{"title":"Fregatte 125 Baden-Württemberg-Klasse","description":"\u003ch1\u003eBaden-Württemberg-Klasse – Fregatten der Klasse 125\u003c\/h1\u003e\n\u003cp\u003eDie \u003cstrong\u003eBaden-Württemberg-Klasse\u003c\/strong\u003e, auch als \u003cstrong\u003eKlasse 125 beziehungsweise F125\u003c\/strong\u003e bezeichnet, umfasst vier Fregatten der Deutschen Marine. Die zwischen 2019 und 2022 in Dienst gestellten Schiffe gehören zu den größten Überwasserkampfschiffen, die bislang für eine deutsche Marine gebaut wurden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZur Klasse gehören:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 222 \u003cstrong\u003eBADEN-WÜRTTEMBERG\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 223 \u003cstrong\u003eNORDRHEIN-WESTFALEN\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 224 \u003cstrong\u003eSACHSEN-ANHALT\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 225 \u003cstrong\u003eRHEINLAND-PFALZ\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eAlle vier Einheiten gehören zum \u003cstrong\u003e4. Fregattengeschwader\u003c\/strong\u003e der Einsatzflottille 2 und haben ihren Heimathafen in Wilhelmshaven.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eEntwicklung und Einordnung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Fregatten der Klasse 125 wurden unter anderen sicherheitspolitischen Voraussetzungen entwickelt als die vorangegangenen deutschen Fregattenklassen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWährend die Bremen-, Brandenburg- und Sachsen-Klasse noch stark durch die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung, der U-Boot-Jagd und der Begleitung größerer Flottenverbände geprägt waren, lag der ursprüngliche Schwerpunkt der Klasse 125 auf \u003cstrong\u003elang andauernden Stabilisierungseinsätzen in weit entfernten Seegebieten\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDazu zählen insbesondere:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eÜberwachung großer Seegebiete,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eDurchsetzung von Embargos,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBekämpfung von Piraterie,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSchutz der internationalen Schifffahrt,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003emaritime Präsenz in Krisenregionen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eFührung multinationaler Verbände,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eUnterstützung von Spezialkräften und Boardingteams.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDas Einsatzkonzept entstand vor dem Hintergrund der internationalen Missionen, an denen sich die Deutsche Marine seit den 1990er-Jahren zunehmend beteiligte. Die Schiffe sollten über lange Zeiträume in einem Einsatzgebiet bleiben können, ohne regelmäßig zur Instandsetzung nach Deutschland zurückkehren zu müssen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit der Rückkehr der Landes- und Bündnisverteidigung in den Mittelpunkt der deutschen Sicherheitspolitik wird die Klasse inzwischen auch verstärkt für Aufgaben der klassischen Seekriegsführung und für die Zusammenarbeit in NATO-Verbänden herangezogen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eBauprogramm\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie vier Fregatten wurden durch die Arbeitsgemeinschaft \u003cstrong\u003eARGE F125\u003c\/strong\u003e gebaut, die von thyssenkrupp Marine Systems und der Fr. Lürssen Werft getragen wurde. Der Bau der einzelnen Schiffssektionen erfolgte auf verschiedenen Werften; Zusammenbau, Ausrüstung und Erprobung wurden anschließend arbeitsteilig durchgeführt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Programm war von erheblichen technischen Verzögerungen begleitet. Besonders das Typschiff BADEN-WÜRTTEMBERG musste nach seiner ersten Übergabe nochmals zur Industrie zurückkehren, bevor es endgültig übernommen und 2019 in Dienst gestellt werden konnte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie vier Indienststellungen erfolgten schließlich:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 222 BADEN-WÜRTTEMBERG am \u003cstrong\u003e17. Juni 2019\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 223 NORDRHEIN-WESTFALEN am \u003cstrong\u003e10. Juni 2020\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 224 SACHSEN-ANHALT am \u003cstrong\u003e17. Mai 2021\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eF 225 RHEINLAND-PFALZ am \u003cstrong\u003e13. Juli 2022\u003c\/strong\u003e\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eMit der Indienststellung der RHEINLAND-PFALZ war die Klasse vollständig in die Deutsche Marine übernommen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eMehrbesatzungskonzept\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eEin wesentliches Merkmal der Klasse 125 ist das \u003cstrong\u003eMehrbesatzungskonzept\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie vier Schiffe werden nicht dauerhaft jeweils einer einzigen Stammbesatzung zugeordnet. Stattdessen stehen dem 4. Fregattengeschwader mehrere Besatzungen zur Verfügung, die unabhängig vom jeweiligen Schiff ausgebildet und eingesetzt werden können.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Besatzungen tragen Bezeichnungen aus dem NATO-Alphabet, beispielsweise Alpha, Bravo, Charlie oder Delta. Eine Besatzung kann daher nacheinander auf unterschiedlichen Schiffen der Klasse eingesetzt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eBei einem längeren Einsatz verbleibt das Schiff im Einsatzgebiet, während die Besatzung nach mehreren Monaten in einem geeigneten Hafen ausgewechselt wird. Die ablösende Besatzung übernimmt das Schiff nach einer geregelten Übergabe und führt den Auftrag fort.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDieses Konzept soll Einsätze von bis zu zwei Jahren ermöglichen, ohne dass das Schiff zwischendurch in seinen deutschen Heimathafen zurückkehren muss. Die Besatzungen wechseln sich grundsätzlich in ungefähr viermonatigen Abständen ab.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eFür die Marine bedeutet dies eine deutlich höhere Nutzbarkeit der einzelnen Plattformen. Für die Besatzungen soll gleichzeitig verhindert werden, dass dieselben Soldatinnen und Soldaten während der gesamten Einsatzdauer an Bord bleiben müssen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eIntensivnutzung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Fregatten wurden für eine sogenannte \u003cstrong\u003eIntensivnutzung\u003c\/strong\u003e ausgelegt. Technische Anlagen, Wartungsplanung und Ersatzteilversorgung wurden so konzipiert, dass die Schiffe wesentlich länger als frühere Klassen außerhalb Deutschlands betrieben werden können.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Konzept wurde erstmals in großem Umfang durch die BADEN-WÜRTTEMBERG erprobt. Das Schiff verließ Wilhelmshaven am 20. Oktober 2023 und kehrte erst am 11. April 2025 zurück.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWährend dieser 540 Tage nahmen nacheinander drei Besatzungen das Schiff in Betrieb. Die Fregatte beteiligte sich zunächst an der UN-Mission UNIFIL vor der libanesischen Küste, führte anschließend gemeinsam mit dem Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN das Indo-Pacific Deployment 2024 durch und kehrte danach erneut zu UNIFIL zurück.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eWährend dieser Reise legte die BADEN-WÜRTTEMBERG mehr als 82.000 Seemeilen zurück. Die Marine wertete die Fahrt als praktischen Nachweis dafür, dass das Konzept der Intensivnutzung und des Besatzungswechsels grundsätzlich funktioniert.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eAufgaben und Einsatzprofil\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDer ursprüngliche Schwerpunkt der Klasse liegt auf Einsätzen geringer und mittlerer Intensität. Hierzu gehören die dauerhafte Seeraumüberwachung, die Kontrolle von Handelswegen, die Durchsetzung internationaler Sanktionen sowie die Abwehr asymmetrischer Bedrohungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Schiffe können:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003egroße Seegebiete überwachen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003everdächtige Fahrzeuge identifizieren und kontrollieren,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eHandelsschiffe und Nachschubwege schützen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eEmbargomaßnahmen unterstützen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ePiraterie und terroristische Bedrohungen bekämpfen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSpezial- und Boardingkräfte einsetzen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eals Führungsschiff eines multinationalen Verbandes dienen.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDas 4. Fregattengeschwader nennt unter anderem die UNIFIL-Mission vor dem Libanon und die NATO-Aktivitäten in der Ägäis als typische Einsatzfelder der Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eBordeinsatzkräfte und Einsatzboote\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eFür Stabilisierungs- und Kontrolloperationen besitzen die Schiffe umfangreiche Möglichkeiten zur Einschiffung zusätzlicher Kräfte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDazu gehören insbesondere:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eBoardingteams,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSpezialkräfte,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eFeldjäger,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSprachmittler,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSanitätspersonal,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ezusätzliche Führungs- und Verbindungselemente.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie Fregatten verfügen über mehrere große Einsatzboote, die seitlich aus speziellen Bootsnischen zu Wasser gelassen werden können. Mit ihnen lassen sich Kontroll- und Boardingteams auch über größere Entfernungen einsetzen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Boote können außerdem für Rettungs-, Transport- und Verbindungsaufgaben verwendet werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eBordhubschrauber und Flugdeck\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 125 besitzt ein großes Flugdeck und einen Hangar für bis zu zwei Bordhubschrauber.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eUrsprünglich wurden dafür vor allem die Bordhubschrauber des Typs \u003cstrong\u003eSea Lynx Mk 88A\u003c\/strong\u003e vorgesehen. Die Hubschrauber dienen unter anderem:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eder Seeraumüberwachung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eder Aufklärung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003edem Transport von Personal und Material,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eder Unterstützung von Boardingoperationen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eder Bekämpfung von Überwasserzielen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eder Seenotrettung.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDas großzügig ausgelegte Flugdeck ermöglicht auch den Betrieb anderer Hubschraubertypen verbündeter Streitkräfte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZusätzlich können unbemannte Luftfahrzeuge zur Aufklärung eingesetzt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eBewaffnung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie auffälligste Waffe der Klasse ist das \u003cstrong\u003e127-Millimeter-Hauptgeschütz\u003c\/strong\u003e auf dem Vorschiff.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEs kann gegen Ziele an Land, auf See und in begrenztem Umfang auch gegen Luftziele eingesetzt werden. Die große Reichweite des Geschützes ermöglicht die Unterstützung von Kräften an Land und die Bekämpfung von Zielen in Küstennähe.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZur weiteren Bewaffnung gehören:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ezwei 27-Millimeter-Maschinenkanonen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003efünf ferngesteuerte schwere Maschinengewehre im Kaliber 12,7 Millimeter,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eSeezielflugkörper RGM-84 Harpoon,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ezwei Starter für den Nahbereichsflugkörper RIM-116 RAM,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003emehrere Täuschkörperwurfanlagen des Typs MASS.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDie ferngesteuerten schweren Maschinengewehre besitzen eigene optische Sensoren und werden aus der Operationszentrale bedient. Dadurch müssen sich die Bediener bei einer Bedrohung nicht ungeschützt an Oberdeck aufhalten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie zahlreichen leichten und mittleren Waffen spiegeln das ursprüngliche Einsatzprofil wider: Die Schiffe sollten insbesondere gegen kleine, schnelle Boote und andere asymmetrische Bedrohungen in Küsten- und Krisengebieten geschützt sein.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eFlugabwehr und Weiterentwicklung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie serienmäßige Flugabwehr der Klasse beruhte zunächst vor allem auf den beiden RAM-Startern zur Selbstverteidigung im Nahbereich.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIm Oktober 2025 erprobte die Marine auf der BADEN-WÜRTTEMBERG erstmals das landgestützte Flugabwehrsystem \u003cstrong\u003eIRIS-T SLM\u003c\/strong\u003e auf einer deutschen Fregatte. Während der Maritime Firing Exercise vor der norwegischen Küste wurden drei Flugkörper erfolgreich gestartet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDabei lieferten die Sensoren der Fregatte Daten für das Raketensystem. Die Erprobung diente dazu, technische Erkenntnisse für eine mögliche spätere Beschaffung und Integration einer leistungsfähigeren Flugabwehr zu gewinnen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZum Zeitpunkt der Erprobung handelte es sich noch nicht um eine serienmäßig eingeführte Bewaffnung der gesamten Klasse.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Versuche zeigen jedoch, dass die ursprünglich stark auf Stabilisierungsoperationen ausgerichtete Klasse an die veränderten Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung angepasst werden soll.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eSensoren und elektronische Kampfführung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse verfügt über moderne Radar-, Infrarot- und Aufklärungssysteme.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZu den wichtigsten Anlagen gehören:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eMultifunktionsradar TRS-3D\/NR,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eelektronische Aufklärungsanlage KORA 18,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eoptische und infrarotgestützte Zielverfolgungssysteme,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e360-Grad-Infrarotüberwachung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eNavigationsradare,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eFreund-Feind-Kennung,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTaucher-Detektionssonar.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDas Multifunktionsradar kann nach Angaben der Bundeswehr Ziele in mehr als 250 Kilometern Entfernung erfassen und eine große Zahl von Luft- und Seezielen gleichzeitig verfolgen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin klassisches, weitreichendes U-Boot-Jagdsonar gehört dagegen nicht zur ursprünglichen Hauptausstattung. Dies unterscheidet die Klasse deutlich von früheren deutschen Fregatten, deren Schwerpunkt stärker auf der U-Boot-Jagd lag.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eSchutz und Überlebensfähigkeit\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Fregatten wurden für Einsätze in Gebieten entwickelt, in denen Bedrohungen nicht nur durch andere Kriegsschiffe, sondern auch durch kleine Boote, Saboteure, Taucher oder Angriffe in Häfen entstehen können.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZum Schutz gehören:\u003c\/p\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003estark automatisierte Überwachung der Schiffsbereiche,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eKamerasysteme,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eferngesteuerte Waffen,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eInfrarotsensoren,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTäuschkörpersysteme,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003eTaucher-Detektionssonar,\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003ebauliche Unterteilung und redundante Systeme.\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003cp\u003eDurch die hohe Automatisierung können viele technische Anlagen von zentralen Leitständen aus überwacht und bedient werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eAutomatisierung und Besatzungsstärke\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eTrotz ihrer Größe besitzt die Klasse eine vergleichsweise kleine Stammbesatzung von rund \u003cstrong\u003e126 Soldatinnen und Soldaten\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMöglich wird dies durch eine weitreichende Automatisierung der Antriebs-, Überwachungs-, Führungs- und Sicherheitssysteme. Frühere deutsche Fregatten benötigten bei geringerer Größe teilweise deutlich mehr Personal.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eZusätzlich zur Stammbesatzung können weitere Kräfte eingeschifft werden. Je nach Auftrag können dadurch deutlich mehr Menschen an Bord leben und arbeiten. Bei der Rückkehr der BADEN-WÜRTTEMBERG aus ihrer Langzeitfahrt im April 2025 befanden sich beispielsweise 154 Personen an Bord, darunter Angehörige einer Bordeinsatzkompanie und einer Bordzahnarztgruppe.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eAntrieb\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse besitzt einen kombinierten dieselelektrischen und Gasturbinenantrieb nach dem \u003cstrong\u003eCODLAG-Prinzip\u003c\/strong\u003e.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eVier Dieselmotoren erzeugen elektrische Energie. Zwei Elektromotoren treiben die beiden Verstellpropeller bei wirtschaftlicher Marschfahrt an. Für höhere Geschwindigkeiten kann zusätzlich eine Gasturbine zugeschaltet werden.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Gesamtleistung beträgt rund 29.000 Kilowatt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 26 Knoten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eEin Bugstrahlruder unterstützt das Manövrieren bei langsamer Fahrt und im Hafen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eUnterbringung und Einsatzdauer\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Unterkünfte wurden im Vergleich zu älteren Schiffsklassen stärker auf längere Einsätze und kleinere Besatzungen ausgerichtet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eNeben den Räumen der Stammbesatzung stehen zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten für eingeschiffte Kräfte zur Verfügung. Dazu kommen Behandlungsräume, Werkstätten, Führungsräume und Lagerbereiche für längere Einsatzzeiten.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Schiffe sollen bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet bleiben können, ohne für planmäßige größere Wartungen nach Deutschland zurückzukehren. Notwendige Arbeiten können teilweise in ausländischen Häfen oder durch vor Ort eingesetzte technische Teams ausgeführt werden.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eDas 4. Fregattengeschwader\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eAlle vier Schiffe bilden gemeinsam mit ihren Besatzungen das \u003cstrong\u003e4. Fregattengeschwader\u003c\/strong\u003e in Wilhelmshaven.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDas Geschwader gehört zur Einsatzflottille 2. Es führt vier Fregatten und insgesamt acht für die Klasse vorgesehene Besatzungen.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSein Auftrag umfasst langfristige Stabilisierungseinsätze, weltweite maritime Präsenz, die Überwachung von Seegebieten, die Sicherung von Nachschubwegen sowie die Führung multinationaler Marineverbände.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eTechnische Daten\u003c\/h2\u003e\n\u003cul\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eSchiffstyp:\u003c\/strong\u003e Fregatte\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKlasse:\u003c\/strong\u003e Baden-Württemberg-Klasse\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eKlassenbezeichnung:\u003c\/strong\u003e Klasse 125 beziehungsweise F125\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eAnzahl der Einheiten:\u003c\/strong\u003e vier\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eHeimathafen:\u003c\/strong\u003e Wilhelmshaven\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eVerbandszugehörigkeit:\u003c\/strong\u003e 4. Fregattengeschwader, Einsatzflottille 2\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eLänge über alles:\u003c\/strong\u003e 149,5 Meter\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eBreite:\u003c\/strong\u003e 18,8 Meter\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eTiefgang:\u003c\/strong\u003e 5,4 Meter\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eVerdrängung:\u003c\/strong\u003e etwa 7.200 Tonnen\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eAntrieb:\u003c\/strong\u003e CODLAG\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eGasturbinen:\u003c\/strong\u003e eine\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eDieselgeneratoren:\u003c\/strong\u003e vier\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eElektrofahrmotoren:\u003c\/strong\u003e zwei\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eGesamtleistung:\u003c\/strong\u003e rund 29.000 Kilowatt\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003ePropeller:\u003c\/strong\u003e zwei Verstellpropeller\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eBugstrahlruder:\u003c\/strong\u003e eines\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eHöchstgeschwindigkeit:\u003c\/strong\u003e mehr als 26 Knoten\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eStammbesatzung:\u003c\/strong\u003e etwa 126 Personen\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eBordhubschrauber:\u003c\/strong\u003e bis zu zwei\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eHauptbewaffnung:\u003c\/strong\u003e ein 127-Millimeter-Geschütz\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eSeezielflugkörper:\u003c\/strong\u003e RGM-84 Harpoon\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eNahbereichsflugabwehr:\u003c\/strong\u003e RIM-116 RAM\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eweitere Bewaffnung:\u003c\/strong\u003e 27-Millimeter-Maschinenkanonen und ferngesteuerte 12,7-Millimeter-Maschinengewehre\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003cli\u003e\n\u003cp\u003e\u003cstrong\u003eTäuschkörpersystem:\u003c\/strong\u003e MASS\u003c\/p\u003e\n\u003c\/li\u003e\n\u003c\/ul\u003e\n\u003ch2\u003eEinheiten der Klasse\u003c\/h2\u003e\n\u003ch3\u003eF 222 BADEN-WÜRTTEMBERG\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eTypschiff der Klasse und erste Einheit. Die Fregatte wurde am 17. Juni 2019 in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eSie absolvierte von Oktober 2023 bis April 2025 die erste umfassende Langzeitfahrt nach dem Intensivnutzungskonzept. Dabei nahm sie an UNIFIL und am Indo-Pacific Deployment 2024 teil und umrundete mit mehreren wechselnden Besatzungen weite Teile der Erde.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eF 223 NORDRHEIN-WESTFALEN\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eZweite Einheit der Klasse. Die Indienststellung erfolgte am 10. Juni 2020.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eF 224 SACHSEN-ANHALT\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eDritte Einheit der Klasse. Sie wurde am 17. Mai 2021 in Dienst gestellt.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie SACHSEN-ANHALT war außerdem die erste Einheit der Klasse, deren Besatzung eine vollständige Überprüfung der ABC-Abwehr auf einem Schiff des Typs F125 absolvierte.\u003c\/p\u003e\n\u003ch3\u003eF 225 RHEINLAND-PFALZ\u003c\/h3\u003e\n\u003cp\u003eVierte und letzte Einheit der Klasse. Ihre Indienststellung erfolgte am 13. Juli 2022.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eMit ihr wurde das Bau- und Indienststellungsprogramm der Baden-Württemberg-Klasse abgeschlossen.\u003c\/p\u003e\n\u003ch2\u003eHistorische Einordnung\u003c\/h2\u003e\n\u003cp\u003eDie Baden-Württemberg-Klasse verkörpert eine besondere Phase der deutschen Marinegeschichte.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eIhre Konzeption entstand in einer Zeit, in der lang andauernde internationale Stabilisierungsmissionen, Pirateriebekämpfung, Embargoüberwachung und Kriseneinsätze das Einsatzbild der Marine bestimmten. Deshalb wurden hohe Reichweite, lange Einsatzdauer, eine reduzierte Besatzung, starke Automatisierung und das Mehrbesatzungskonzept besonders hoch gewichtet.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse unterscheidet sich damit deutlich von älteren Fregatten, die stärker für U-Boot-Jagd, Flugabwehr und die klassische Auseinandersetzung mit gleichwertigen gegnerischen Seestreitkräften ausgelegt waren.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie veränderte Sicherheitslage in Europa führt inzwischen zu einer Erweiterung des ursprünglichen Einsatzprofils. Übungen zur Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Erprobung neuer Flugabwehrsysteme zeigen, dass die Klasse zunehmend auch für intensivere militärische Auseinandersetzungen befähigt werden soll.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Langzeitfahrt der BADEN-WÜRTTEMBERG von 2023 bis 2025 stellte zugleich den ersten großen praktischen Nachweis für das außergewöhnliche Nutzungs- und Besatzungskonzept dar.\u003c\/p\u003e\n\u003cp\u003eDie Klasse 125 bildet damit den Übergang zwischen der international ausgerichteten Einsatzmarine der Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg und einer Marine, die erneut stärker auf Landes- und Bündnisverteidigung vorbereitet werden muss.\u003c\/p\u003e","products":[],"thumbnail_url":"\/\/cdn.shopify.com\/s\/files\/1\/0268\/3138\/8747\/collections\/Kachel_BW-Klasse_25ef422a-2a7d-415a-9725-595122c6830f.png?v=1784006311","url":"https:\/\/shop.meinemarine.de\/collections\/fregatte-125-baden-wurttemberg-klasse.oembed","provider":"MeineMarine ","version":"1.0","type":"link"}