Kategorie: KM-Boot M1071 KOBLENZ

M 1071 KOBLENZ – Küstenminensuchboot und Minenjagdboot der Lindau-Klasse

Die KOBLENZ mit der Kennung M 1071 gehörte zu den 18 Küstenminensuchbooten der Lindau-Klasse, Klasse 320. Das Boot wurde für die Minenabwehr in den Küstengewässern von Nord- und Ostsee gebaut und später zu einem modernen Minenjagdboot der Klasse 331B umgerüstet.

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Die KOBLENZ entstand auf der Burmester-Werft in Bremen-Burg unter der Baunummer 5433. Der Stapellauf erfolgte am 6. Mai 1957. Am 8. Juli 1958 wurde das Boot bei der Bundesmarine in Dienst gestellt.

Dienst als Küstenminensuchboot

Nach ihrer Indienststellung wurde die KOBLENZ dem 6. Minensuchgeschwader in Cuxhaven zugeteilt. Innerhalb des Geschwaders wurde sie zunächst als KM 3 geführt. Im Juni 1969 verlegte der Verband von Cuxhaven nach Wilhelmshaven.

Die KOBLENZ war ursprünglich für die klassische Minenräumung vorgesehen. Dazu gehörten das Räumen von Ankertau-, Magnet- und akustisch ausgelösten Minen sowie die Sicherung wichtiger Schifffahrtswege und Hafenzufahrten.

Wie alle Boote der Lindau-Klasse besaß sie einen weitgehend amagnetischen Holzrumpf. Dieser verringerte das Risiko, magnetisch ausgelöste Seeminen während der Räumarbeiten unbeabsichtigt zur Detonation zu bringen.

Umbau zum Minenjagdboot

Am 12. Februar 1975 begann der Umbau der KOBLENZ zum Minenjagdboot der Klasse 331B. Dabei wurde das bisherige Küstenminensuchboot umfassend modernisiert.

Nach dem Umbau bestand die Hauptaufgabe nicht mehr nur darin, ein größeres Seegebiet mit Räumgeräten zu bearbeiten. Seeminen konnten nun mit einem Minenjagdsonar gezielt gesucht, geortet und anschließend durch ferngelenkte Minenjagddrohnen oder Minentaucher bekämpft werden.

Ab Juni 1978 gehörte die KOBLENZ zum zeitweilig aufgestellten Minenabwehrgeschwader Nordsee. Nach dessen Auflösung wurde sie ab Juni 1984 wieder im 4. Minensuchgeschwader geführt.

Einsatz im Persischen Golf

Zu den bedeutendsten Einsätzen der KOBLENZ gehörte ihre Teilnahme am Minenabwehrverband Südflanke.

Das Boot lief im August 1990 in das östliche Mittelmeer aus. Nach dem Ende des Zweiten Golfkriegs wurde der Verband in den Persischen Golf verlegt. Dort beteiligte sich die KOBLENZ ab März 1991 an der Suche und Räumung irakischer Seeminen. Der Einsatz diente dazu, wichtige Seewege und Hafenzufahrten wieder sicher befahrbar zu machen. Im September 1991 kehrte das Boot nach Deutschland zurück.

Damit gehörte die KOBLENZ zu den deutschen Minenabwehrfahrzeugen, die erstmals seit Bestehen der Bundesmarine an einem weit entfernten internationalen Minenräumeinsatz teilnahmen.

Außerdienststellung und Übergabe an Litauen

Nach mehr als 40 Jahren unter deutscher Flagge wurde die KOBLENZ am 22. Juni 1999 außer Dienst gestellt und anschließend an die litauische Marine übergeben.

In Litauen erhielt das Boot den Namen SŪDUVIS und die Kennung M 52. Es blieb dort als Minenjagdboot im aktiven Dienst und war in Klaipėda stationiert.

Im Jahr 2021 beendete die SŪDUVIS ihren aktiven Dienst bei der litauischen Marine. Anschließend wurde sie dem Litauischen Meeresmuseum übergeben. Heute liegt das ehemalige deutsche Minenjagdboot als öffentlich zugängliches Museumsschiff in Klaipėda.

Technische und historische Einordnung

  • Name: KOBLENZ

  • Kennung: M 1071

  • Ursprüngliche Klasse: Klasse 320 – Küstenminensuchboot

  • Spätere Klasse: Klasse 331B – Minenjagdboot

  • Bauwerft: Burmester-Werft, Bremen-Burg

  • Baunummer: 5433

  • Stapellauf: 6. Mai 1957

  • Indienststellung: 8. Juli 1958

  • Erster Verband: 6. Minensuchgeschwader, Cuxhaven

  • Umbau zum Minenjagdboot: ab 12. Februar 1975

  • Deutsche Außerdienststellung: 22. Juni 1999

  • Übergabe an Litauen: 1999

  • Litauischer Name: SŪDUVIS

  • Litauische Kennung: M 52

  • Ende des aktiven Dienstes: 2021

  • Verbleib: Museumsschiff in Klaipėda

Die KOBLENZ gehört zu den besonders bemerkenswerten Einheiten der Lindau-Klasse. Sie diente zunächst als klassisches Küstenminensuchboot, wurde später zum Minenjagdboot umgebaut, nahm am Minenräumeinsatz im Persischen Golf teil und blieb anschließend noch mehr als zwei Jahrzehnte bei der litauischen Marine im Einsatz.

Heute ist sie als Museumsschiff erhalten und erinnert in Klaipėda an mehr als sechs Jahrzehnte deutsch-litauischer Marinegeschichte.

Ein Stück Marinegeschichte – für alle, die auf der KOBLENZ gefahren sind oder sich der Minenabwehr verbunden fühlen.