Kategorie: HL-Boot M1098 SIEGBURG

M 1098 SIEGBURG – Schnelles Minensuchboot der Hameln-Klasse und Hohlstablenkboot der Ensdorf-Klasse

Die M 1098 SIEGBURG gehörte zu den zehn Schnellen Minensuchbooten der Hameln-Klasse (Klasse 343), die zum Ende des Kalten Krieges für die Bundesmarine gebaut wurden. Als modernes Minenkampfboot vereinte sie die Fähigkeit zum schnellen Verlegen von Seeminen mit umfangreichen Einrichtungen zur Minenabwehr.

Mehr über diese Kollektion erfahren Beschreibung schließen

Mit der veränderten sicherheitspolitischen Lage nach 1990 wandelte sich auch ihr Aufgabenprofil. Die SIEGBURG wurde zu einem Hohlstablenkboot der Ensdorf-Klasse (Klasse 352) umgebaut und führte anschließend unbemannte Minenräumboote des Typs SEEHUND. Damit stand sie über viele Jahre im Dienst der deutschen Minenabwehrkräfte und nahm regelmäßig an multinationalen Übungen und Auslandseinsätzen teil.

Bau und Indienststellung

Die SIEGBURG wurde auf der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack gebaut. Der Stapellauf erfolgte im Jahr 1990, die Indienststellung bei der Bundesmarine 1991. Das Boot erhielt die Kennung M 1098 und wurde dem 5. Minensuchgeschwader zugeteilt.

Namensgeberin war die nordrhein-westfälische Kreisstadt Siegburg, die auch die Patenschaft für das Boot übernahm.

Dienst als Schnelles Minensuchboot der Hameln-Klasse

Als Boot der Klasse 343 war die SIEGBURG für den gesamten Minenkampf ausgelegt. Zu ihren Aufgaben gehörten das schnelle Ausbringen von Seeminen ebenso wie das Räumen von Seewegen. Der amagnetische Stahlrumpf verringerte die Gefahr durch Magnetminen erheblich. Ergänzt wurde die Ausrüstung durch Minenmeidesonar, mechanisches Räumgerät sowie Systeme zur Bekämpfung magnetischer und akustischer Minen.

Gemeinsam mit den übrigen Booten der Klasse bildete die SIEGBURG den Kern des 5. Minensuchgeschwaders und nahm regelmäßig an nationalen und NATO-Übungen in Nord- und Ostsee teil.

Umbau zum Hohlstablenkboot

Im Zuge der Neuausrichtung der deutschen Minenabwehr wurde die SIEGBURG Anfang der 2000er-Jahre zur Klasse 352 – Ensdorf-Klasse umgebaut. Die Minenlegeeinrichtungen entfielen zugunsten moderner Fernlenktechnik für die unbemannten Hohlstabräumboote vom Typ SEEHUND.

Darüber hinaus erhielt das Boot das Führungs- und Waffeneinsatzsystem TAKIS, moderne Kommunikationsanlagen sowie die Möglichkeit zum Einsatz der Minenjagddrohne SEEFUCHS, mit der einzelne Minen identifiziert und bekämpft werden konnten.

Dienst als Hohlstablenkboot

Nach dem Umbau blieb die SIEGBURG dem 5. Minensuchgeschwader zugeordnet. Von Kiel aus nahm sie regelmäßig an multinationalen Übungen im Ostsee- und Nordseeraum teil und war Bestandteil der deutschen Minenabwehrverbände innerhalb der NATO.

Wie die übrigen Boote der Ensdorf-Klasse konnte sie mehrere SEEHUND-Räumboote gleichzeitig führen. Diese erzeugten magnetische und akustische Signaturen, um Seeminen in sicherer Entfernung vom Führungsschiff auszulösen. Damit gehörte die SIEGBURG zu den modernsten Minenabwehrfahrzeugen der Deutschen Marine.

In ihren letzten Dienstjahren nahm sie unter anderem an den multinationalen Manövern BALTOPS und Joint Warrior teil und unterstützte die Ausbildung der deutschen Minenabwehrkräfte.

Außerdienststellung

Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst der Bundesmarine und Deutschen Marine wurde die M 1098 SIEGBURG im Jahr 2015 außer Dienst gestellt. Mit ihrer Außerdienststellung endete gleichzeitig die Einsatzgeschichte der Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse.

Verbleib

Nach der Außerdienststellung wurde die SIEGBURG außer Dienst gesetzt und aufgelegt. Für den weiteren Verbleib liegen derzeit keine durchgängig belastbaren und übereinstimmenden Quellen vor. Daher wird auf eine weitergehende Angabe verzichtet, bis eine eindeutige Dokumentation vorliegt.

Technische Daten

  • Kennung: M 1098

  • Name: SIEGBURG

  • Ursprüngliche Klasse: Klasse 343 – Hameln-Klasse

  • Spätere Klasse: Klasse 352 – Ensdorf-Klasse

  • Typ: Schnelles Minensuchboot, später Hohlstablenkboot

  • Bauwerft: Lürssen-Werft, Bremen-Vegesack

  • Indienststellung: 1991

  • Außerdienststellung: 2015

  • Länge: 54,40 Meter

  • Breite: 9,20 Meter

  • Tiefgang: etwa 2,60 Meter

  • Verdrängung: rund 650 Tonnen

  • Antrieb: zwei MTU-Dieselmotoren

  • Höchstgeschwindigkeit: etwa 18 Knoten

  • Besatzung: rund 40 Soldaten

Bedeutung

Die M 1098 SIEGBURG verdeutlicht den Wandel der deutschen Minenstreitkräfte nach dem Ende des Kalten Krieges. Aus einem für den klassischen Minenkampf entwickelten Boot wurde durch den Umbau ein hochspezialisiertes Führungsschiff für unbemannte Minenräumsysteme. Damit leistete die SIEGBURG über viele Jahre einen wichtigen Beitrag zur sicheren Minenabwehr in deutschen und internationalen Einsatzverbänden.