nach ihrer Außerdienststellung wurden ihre Aufgaben von den Hohlstablenkbooten der Ensdorf-Klasse übernommen.
Dienst im 6. Minensuchgeschwader
Die KONSTANZ nahm als Hohlstablenkboot an zahlreichen Ausbildungsfahrten sowie nationalen und internationalen Minenabwehrübungen teil. Anders als die SCHLESWIG und die PADERBORN gehörte sie jedoch nicht zu den beiden TROIKA-Führungsschiffen, die 1991 im Persischen Golf eingesetzt wurden.
Die Verbindung zwischen dem Boot und seiner namensgebenden Stadt Konstanz wurde über eine Patenschaft gepflegt. Solche Städtepatenschaften bildeten bei vielen Booten der Lindau-Klasse eine wichtige Verbindung zwischen Besatzung, Marine und Bevölkerung.
Außerdienststellung und Übergabe an Südafrika
Bei der endgültigen deutschen Außerdienststellung bestehen unterschiedliche Datumsangaben. Das Historische Marinearchiv nennt den 29. Juni 2000, während Klassenübersichten den 29. September 2000 angeben. Sicher ist, dass die aktive Dienstzeit der KONSTANZ bei der Deutschen Marine im Jahr 2000 endete.
Im Jahr 2001 wurde die KONSTANZ gemeinsam mit den fünf weiteren Hohlstablenkbooten der Klasse 351 an Südafrika abgegeben. Der Vertrag zur Übernahme der Boote war am 10. November 2000 geschlossen worden. Die südafrikanische Marine bezeichnete die übernommenen Einheiten als City-Klasse.
Während vier der Boote für eine weitere Nutzung vorgesehen waren, dienten die ehemaligen KONSTANZ und ULM vor allem als Ersatzteilspender. Die KONSTANZ wurde daher nicht regulär als aktives südafrikanisches Marineschiff in Dienst gestellt.
Versenkung als Übungsziel
Am 1. November 2007 wurde die ehemalige KONSTANZ während des südafrikanischen Manövers Red Lion als Übungsziel eingesetzt.
Dabei wurde das Boot durch von südafrikanischen Fregatten abgefeuerte Seezielflugkörper des Typs Exocet MM40 versenkt. Das Wrack verblieb anschließend als künstliches Riff auf dem Meeresgrund.
Damit endete die Geschichte der KONSTANZ auf ungewöhnliche Weise: Nach mehr als vier Jahrzehnten deutscher Minenabwehrgeschichte und einigen Jahren als Materialreserve wurde sie Teil einer scharfen südafrikanischen Waffenübung.
Technische und historische Einordnung
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Name: KONSTANZ
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Kennung: M 1081
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Ursprüngliche Klasse: Klasse 320 – Lindau-Klasse
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Ursprüngliche Verwendung: Küstenminensuchboot
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Spätere Klasse: Klasse 351/06 – Schleswig-Klasse
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Spätere Verwendung: Hohlstablenkboot
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Bauwerft: Burmester-Werft, Bremen-Burg
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Baunummer: 5442
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Stapellauf: 30. September 1958
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Indienststellung: 23. Juli 1959
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Frühere Bootsbezeichnung: KM 12
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Außerdienststellung vor dem Umbau: 25. April 1980
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Wiederindienststellung als Hohlstablenkboot: 28. Mai 1982
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Späterer Verband: 6. Minensuchgeschwader
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Deutsche Außerdienststellung: 2000
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Übergabe an Südafrika: 2001
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Nutzung in Südafrika: Ersatzteilspender
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Verbleib: am 1. November 2007 während des Manövers Red Lion als Übungsziel versenkt; künstliches Riff
Die KONSTANZ steht beispielhaft für den technischen Wandel innerhalb der Lindau-Klasse. Aus einem klassischen Küstenminensuchboot wurde ein Führungsschiff für ferngelenkte Minenräumdrohnen, das über viele Jahre zum TROIKA-System des 6. Minensuchgeschwaders gehörte.
Ihr Ende als Übungsziel vor Südafrika war spektakulär, aber endgültig. Heute liegt die ehemalige KONSTANZ als künstliches Riff auf dem Meeresgrund.
Ein Stück deutscher Marinegeschichte – für alle, die auf der KONSTANZ, im ursprünglichen Minensuchdienst oder später im 6. Minensuchgeschwader ihren Dienst geleistet haben.